Aktuelles, Kurzgefaßtes, Grundsätzliches

1.) In der Rubrik erscheinen u.a. einschlägige, aktuelle Kurznachrichten, wie sie verstreut in den Medien standen oder uns sonstwo ins Auge gefallen sind.

Aktuelle – das heißt die jeweils jüngsten - Rundbriefe, die die verschiedenen GEP-Themen im Zusammenhang und in zeitlicher Abfolge der Ereignisse darstellen, sind in der entsprechenden Rubrik aufzusuchen. Am aktuellsten ist zur Zeit der Rundbrief 1/10 vom Mai 2010. Bis vor kurzem wurde am häufigsten immer noch der Beitrag "Schizophrenie ohne Symptome?  - Zum systematischen Mißbrauch der Psychiatrie in der DDR angeklickt, der im Juli 2009 in ZdF, der Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin, erschienen ist.

Mit der Wahl des neuen Bundespräsidenten am 30.6.2010 traten bei aller gebotenen Wahrung der Formen heftige Kontroversen zu Tage. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen mit einem der Kandidaten gaben auch wir am am 15.6.2010 eine Presseerklärung ab.

Nun hat die Bundesversammlung Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten gewählt, womit uns ein Stein vom Herzen fiel. Während SPD und Grüne, die übergroße Mehrheit der Medien und auch viele „(Berufs-)Bürgerrechtler“ auf Joachim Gauck setzten und seine Rolle bei der Ablösung der SED-Diktatur und der „Aufarbeitung“ ihrer Verbrechen priesen, traten uns und anderen Menschenrechtlern nochmals seine dabei gebotenen Defizite vor Augen. Über die aktiv von Joachim Gauck betriebene Verschleierung des Psychiatriemißbrauchs der DDR mitsamt Diffamierung unseres zuvor geleisteten Widerstands gegen den sowjetischen Psychiatriemißbrauch durch seine Beauftragte S. Süß („Politisch mißbraucht?“, S. 638-645) konnten wir nicht hinweggehen. Ähnliche Verdrehungen in der Gauckschen "Aufarbeitung" hat aus eigener Erfahrung der verstorbene Jürgen Fuchs dargelegt (sein Buch „Magdalena“). Auch während seiner Werbetournee wurden sie Gauck u.a. in Leipzig öffentlich vorgehalten. "Stasi-Begünstigter" wurde er dabei genannt.

Daß diese Dinge mit der Kandidatur Joachim Gaucks vermehrt in die öffentliche Diskussion auch unter Jugendlichen gekommen sind, gibt Hoffnung, daß bisher ausgeblendete oder geglättete  Bereiche der roten Diktatur und ihre gefährlichen Auswirkungen auf den Rechtsstaat und seine Bürger doch noch korrekt ausgeleuchtet werden. Die Auseinandersetzungen um die Wahl des neuen Bundespräsidenten sollten nicht nur Joachim Gauck Anlaß sein, sich vorbehaltlos der Geschichte zu stellen. Sollte er in diesem Sinn künftig seine oft jetzt gehörten Proklamationen von "mehr Bürgernähe",  "mehr Glaubwürdigkeit", Recht und Freiheit  einlösen, wird er auch uns an seiner Seite haben.

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2.)  Auf das Thema Psychoanalyse gehen wir zunehmend ein, weil (nicht nur) wir auch in ihr eine mißbräuchlich als Seelenheilkunde auftretende politische Bewegung erkennen, die für den Einzelnen wie die Gesellschaft fragwürdigste Folgen zeitigt.

Um so mehr insistieren wir, als sich hier einer offenen Diskussion ähnliche Widerstände entgegenstellen wie schon bei dem (klassischen) Mißbrauchsthema. Just in diesem Punkt stießen wir freilich bald auch in anderen Ländern auf ähnlich am Problem unredlicher „Seelenkunde“ Anstoß Nehmende. Mit ihnen zusammen konnten wir 2003 das Internationale Netzwerk der Freud-Kritiker (INFC) bilden. Seine Wortführer leisten heute wohl den entschiedensten, profundesten Widerstand auf diesem Sektor wuchernder Schwindelwissenschaft in der Heilkunde.

Vordem in den Rundbriefen verstreute Ausführungen zur Psychoanalyse sind großenteils jetzt in den deutschen Teil der INFC-Site gewandert. Ganz freilich lassen sich die Bereiche nicht trennen. So stehen auch im "blauen Teil" der Web-Seite, stehen auch im jüngsten Rundbrief wieder brisante Beiträge zum Thema der Freud'schen Pseudowissenschaft.

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3.) Einige früher schon wiedergegebene Aussagen sind es wert, auf Dauer festgehalten zu werden, so

Prof. Igor Schafarewitsch, russischer Mathematiker, in einem Aufruf vom 14.05.78 anläßlich der Verhaftung des jüdischen Bürgerrechtlers Alexander Podrabinek, der nachdrücklich gegen den damals in seinem Land verbreitete Psychiatrisierung Oppositioneller, Andersdenkender, ihre Internierung und Behandlung als Geisteskranke protestiert hatte. Schafarewitschs Worte standen bereits im Rundbrief 3/78.

"... Wenn man im Menschen nicht anderes sieht als eine Mischung von sozialen oder biologischen Kräften, dann verlieren die Konzepte von Schuld und Strafe jede Bedeutung, so wie sie bedeutungslos sind, wenn sie gegen eine Maschine angewandt werden. So wie ein kaputter Computer nicht vor Gericht gestellt und nicht bestraft, sondern repariert wird, so ist es „notwendig“, eine Person zu reparieren, die aufhört nach dem offiziellen Programm zu funktionieren. Für exakt diesen Zweck gibt es psychiatrische Spezialkrankenhäuser.

Diese Schlußfolgerung ist so unausweichlich, daß schon ein Früh-Materialist wie Weitling, ein Vorläufer und Lehrer von Marx, das Bild einer Zukunftsgesellschaft „von Freiheit und Harmonie“ gemalt hat, in der es keine Gerichtsverfahren und keine Prozesse mehr gäbe, in der vielmehr alle „von schlechten Leidenschaften Besessenen“ in Hospitäler gesteckt und die „Unheilbaren“ auf speziellen Insel-Kolonien festgehalten würden. Dies eine typische, von einem schlimmen Phantasten geträumte Utopie. Um wieviel schauriger ist die Utopie, die das reale Leben geschaffen hat? Im  (noch kleinen) Modell zeigt sie uns, was uns in nicht zu ferner Zukunft erwartet.

Eine Kostprobe davon ist gegeben, wenn Psychiater zwangseingewiesenen „Patienten“ in offensichtlich aller Ernsthaftigkeit erklären, daß ihre religiösen Glaubensüberzeugungen oder ihre kritischen Haltungen dem Leben gegenüber, ihr „Mangel an sozialer Anpassung,“ wie die Ärzte sagen, ein klares Symptom geistiger Erkrankung seien.

Die Weltanschauung, von der solche Ansicht stammt, ist nicht in Rußland geboren – sie wuchs und trieb Blüten auf westlichem Boden. Aus diesem Grund bin ich sicher, daß auch der Westen von der gleichen Gefahr bedroht ist, wenn vielleicht auch in anderer Weise – von der Perfektion der Techniken zur Manipulation des Denkens, von der Veränderung des Menschen in ein „eindimensionales“ Wesen, das seiner inneren Freiheit beraubt ist...

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4.)  Aldous Huxley bei einer Vorlesung vor der California Medical School in San Francisco 1961: „In der  nächsten Generation oder so wird es eine pharmakologische Methode geben, die die Leute ihre Knechtschaft lieben läßt und eine Diktatur sozusagen ohne Tränen möglich macht, eine Art schmerzloses Konzentrationslager für ganze Gesellschaften, so daß die Leute in der Tat ihre Freiheiten verlieren, sie  damit aber eigentlich ganz zufrieden sind, weil sie – durch Propaganda oder Hirnwäsche, auch eine durch pharmakologische Methoden (Antidepressiva?) erweiterte Hirnwäsche - von jedem Wunsch einer Auflehnung weggebracht worden sind. Das dürfte die endgültige Revolution sein.“