{"id":13,"date":"2012-04-17T07:46:36","date_gmt":"2012-04-17T07:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/?p=13"},"modified":"2012-04-17T09:23:10","modified_gmt":"2012-04-17T09:23:10","slug":"freud-zu-freud","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/freud-zu-freud\/","title":{"rendered":"Freud zu Freud"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 13.5pt; font-family: Arial;\">Freud zu Freud<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoTitle\" style=\"margin-left: 35.4pt;\"><span style=\"font-size: 11.0pt;\">Im Folgenden Ausf\u00fchrungen von Freuds Enkelin<\/span><\/p>\n<p><strong>Dr. Sophie Freud <\/strong>beim 3. Welt-Kongre\u00df f\u00fcr Psychotherapie im Juli 2002<\/p>\n<p>in Wien, aus dem Internet (google &#8211; Sophie Freud) heruntergeladen und aus<\/p>\n<p>dem Spanischen \u00fcbersetzt von Prof. K. Dieckh\u00f6fer. An sich enthalten die<\/p>\n<p>referierten Ausf\u00fchrungen nichts, was nicht auch wir und andere seit langem<\/p>\n<p>schon sagen und schreiben. Das Besondere ist nur, da\u00df (eine) Freud es jetzt<\/p>\n<p>sagt.<\/p>\n<p class=\"MsoTitle\" style=\"margin-left: 35.4pt;\"><span style=\"font-size: 11.0pt;\">Es ist heute bald so weit, da\u00df <strong>nur noch<\/strong><\/span><\/p>\n<p>deutsche \u00c4rzte und Psychologen, deutsche Psychiatrie- (und Neurologie-)<\/p>\n<p>Ordinarien sowie deutsche Politiker und Publizisten, Sozialp\u00e4dagogen und<\/p>\n<p>Sozialarbeiter, diese besonders, an die Freudsche Schaumschl\u00e4gerei glauben.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrungen wie die folgenden rei\u00dfen sie in der Regel herunter.<\/p>\n<p>Da\u00df sie sie bei dem Kongre\u00df beklatschten, lag wohl an dem ber\u00fchmten Namen.<\/p>\n<p>Vielleicht dachten sie auch, den Applaus als Beweis ihrer Kritikoffenheit<\/p>\n<p>und Toleranz ausgeben zu k\u00f6nnen. Der spanische Berichterstatter tat sich am<\/p>\n<p>Schlu\u00df seiner Ausf\u00fchrungen auch sichtlich schwer, f\u00fcr die Psychotherapeuten<\/p>\n<p>ein Res\u00fcmee zu ziehen. Auf Deutsch war bisher im Netz von einem solchen<\/p>\n<p>Bericht von vornherein nichts zu finden. Der Enkelin Freuds geb\u00fchrt f\u00fcr ihre<\/p>\n<p>Wiener Ausf\u00fchrungen gewi\u00df gr\u00f6\u00dfte Hochachtung. Sie helfen fraglos, dem unter<\/p>\n<p>ihrem Familiennamen die Welt \u00fcber\u00adziehenden, \u00fcberbordenden Aberwitz der<\/p>\n<p>Psychoanalyse ein Ende zu machen,.<\/p>\n<p class=\"MsoTitle\" style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt; text-align: center;\" align=\"center\"><em><span style=\"font-family: Arial Narrow;\"><strong>Der \u201eVater der Psychoanalyse\u201c<\/strong><\/span><\/em><\/p>\n<p>war f\u00fcr seine Enkelin eine Art Schaumschl\u00e4ger<\/p>\n<p class=\"MsoTitle\" style=\"margin-left: 35.4pt; text-align: center;\" align=\"center\">von JAR &#8211; <em><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a019.07.2002<\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">Die Sozialp\u00e4dagogin Sophie Freud,<\/span><\/em><\/p>\n<p>Enkelin von Sigmund Freud, hat vor den \u201efalschen Propheten\u201c gewarnt, zu<\/p>\n<p>denen sie auch ihren Gro\u00dfvater z\u00e4hlt,\u00a0 trotz der engen Verbindung, die sie<\/p>\n<p>bis kurz vor seinem Tode zu ihm hatte. Auf dem 3. Weltkongre\u00df f\u00fcr<\/p>\n<p>Psychotherapie, der heute in Wien endet, wies Sophie Freud darauf hin, da\u00df<\/p>\n<p>es f\u00fcr eine friedlichere Welt in diesem Jahrhundert keine Hoffnung gebe und<\/p>\n<p>da\u00df zu den Schuldigen die \u201efalschen Propheten\u201c z\u00e4hlten, die seit<\/p>\n<p>Jahrhunderten die Menschheit t\u00e4uschen, die machtgierigen Ideologen, die<\/p>\n<p>zweifelhafte und inhumane Glaubenslehren verk\u00fcnden.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">Sophie Freud, die in Boston<\/span><\/em><\/p>\n<p>(USA) <em>lebt und wie ihr Gro\u00dfvater die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft<\/em><\/p>\n<p>besitzt, sieht als falsche Propheten viele Pers\u00f6nlichkeiten an, die die<\/p>\n<p>Geschichte und die Gesellschaft beeinflu\u00df haben &#8211; von Moses bis hin zu Adolf<\/p>\n<p>Hitler und zum Chef des Al-Qaida-Terroristen-Netzes Osama Bin Laden. Sie<\/p>\n<p>sieht als solche aber auch Sigmund Freud wie seinen Sch\u00fcler und sp\u00e4teren<\/p>\n<p>Rivalen, den ber\u00fchmten Schweizer Psychoanalytiker Carl Gustav Jung.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">Wie sie vor Experten in Wien darlegte, war Sigmund<\/span><\/em><\/p>\n<p>Freud \u201evon der heroischen Bedeutung seiner Mission \u00fcberzeugt, die<\/p>\n<p>menschliche Seele zu verstehen\u201c. Seither haben sich viele Psychoanalytiker<\/p>\n<p>von einigen Lehren Freuds losgesagt, etwa vom \u00d6di\u00adpus-Komplex. Dies aber<\/p>\n<p>dauerte betr\u00e4chtliche Zeit. \u201eBis 1976 z\u00f6gerten die Frauen&#8220;, wie die Expertin<\/p>\n<p>betonte, &#8222;zu verstehen, da\u00df sie nicht eine Art kastrierter M\u00e4nner sind\u201c.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">Die Kraft und der Fortbestand dieser<\/span><\/em><\/p>\n<p>Irrt\u00fcmer lie\u00dfen sich darauf zur\u00fcckf\u00fchren, da\u00df sich um diese Propheten<\/p>\n<p>pseudoreligi\u00f6se Gruppen bildeten, deren Anh\u00e4nger sie verehrten und deren<\/p>\n<p>Eleven diese Lehre sich zu eigen machten, um ihrerseits wiederum als<\/p>\n<p>Missionare aufzutreten. Die entsprechenden Theorien blieben so innerhalb<\/p>\n<p>geschlossener Zirkel, anstatt auf wissenschaftlichen Foren diskutiert zu<\/p>\n<p>werden, betonte Sophie Freud.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a0\u201eDar\u00fcber hinaus gab es insbesondere<\/span><\/em><\/p>\n<p>viele Frauen, die Freud, diesem gro\u00dfen Manne, mehr vertrauten als ihren<\/p>\n<p>eigenen Wissen, ihrem eigenen K\u00f6rper\u201c. Sie sei eines anderen belehrt worden,<\/p>\n<p>versicherte Sophie Freud, die Parallelen zu gro\u00dfen politischen Verf\u00fchrern<\/p>\n<p>wie Hitler herausstellte, Verf\u00fchrern, die sich auch der Verehrung und<\/p>\n<p>finanziellen Unterst\u00fctzung verm\u00f6gender Frauen erfreuten.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a0Freud wurde von vielen Frauen wie ein<\/span><\/em><\/p>\n<p>Gott verehrt und auch Jung empfing Zuwendungen einflu\u00dfreicher Anh\u00e4ngerinnen.<\/p>\n<p>Jedoch kann, so Sophie Freud, so viel Verehrung den Charakter verderben.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">Die Enkelin Freuds kritisierte auch<\/span><\/em><\/p>\n<p>die wissenschaftlichen Methoden ihres Gro\u00dfvaters. Verdrehte dieser doch<\/p>\n<p>kurzerhand spontane Ideen und intuitives Denken in wissenschaftliche<\/p>\n<p>Tatsachen, verstie\u00df er laufend auch gegen die Regeln , die er selbst<\/p>\n<p>aufgestellt hatte. So forderte er z.B. eine neutrale Beziehung zwischen<\/p>\n<p>Therapeut und Patient. Er selbst aber hielt sich an diese Regel nicht.<\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: Arial;\">\u00a0An seinem Gegner Jung kritisierte die<\/span><\/em><\/p>\n<p>P\u00e4dagogin und Sozialarbeiterin dessen N\u00e4he zu den politischen Propheten. Der<\/p>\n<p>Schweizer Analytiker sah die paramilit\u00e4rischen Nazi-Einheiten, die SS, ja<\/p>\n<p>gar als eine \u201eneue Ritterkaste\u201c an. Jung, so Sophie Freud, unterst\u00fctzte den<\/p>\n<p>Caudillo Francisco Franco in dessen Kampf gegen die \u201ebarbarischen\u201c<\/p>\n<p>Republikaner und billigte die Vertreibung der deutschen und \u00f6sterreichischen<\/p>\n<p>Freudianer durch die Nazis, da er hierdurch bessere Perspektiven f\u00fcr sich<\/p>\n<p>erhoffte, Anerkennung f\u00fcr seine eigenen Theorien. Sophie Freud warnte vor<\/p>\n<p>dem gef\u00e4hrlichem Charakter der Propheten, da diese willk\u00fcrlich zwischen<\/p>\n<p>Gutem und B\u00f6sem unterschieden. Sie f\u00fcgte aber hinzu, da\u00df es durchaus<\/p>\n<p>\u201ePers\u00f6nlichkeiten gebe, deren Beispiel man folgen k\u00f6nne, soweit sie ihre<\/p>\n<p>Ideen nicht als alleinige Wahrheit verk\u00fcnden\u201c. Wir sollten die<\/p>\n<p>Werthaltigkeit im wissenschaftlichen Denken pr\u00e4zisieren, betonte die<\/p>\n<p>P\u00e4dagogin, deren Vortrag auf dem Kongre\u00df zum Schlu\u00df mit gro\u00dfem Applaus aus<\/p>\n<p>dem Auditorium bedacht wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insofern ist, wie wir beobachten k\u00f6nnen, die Koh\u00e4renz des Vortrags von<\/p>\n<p>Sophie Freud unbestreitbar. Gleichwohl w\u00e4re es vielleicht interessant,<\/p>\n<p>dar\u00fcber nachzudenken, was wohl ihr Gro\u00dfvater gesagt h\u00e4tte, wenn er an diesem<\/p>\n<p>Kongre\u00df teilgenommen h\u00e4tte. Wir alle haben eine bestimmte Vorstellung<\/p>\n<p>hierzu. Verst\u00e4ndlicherweise war und ist der Einflu\u00df von Freud in den K\u00f6pfen<\/p>\n<p>sp\u00e4terer Generationen erdr\u00fcckend. Ob seine Theorien falsch oder richtig<\/p>\n<p>waren, wollen wir derzeit nicht bewerten. Selbstverst\u00e4ndlich hat Sophie<\/p>\n<p>Freud Recht, wenn sie seinen gro\u00dfen Einflu\u00df betont.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>***<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13\/revisions\/44"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}