{"id":55,"date":"2012-04-17T09:38:29","date_gmt":"2012-04-17T09:38:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/?p=55"},"modified":"2012-04-17T09:38:29","modified_gmt":"2012-04-17T09:38:29","slug":"freud-und-der-nobelpreis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/freud-und-der-nobelpreis\/","title":{"rendered":"Freud und der Nobelpreis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nils Wiklund<\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Freud und der Nobelpreis<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Folgender Beitrag von Dr. phil.<strong> <\/strong>Nils Wiklund, Dozent in Psychologie, Stockholm, erschien in der f\u00fchrenden schwedischen Tageszeitung SVENSKA DAGBLADET am 7. Dezember 2006, die deutsche \u00dcbersetzung im Netz bei INFC am 11.01.2007.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sigmund Freud wurde zw\u00f6lf Mal f\u00fcr den Medizin-Nobelpreis nominiert. Weniger bekannt ist, da\u00df Freud\u00a0\u2013 ein fr\u00fcher \u201ePostmodernist\u201c, der sich seine eigene Wirklichkeit frei erschuf\u00a0\u2013 auch f\u00fcr den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1904 besuchte Sigmund Freud zum ersten Mal die Akropolis in Athen. Dabei hatte er ein eigenartiges Erlebnis: Obwohl ihm die Stadtburg seit seiner Schulzeit wohl bekannt war, dachte er verwundert: \u201eAlso existiert das alles wirklich so, wie wir es auf der Schule gelernt haben?!\u201c Gleichzeitig reflektierte Freud, der die Existenz der Akropolis ja nie angezweifelt hatte, \u00fcber sich selbst und versuchte, seinen merkw\u00fcrdigen Gedanken einzuordnen. Eine \u00e4hnliche Empfindung\u00a0\u2013 ein fl\u00fcchtiges, kaum beschreibbares Gef\u00fchl der Unwirklichkeit\u00a0\u2013 ergriff sicher schon viele von uns, als wir vor Monumenten standen, die wir auf Bildern bereits hundertmal\u00a0 gesehen haben: vor den Pyramiden, dem Eiffelturm, dem Taj Mahal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freud verga\u00df das Ereignis auf der Akropolis nie. 32 Jahre sp\u00e4ter, 1936 also, schrieb er einen reizvollen, kurzen Artikel, in dem er versuchte, das Erlebnis zu deuten. Freud glaubte, da\u00df das Unwirklichkeitsgef\u00fchl mit\u00a0der\u00a0 Empfindung zusammenhing, \u201eso weit\u201c (zur Akropolis, aber auch in seiner Arbeit) gekommen\u00a0zu sein und damit den eigenen Vater \u00fcbertroffen zu haben\u00a0\u2013 was wiederum bestimmte psychische Reaktionen mit sich gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freuds Artikel \u201eEine Erinnerungsst\u00f6rung auf der Akro\u00adpolis\u201c hatte zahlreiche Aufs\u00e4tze verschiedener Psychoanalytiker zur Folge, so auch Risto Frieds faszinierende, 657 Seiten starke Monographie \u201eFreud on the Acropolis: A Detective Story\u201c (2003). Risto Fried war Psychoanalytiker und Professor f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t von Jyv\u00e4skyl\u00e4; der aus Paris stammende Fried hatte an der Harvard-Universit\u00e4t doktoriert und war seiner finnischen Frau in ihr Heimatland gefolgt. Das Buch, das Fried erst kurz vor seinem Tod voll\u00adendete, ist eine Fundgrube an Informationen \u00fcber Freuds Leben und Pers\u00f6nlichkeit. Es ist Frieds opus magnum. In der Monographie zeigt Fried u.\u00a0a., dass Freuds Artikel\u00a0\u2013 vom psychologischen Inhalt einmal ganz abgesehen\u00a0\u2013 ein literarisches Meisterwerk ist, das offenbart, wie meisterhaft Freud Quintilians rhetorische Regeln beherrschte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freud schrieb seinen Artikel als offenen Brief an den Nobelpreistr\u00e4ger Romain Rolland zu dessen 70.\u00a0Geburtstag am 29.\u00a0Januar 1936. (Freud wurde im gleichen Jahr 80 Jahre alt.) Er sandte seinen Artikel am 15. \u00a0Januar ab und schickte Rolland am eigentlichen Geburtstag noch ein Telegram. In Henri und Madeleine Vermorels 1993 erschienenen Buch \u00fcber die Korrespondenz zwischen Freud und Rolland geht hervor, da\u00df Rolland Freud am 8.\u00a0Februar mit einem kurzen Dankesbrief antwortete. Rolland fand aber weit mehr Gefallen an Freuds Artikel, als die K\u00fcrze seines Dankesbriefes vermuten l\u00e4\u00dft. F\u00fcnf Tage, nachdem Freud seinen Artikel abgeschickt hatte, am 20.\u00a0Januar 1936, machte Rolland n\u00e4mlich von seinem Recht als Nobelpreistr\u00e4ger Gebrauch, einen neuen Kandidaten f\u00fcr den Preis vorschlagen zu k\u00f6nnen. In sch\u00f6ner Handschrift brachte er einen Brief an die Schwedische Akademie zu Papier: \u201eCher Monsieur le Secr\u00e9taire\u201c, schrieb Rolland und schlug dann \u201eProf. Dr. Sigmund Freud aus Wien\u201c f\u00fcr den Literatur-Nobelpreis vor! Auf den ersten Blick, so Rolland, erschiene der Nobelpreis f\u00fcr Medizin passender. Aber Freuds Arbeiten h\u00e4tten auch mit Psychologie zu tun und h\u00e4tten einen neuen Weg gezeigt, das emotionale und intellektuelle Leben zu analysieren. Und schlie\u00dflich h\u00e4tten sie seit drei\u00dfig Jahren grundlegenden Einflu\u00df auf die Literatur ausge\u00fcbt: \u201eMan kann sagen, da\u00df viele der bemerkenswertesten Vertreter des neuen Romans und des Theaters in Frankreich, England und Italien Freuds Kennzeichen tragen.\u201c Rolland f\u00fcgte hinzu, da\u00df er Freud pers\u00f6nlich kenne, und lobte Freuds guten Charakter, den dieser \u201ew\u00e4hrend eines ganzen Lebens stoischer Arbeit bewahrte, obwohl ihm nie offizielle Ehrenzeichen verliehen wurden, sondern er st\u00e4ndig Zielscheibe von Feindseligkeiten war oder von Seiten der offiziellen Wissenschaft, die aufgebracht war \u00fcber die K\u00fchnheit seiner neuen Ideen, totgeschwiegen wurde.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Romain Rollands Nominierung Sigmund Freuds l\u00f6ste in der Schwedischen Akademie nat\u00fcrlich lebhafte Diskussionen aus. Das ablehnende Urteil, das 2001 ver\u00f6ffentlicht wurde, war ebenfalls eine rhetorische Meisterleistung\u00a0\u2013 inhaltsreich und treffend: \u201eObwohl es sich hier um einen Weltruhm handelt, der recht lange ge\u00adradezu \u00fcberw\u00e4ltigende Ausma\u00dfe hatte und von dem immer noch viel \u00fcbrig ist, ist es dem Laien nicht unm\u00f6glich, dem Vorschlag einigerma\u00dfen guten Gewissens kritisch gegen\u00fcberzustehen.\u201c Gem\u00e4\u00df dem Gutachten h\u00e4nge Freuds Geltung, vom Wert seiner Behandlungsmethode ab, und \u00fcber diesen Wert k\u00f6nnten nur \u201emedizinwissenschaftliche Autorit\u00e4ten urteilen und diesem Forum h\u00e4tte der Vorschlag unterbreitet werden sollen\u201c. Es ist \u201eleicht, die Sch\u00e4rfe, Geschicktheit und Klarheit seiner Dialektik zu erfassen\u201c, f\u00e4hrt das Gutachten fort. \u201eZweifellos verf\u00fcgt er auch \u00fcber einen sehr guten, ungezwungenen literarischen Stil, vielleicht mit Ausnahme der \u00a0eigentlichen Traumdeutung, auf der seine ganze Verk\u00fcndigung fu\u00dft.\u00a0Dort kann er in seiner Schilderung undeutlich werden. Und wo der Stoff in das Prokrustesbett seines Systems gezw\u00e4ngt wird, h\u00f6rt auch seine intellektuelle Wendigkeit auf. Mechanisch und gr\u00f6blich unkritisch l\u00f6st er den Wirrwarr des Traums in einer \u00e4u\u00dferst einfachen Symbolsprache auf, dem Maskulinum und Femininum von Geschlechtsorganen. Alle Gestalten, die der Tr\u00e4umende in seiner Vorstellung hervorzuzaubern vermag, reduziert er durch rein geometrische Vereinfachung auf die erw\u00e4hnten zwei Formen; sie werden Scylla und Charybdis, zwischen denen es kein Durchkommen gibt. Auf diese Weise ist zwar alles deutbar, aber die Methode wird ein bi\u00dfchen zu bequem und das Ergebnis unleugbar einf\u00f6rmig und d\u00fcrftig.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der \u00d6dipuskomplex wird als Freuds Id\u00e9e fixe bezeichnet: \u201eDa\u00df Freud sich keinen Augenblick von seiner Id\u00e9e fixe befreien kann, spricht \u00fcbrigens nicht gerade f\u00fcr den praktischen Wert seiner Behandlungsmethode: ungehemmtes Bekennen zur Reinigung des Unbewu\u00dften. Da\u00df die Gegenwart seine Weisheit in so gro\u00dfem Umfang und mit solcher Verz\u00fcckung angenom\u00ad\u00admen hat, d\u00fcrfte in der Zukunft als eine ihrer charakteristischsten und bedenklichsten Seiten gelten. Als Grund f\u00fcr den Nobelpreis f\u00fcr Literatur hat ein solches Faktum wenig Gewicht. Um so weniger, als besonders die Verfasser sch\u00f6ngeistiger Literatur oft in seinen Lehren stecken geblieben sind und aus ihnen grobe Effekte und eine einf\u00e4ltige Psychologie gemacht haben.\u201c Das Gutachten schlie\u00dft: \u201eWer auch die Geringsten dieser Kleinen so verdorben hat, sollte kaum Dichterlorbeeren ernten, wie viel er als Wissenschaftler auch immer gedichtet haben mag.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gutachten der Schwedischen Akademie unterzeich\u00adnete Per Hallstr\u00f6m. Er war 1936 der st\u00e4ndige Se\u00adkret\u00e4r der Akademie und Vorsitzender ihres Nobelkomitees. Viele andere (z.\u00a0B. Hans Eysenck und Bror Gadelius) meinten, da\u00df Freud ein kompetenter Autor sei, der trotz mangelnder wissenschaftlicher Fundierung mit rhetorischer Kunst \u00fcberzeugen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man kann sich trotzdem fragen, warum Freud f\u00fcr den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen wurde, wo eine Kandidatur f\u00fcr den Nobelpreis f\u00fcr Medizin doch einleuchtender gewesen w\u00e4re. Das lag daran, da\u00df sich das Nobelkomitee f\u00fcr Physiologie oder\u00a0 Medizin am Karolinischen Institut an Freuds Nominierung immer uninteressiert gezeigt hatte. Die Psychoanalytikerin Marie Bonaparte (Urenkelin Lucien Bonapartes, des Bruders von Napol\u00e9on Bonaparte, und Gattin Prinz Georgs von Griechenland und D\u00e4nemark) war Mitte der 1930er Jahre besonders aktiv beim Versuch, Freuds Kandidatur f\u00fcr den Nobelpreis sowohl f\u00fcr Medizin als auch f\u00fcr Literatur voranzutreiben. Sie trug wohl auch zu Romain Rollands Brief an die Schwedische Akademie bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr den Medizin-Nobelpreis wurde Freud zum ersten Mal 1915 nominiert. 1917 bis 1920 wurde er jedes Jahr vom Nobelpreistr\u00e4ger Robert B\u00e1r\u00e1ny vorgeschlagen, einem Arzt aus Wien, der nach seiner Freilassung aus russischer Gefangenschaft 1917 Dozent an der Universit\u00e4t von Uppsala geworden war. Gem\u00e4\u00df Ronald Clarks Darstellung in \u201eFreud: The Man and the Cause\u201c (1980) stand Freud B\u00e1r\u00e1nys Unterst\u00fctzung mit gemischten Gef\u00fchle gegen\u00fcber, denn Freud hatte B\u00e1r\u00e1ny fr\u00fcher als Sch\u00fcler abgewiesen. Freud schrieb, da\u00df ihn am Nobelpreis nur die finanzielle Zuwendung interessiere\u00a0\u2013 und vielleicht der Umstand, mit der Auszeichnung einige seiner Landsleute \u00e4rgern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den Jahren 1927 bis 1938 (dem Jahr vor seinem Tod) wurde Freud von verschiedenen Personen sieben Mal f\u00fcr den Medizin-Nobelpreis nominiert. 1937 wurde er von nicht weniger als 14 Professoren oder Nobel\u00adpreistr\u00e4gern vorgeschlagen. Den Nominierungen folgte aber nicht ein\u00admal eine vollst\u00e4ndige Analyse von Freuds Arbeit. Freud meinte mit der Zeit, dass ein Nobelpreis nicht zu seinem Lebensstil passe. Ungef\u00e4hr ein Jahr vor seinem Tod schrieb er, dass er den Preis ablehnen w\u00fcrde, wenn er ihm aufgrund eines merkw\u00fcrdigen Zufalls verliehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Nobelkomitee f\u00fcr Physiologie oder Medizin am Karolinischen Institut hat mir Einblick in interessante Originaldokumente gew\u00e4hrt:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1929 wurde Henry Marcus, Professor am Karolinischen Institut, vom Nobelkomitee beauftragt, eine vorl\u00e4ufige Bewertung von Freuds Leistungen zu erstellen, um zu entscheiden, ob eine vollst\u00e4ndige Analyse durchgef\u00fchrt werden solle. Marcus verneinte die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung energisch, weil Freuds Arbeiten nicht von nachgewiesenem wissenschaftlichem Wert seien. Nach einer Zusammenfassung der Lehre Freuds res\u00fcmierte Marcus: \u201eWenn man versucht, Freuds psychoanalytische Lehre einer strengen Kritik zu unterziehen, mu\u00df man einr\u00e4umen, da\u00df die Forschung \u00fcber die Bedeutung verdr\u00e4ngter Affekte f\u00fcr die Verursachung nerv\u00f6ser Symptome \u00e4u\u00dferst interessant ist und die Erkenntnisse \u00fcber diese Zust\u00e4nde von den Neurologen fast ausnahmslos anerkannt sind. Dagegen meinen die meisten Forscher\u00a0\u2013 mit Ausnahme von Freuds eigenen Sch\u00fclern, von denen ihm diesbez\u00fcglich allerdings bereits mehrere abtr\u00fcnnig geworden sind\u00a0\u2013 es g\u00e4be keinen Beweis daf\u00fcr, da\u00df die sexuellen Komplexe eine vorrangige Rolle f\u00fcr die Neurosen spie\u00adlen. Vor allem mu\u00df die Annahme der unbewu\u00dften sexuellen Traumen im fr\u00fchen Kindesalter als unbewiesen und vom naturwissenschaftlich denkenden Arzt als hochgradig unwahrscheinlich und befremdlich angesehen werden. Freud st\u00fctzt seine Behauptungen nur auf einige wenige Beispiele. Seine Traumdeutungen k\u00f6nnen darum nur als rein subjektive Erfahrungen und Konstruktionen angesehen werden. So wie sie jetzt vorliegt, ist Freuds ganze psychoanalytische Lehre gr\u00f6\u00dftenteils eine hypothetische Lehre, zu der sich ihre Anh\u00e4nger fanatisch und fast religi\u00f6s bekennen. Ich finde nicht, da\u00df sie einer wirklich wissenschaftlichen Kritik standhalten kann.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Professor Marcus\u2019 scharfsinnige Beurteilung ist heute noch als zusammenfassende Kritik der Psychoanalyse relevant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1933 wurde (auf nur einer Seite) von Professor Viktor Wigert eine weitere vorl\u00e4ufige Bewertung erstellt. Auch er sah eine vollst\u00e4ndige Untersuchung als unn\u00f6tig an. Wigert verzichtete auf eine Zusammenfassung von Freuds Lehrsystem, weil er es f\u00fcr allgemein bekannt hielt. Er meinte, Freuds Betrachtungsweise sei in hohem Grad revolutionierend. Auch w\u00e4ren mehrere \u201eEntdeckungen\u201c Freuds so wichtig f\u00fcr die Psychiatrie, da\u00df ein Nobelpreis sicherlich in Frage kommen k\u00f6nne. Das Problem sei jedoch, da\u00df Freuds Lehren immer noch unbewiesen seien\u00a0\u2013 die Verleihung eines Nobelpreises setze aber voraus, dass die zu belohnende Entdeckung v\u00f6llig gesichert sei. Wigert betonte, da\u00df Freuds Betrach\u00adtungsweise von den gr\u00f6\u00dften Autorit\u00e4ten der Psychiatrie sowohl in Schweden (z.\u00a0B. von Bror Gadelius) als auch in anderen L\u00e4ndern \u00e4u\u00dferst scharf kritisiert werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gutachten der Schwedischen Akademie und des Nobelkomitees sind heute noch genauso stichhaltig wie damals. Die seri\u00f6se Kritik der Psychoanalyse hat erst in den letzten Jahrzehnten ihre volle Wirkung entfaltet. Gleich erstaunt wie \u00fcber die tats\u00e4chliche Existenz der Akropolis w\u00e4re Freud wohl gewesen, wenn sich seine Gedankenkonstruktionen als etwas anderes als ein Glasperlenspiel erwiesen h\u00e4tten. Freud kann am ehesten als fr\u00fcher \u201ePostmodernist\u201c angesehen werden, der sich seine eigene Wirklichkeit frei erschuf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>Mein Dank geht an die Schwedische Akademie und an das Nobelkomitee f\u00fcr Medizin oder\u00a0 Physiologie am Karolinischen Institut, Stockholm, f\u00fcr den Zugang zu Originaldokumenten.<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nils Wiklund, Stockholm<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>***<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":57,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions\/57"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}