{"id":64,"date":"2012-04-17T09:43:14","date_gmt":"2012-04-17T09:43:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/?p=64"},"modified":"2012-04-17T09:43:14","modified_gmt":"2012-04-17T09:43:14","slug":"psychoanalytische-mythologie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/psychoanalytische-mythologie\/","title":{"rendered":"Psychoanalytische Mythologie"},"content":{"rendered":"<h1>\u00a0Allen Esterson, London<\/h1>\n<div>\n<h1 align=\"center\">Psychoanalytische Mythologie<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach den traditionellen Berichten erz\u00e4hlten Freud die meisten seiner weiblichen Patienten in den 1890er Jahren, sie seien in fr\u00fcher Kindheit mi\u00dfbraucht worden meist von ihrem Vater. Wie diese Geschichte nun weitergeht,\u00a0h\u00e4ngt davon ab, ob sie bei dieser \u00fcberkommenen Weise blieb oder zu der revidierten Version wechselte, die von Jeffrey Masson popularisiert und von vielen Feministen\u00a0bereitwillig aufgegriffen wurde. In der orthodoxen Version wird uns gesagt, Freud habe innerhalb kurzer Zeit realisiert, da\u00df viele der Berichte, die er zu h\u00f6ren bekam, nicht authentisch waren, da\u00df die Damen phantasierten und dies zu seiner epochemachenden Entdeckung kindlicher, inzestu\u00f6ser Phantasien f\u00fchrte (dem Oedipuskomplex). Nach der Version der Feministen war es jedoch die harte Opposition der aufgebrachten Kollegen gegen die von Freud behaupteten verbreiteten \u00dcbergriffe, die ihn veranla\u00dfte, die Theorie aufzugeben. Vordem ein einf\u00fchlsamer Zuh\u00f6rer, habe er jetzt die Frauen verraten, die den Mut hatten, ihm ihre schrecklichen Mi\u00dfbrauchserlebnisse mitzuteilen.<\/p>\n<p>Welcher Version Sie nun folgen wollen, geben sie beide dramatische Geschichten ab, die beide auch ihre fest \u00fcberzeugten Anh\u00e4nger haben. Die grundlegenden Elemente sind die gleichen. Ihre Ausdeutung jedoch ist grundverschieden. Ich habe den Verdacht, da\u00df die meisten Menschen sich hier auf ihr Bauchgef\u00fchl verlassen und zu Masson stehen, auf Unterdr\u00fcckung der Wahrheit setzen bez\u00fcglich damals verbreiteter sexueller \u00dcbergriffe auf M\u00e4dchen. Es ist aber Zeit f\u00fcr eine Realit\u00e4tspr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Die Artikel, die Freud in den 1890ern publizierte wie auch seine Korrespondenz mit seinem Intimus (dem Berliner HNO-Arzt) Wilhelm Flie\u00df, erz\u00e4hlen eine ganz andere Geschichte. Um es kurz zu fassen, sagten Freuds Patientinnen ihm damals (etwa Mitte des Jahrzehnts) <em> keineswegs<\/em>, sie seien in ihrer fr\u00fchen Kindheit sexuell mi\u00dfbraucht worden. Im Gegensatz zu dem, was Freuds sp\u00e4tere Berichte behaupten, &#8222;<em>versicherten<\/em>&#8220; sie ihn, als er sich seine Benhandlungsnotizen machte, bez\u00fcglich der von ihm vorgefa\u00dften, im Kindesalter angeblich erlittenen sexuellen Traumen ganz \u201e<em>entschieden ihres Unglaubens<\/em>\u201c<em> <\/em>(GW-I:441).<\/p>\n<p>Die wesentlichen Z\u00fcge dieser Episode k\u00f6nnen folgenderma\u00dfen gezeichnet werden. W\u00e4hrend der fr\u00fchen 1890er\u00a0war Freud \u00fcberzeugt, da\u00df den Symptomen der von ihm als hysterisch diagnostizierten Patienten verdr\u00e4ngte Erinnerungen an sexuelle Vorstellungen oder Erfahrungen zugrunde l\u00e4gen &#8211; nicht unbedingt aber solche aus der Kindheit.<a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftn1\">[1]<\/a> Im Oktober 1895 entflammte er in spekulativer Vorstellung an einer Theorie, die seiner \u00dcberzeugung nach ein f\u00fcr alle Male jetzt das Problem der Ursache der Psychoneurosen l\u00f6ste. Hysterische Symptome w\u00fcrden ausnahmslos durch unbewu\u00dfte Erinnerungen an sexuelle \u00dcbergriffe in der Kindheit verursacht.<\/p>\n<p>Seine neu entwickelte analytischen Technik zur Aufdeckung unbewu\u00dfter Ideen seiner Patient\/inn\/en n\u00fctzend, machte sich Freud sofort daran<strong> <\/strong>zu zeigen, da\u00df er recht hatte. Obwohl er von irgendwelchen F\u00e4llen aufgedeckter kindlicher Mi\u00dfbr\u00e4uche zuvor nichts hatte verlauten lassen, stellte er nach der (vertraulichen) Mitteilung seiner neuen Theorie an Flie\u00df innerhalb von vier Monaten zwei Artikel fertig, in denen er behauptete, er habe die Symptome von jeder, jedem von 13 hysterischen Patient\/inn\/en sowie einigen Zwangskranken auf infantile Erfahrungen sexuellen Mi\u00dfbrauchs \u201e<em>zur\u00fcckverfolgen<\/em>\u201c k\u00f6nnen. Einige Monate sp\u00e4ter hielt er einen Vortrag \u201e<em>Zur \u00c4tiologie der Hysterie<\/em>\u201c, in dem er eine erweiterte Darlegung seiner Theorie abgab und behauptete, sie sei bei 18 als hysterisch diagnostizierten Patien\/inn\/en best\u00e4tigt worden.<\/p>\n<p>Wie gelang es Freud bei allen seinen Patient\/inn\/en in so kurzer Zeit zu tief verdr\u00e4ngten Erfahrungen dieser Art Zugang zu finden? Obwohl er behauptete, er habe die Patienten dazu gebracht, ihre infantilen Erfahrungen zu \u201e<em>reproduzieren<\/em>\u201c (was er mit \u201e<em>Reproduktionen<\/em>\u201c meinte, steht einem breiten Spektrum von Interpretationen offen), ist klar, da\u00df er zu seinen Befunden durch ein Decodieren ihrer Symptome und die analytische Deutung der Ideen gelangte, die sie unter der \u201e<em>Druck-Prozedur<\/em>\u201c\u00a0\u00e4u\u00dferten, welche er zu jener Zeit anwandte. Er erkl\u00e4rte, da\u00df die Symptome\u00a0 mit dem \u201e<em>Empfindungsinhalt<strong> <\/strong>der Infantilszenen<\/em>\u201c<strong> <\/strong>sexueller Mi\u00dfbr\u00e4uche (GW-I: 451) korrespondierten, die er als zugrundeliegend erschlossen habe. Sein analytisches Vorgehen, so schrieb er, sei analog zu dem eines Gerichtsmediziners, der zur Ursache einer Verletzung vordringen k\u00f6nne, \u201e<em>selbst wenn er auf die Mitteilung des Verletzten verzichten mu\u00df<\/em>\u201c (GW-I:426).<\/p>\n<p>Als Beispiel f\u00fchrt er eine Patientin an, die an einem Gesichtstic und einem Mundekzem litt. Aus diesem Symptomen schlo\u00df Freud analytisch, da\u00df sie in ihrer Kindheit (von ihrem Vater) gezwungen worden war, Fellatio an ihm zu begehen (an seinem Glied zu lutschen). \u201e<em>Als ich ihr die Aufkl\u00e4rung entgegenschleuderte<\/em>\u201c und sie (nach R\u00fccksprache mit ihm) \u201e<em>heftigstes Str\u00e4uben<\/em>\u201c zeigte, habe er ihr, wenn sie ihren Skeptizismus beibehielte, \u201e<em>das Wegschicken angedroht<\/em>\u201c (\u201e<em>habemus papam!<\/em>\u201c, in etwa: \u201e<em>da haben wir den Vater!<\/em>\u201c, schrieb er h\u00f6hnisch-triumphierend am 3.1.1897 an Flie\u00df). Eine Zur\u00fcckweisung seiner Schlu\u00dffolgerungen war f\u00fcr Freud Beweis eines (neurotischen) \u201e<em>Widerstands<\/em>\u201c des Patienten. Sie lieferte ihm die weitere Best\u00e4tigung, da\u00df seine analytischen Rekonstruktionen zutreffend waren.<\/p>\n<p>Innerhalb von zwei Jahren, nachdem er seine L\u00f6sung der \u00c4tiologie der Neurosen \u00f6ffentlich verk\u00fcndet hatte, verlor Freud den Glauben an sie. Aber anstatt, da\u00df dies ihn zur Frage nach der Verl\u00e4\u00dflichkeit seiner neu entwickelten Technik der Rekonstruktion unbewu\u00dfter Erinnerungen gef\u00fchrt h\u00e4tte, suchte er jetzt, seine behaupteten Entdeckungen als unbewu\u00dfte Phantasien seiner Patient\/inn\/en zu erkl\u00e4ren. Das n\u00f6tigte ihn zu manch nachtr\u00e4glicher Berichtigung der urspr\u00fcnglichen Behauptungen, um seiner neuen Theorie auch nur die geringste Plausibilit\u00e4t zu verschaffen. Tats\u00e4chlich lief die Geschichte \u00fcber eine Reihe von Zwischenstationen, bis sie endlich bei der bekannten Version der \u201e<em>Neuen Vorlesungen zu Einf\u00fchrung in die Psychoanalyse<\/em>\u201c (1933) landete: \u201e<em>In der Zeit, in der das Hauptinteresse auf die Entdeckung sexueller Kindheitstraumen gerichtet war, erz\u00e4hlten mir fast alle meine weiblichen Patienten, da\u00df sie vom Vater verf\u00fchrt worden waren<\/em>\u201c (GW-XV:128f).<a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftn2\">[2]<\/a> \u00dcbrigens fiel es anscheinend noch niemandem als merkw\u00fcrdig auf, da\u00df es nur diese kurze Periode war (1895-98), in der \u201e<em>fast alle<\/em>\u201c Patientinnen Freuds ihm von sexuellen Mi\u00dfbr\u00e4uchen in der fr\u00fchen Kindheit berichtet haben sollen.<\/p>\n<p>Es ist wichtig sich bewu\u00dft zu werden, da\u00df die traditionellen Berichte keine Vorstellung davon vermitteln, da\u00df die angeblichen \u201ePhantasien\u201c <em>unbewu\u00dfte <\/em>Ideen oder Erinnerungen des Patienten sind, die Freud glaubte mit seiner analytischen Technik der Deutung aufgedeckt (d.h. rekonstruiert) zu haben. (Freuds Gebrauch des Wortes \u201ePhantasie\u201c wird von James Strachey in der (englischen) Hogarth <em>Standard Edition <\/em>als \u201e<em>phantasy<\/em>\u201c \u00fcbersetzt, sonst in der Literatur \u00fcblicherweise aber als \u201e<em>fantasy<\/em>\u201c, was Lesern den falschen Eindruck vermittelt, Freud h\u00e4tte allgemein von <em>bewu\u00dften <\/em>Ideen seiner Patient\/inn\/en gesprochen).<\/p>\n<p>Es gibt bei Freuds nachtr\u00e4glichen Berichten \u00fcber die Episode eine betr\u00e4chtliche Zahl von Ungereimtheiten, zu viele, um sie alle hier abzuhandeln. Eine davon ist, da\u00df er urspr\u00fcnglich behauptet hatte, die \u201e<em>kindlichen Traumen<\/em>\u201c, die er aufgedeckt hatte, k\u00f6nnten \u201e<em>s\u00e4mtlich<\/em>\u201c als \u201e<em>schwere sexuelle Sch\u00e4digungen<\/em>\u201c beschrieben werden.<a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftn3\">[3]<\/a> Wie sich angebliche \u201e<em>Erinnerungen<\/em>\u201c an Erfahrungen, die nach seiner Beschreibung brutal, \u201e<em>gelegentlich geradezu abscheulich<\/em>\u201c waren, plausibel als unbewu\u00dfte \u201e<em>Verf\u00fchrungsphantasien<\/em>\u201c erweisen k\u00f6nnen, die im \u00fcbrigen (nach seiner ersten Erkl\u00e4rung) gar den Zweck verfolgten, st\u00f6rende Erinnerungen an kindliche Masturbation abzuwehren, dazu unternahm Freud keinen Erkl\u00e4rungsversuch. Die gleichen Vorbehalte stehen auch seiner sp\u00e4teren Version entgegen, die angeblichen \u201e<em>Verf\u00fchrungsphantasien<\/em>\u201c seien Projektionen der \u00f6dipalen W\u00fcnsche seiner Patienten. In keinem Fall konnte Freud je wissen, ob seine analytischen Rekonstruktionen verdr\u00e4ngte Erinnerungen wirklicher Ereignisse oder unbewu\u00dfte Phantasien seiner Patienten &#8211; oder, was der Realit\u00e4t wohl am n\u00e4chsten kommt, imaginative Szenarien darstellten, die seinem eignen Gehirn entsprangen.<\/p>\n<p>Wenig bekannt ist, da\u00df Freud 1896 behauptete, f\u00fcr jeden seiner sechs Zwangspatienten verdr\u00e4ngte Erinnerungen nicht nur von <em>passiv <\/em>erlittenen sexuellen Mi\u00dfbrauchsszenen aufgedeckt zu haben, sondern auch &#8211; in einem nur wenig h\u00f6heren Alter &#8211; von <em>aktiven <\/em>sexuellen Erfahrungen. Nie wurde etwas von diesen bemerkenswerten \u201eklinischen Entdeckungen\u201c wieder geh\u00f6rt. Freud machte keinen Versuch zu erkl\u00e4ren, wie seine sp\u00e4tere Theorie der \u201eunbewu\u00dfte Phantasien\u201c (des \u00d6dipus-Komplexes) dazu passen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Obige Argumente widersprechen gewi\u00df der \u00fcberkommenen Geschichte der Psychoanalyse ebenso wie der Version von Jeffrey Massons, der aber aus anderen Gr\u00fcnden Stichhaltigkeit abgeht. In THE ASSAULT ON TRUTH meinte er, Freuds Motiv f\u00fcr die Aufgabe der Verf\u00fchrungstheorie sei teilweise der Versuch gewesen, sich bei seinen Kollegen, die angeblich \u00fcber seine klinischen Behauptungen emp\u00f6rt waren, wieder einzuschmeicheln. Diese These wird jedoch schon durch die Tatsache durchl\u00f6chert, da\u00df Massons Bericht \u00fcber die Ausgrenzung Freuds durch seine Kollegen g\u00e4nzlich in die Irre geht. Sie wird aber auch dadurch aufgehoben, da\u00df Freud sein Abr\u00fccken von der Verf\u00fchrungstheorie, nachdem er es privat (seinem Intimus Flie\u00df) er\u00f6ffnet hatte, seinen Kollegen sonst sieben Jahre lang verbarg. (Masson behauptete irrt\u00fcmlich,\u00a0 da\u00df \u201e<em>die kritische Periode f\u00fcr Freuds Meinungs\u00e4nderung bez\u00fcglich der Verf\u00fchrungstheorie &#8230; zwischen den Jahren 1900 und 1903<\/em>\u201c lag. Diese vage Datumsangabe schlie\u00dft zwar viel von der L\u00fccke zwischen der Aufgabe der Theorie und Freuds \u00f6ffentlicher Kundgabe seines Sichtwechsels und kommt Massons These entgegen. Freuds Briefe an Flie\u00df zeigen jedoch klar, da\u00df er die Verf\u00fchrungstheorie schon Ende 1898 g\u00e4nzlich aufgegeben hatte).<\/p>\n<p>Da\u00df die tradierte Geschichte der Episode der Verf\u00fchrungstheorie in allen wesentlichen Teilen falsch ist, wurde in j\u00fcngerer Zeit besonders bedeutsam,\u00a0als sie in die Debatte \u00fcber die Verdr\u00e4ngung von Erinnerungen an Kindesmi\u00dfbrauch einbezogen wurde, vermeintlichen Erinnerungen, die einige Jahrzehnte sp\u00e4ter \u201ewieder entdeckt\u201c wurden. Man mu\u00df die historischen Fakten auf die Reihe bekommen haben, bevor Freuds angebliche fr\u00fche klinische Erfahrungen irrt\u00fcmlich zur St\u00fctzung der einen oder anderen Seite angef\u00fchrt werden. Allgemeiner gesagt, stellt, wie es (der amerikanische Philosoph und Freud-Kritiker Prof.) Cioffi ausdr\u00fcckte, ein akkurater Bericht \u00fcber den \u00dcbergang von der Verf\u00fchrungstheorie zu der ihr nachfolgenden\u00a0 Phantasie-(oder: \u00d6dipus-)Theorie alles R\u00e4sonieren in Frage, das\u00a0Freud f\u00fcr den Rest seiner Karriere aufbieten mu\u00dfte, um kindliches Phantasie-Leben und die Inhalte des \u201eUnbewu\u00dften\u201c\u00a0 zu rekonstruieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Cioffi, F. (1998 [1974]). &#8222;Was Freud a liar?&#8220; In <em>Freud and the Question of Pseudoscience<\/em>. Chicago and La Salle: Open Court, pp. 199-204.<br \/>\nEsterson, A. (1993). <em>Seductive Mirage: An Exploration of the Work of Sigmund Freud<\/em>, Chicago: Open Court.<br \/>\nEsterson, A. (1998). &#8222;Jeffrey Masson and Freud\u2019s Seduction Theory: a New Fable Based on Old Myths.&#8220; <em>History of the Human Sciences<\/em>, <em>11 (1)<\/em>, pp. 1-21.<br \/>\nEsterson, A. (2001). &#8222;The Mythologizing of Psychoanalytic History: Deception and Self-deception in Freud\u2019s Accounts of the Seduction Theory Episode.&#8220; <em> History of Psychiatry<\/em>, xii, pp. 329-352.<br \/>\nEsterson, A. (2002). &#8222;The Myth of Freud\u2019s Ostracism by the Medical Community in 1896-1905.&#8220; <em>History of Psychology<\/em>, <em>5 (2)<\/em>, pp. 115-134.<br \/>\nFreud, S. (1953-1974). <em>The Standard Edition of the Complete Psychological Works of Sigmund Freud<\/em>, ed. and trans. by J. Strachey et al. London: Hogarth Press.(deutsch: Gesammelte Werke, Imago, London)<br \/>\nIsra\u00ebls, H. and Schatzman, M. (1993). &#8222;The Seduction Theory.&#8220; <em>History of Psychiatry<\/em>, iv, pp. 23-59.<br \/>\nMasson, J. M. (1984). <em>The Assault on Truth: Freud&#8217;s Suppression of the Seduction Theory<\/em>. New York: Farrar, Straus and Giroux (deutsch: <em>Was hat man dir, du armes Kind, getan? Rowohlt, <\/em>Reinbek, 1984).<br \/>\nMasson, J. M. (ed. and trans.) (1985)<em>. The Complete Letters of Sigmund Freud to Wilhelm Fliess 1887-1904<\/em>. Cambridge, MA: Harvard University Press (deutsch: <em>Sigmund Freud \u2013 Briefe an Flie\u00df 1887-1904<\/em>, S. Fischer, Frankfurt \/M., 1986.<br \/>\nScharnberg, M. (1993). <em>The Non-Authentic Nature of Freud\u2019s Observations:<\/em> <em>Vol. 1.<\/em> <em>The Seduction Theory.<\/em> Uppsala Studies in Education, No 47 and 48. Stockholm: Almqvist &amp; Wiksell International.<br \/>\nSchimek, J.G. (1987). &#8222;Fact and fantasy in the seduction theory: a historical review.&#8220; <em>Journal of the American Pyschoanalytic Association<\/em>, <em>35<\/em>, pp. 937-965.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\">(die originale englische Version auf <a href=\"http:\/\/www.butterfliesandwheels.com\/articleprint.php?num=10\"> www.butterfliesandwheels.com\/articleprint.php?num=10<\/a> <\/span>\u00dcbersetzung und Bearbeitung F. Weinberger, M. Scharnberg, im INFC-Netz seit 22.12.2007)<\/p><\/blockquote>\n<p>Allen Esterson ist ein seit vielen Jahren bekannter, ausgewiesener Freud-Forscher, ein minuti\u00f6ser Kenner Freud&#8217;scher Aussagen, Autor u.a. des Buches SEDUCTIVE MIRAGE.<\/p>\n<div>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<blockquote>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftnref1\"> [1]<\/a> Nach Ernest Jones schrieb Freud den letzten Abschnitt seiner Studien \u00fcber Hysterie im M\u00e4rz 1895. Hier erkl\u00e4rt er u.a. seine &#8222;<em>Druck-Prozedur<\/em>&#8222;: \u201e&#8230;<em>Ich teile dem Kranken mit, da\u00df ich im n\u00e4chsten Momente einen Druck auf seine Stirne aus\u00fcben werde, versichere ihm, da\u00df er w\u00e4hrend diesen ganzen Druckes eine Erinnerung als Bild vor sich sehen oder als Einfall in Gedanken haben werde, und verpflichte ihn dazu, dieses Bild oder diesen\u00a0 Einfall mir mitzuteilen, was immer das sein m\u00f6ge<\/em>.\u201c (GW-I:270). Nirgends steht hier etwas davon, da\u00df bei diesen<em> &#8222;Bildern&#8220; oder <\/em>&#8222;<em>Einf\u00e4llen<\/em>&#8220; sexuelle Erfahrungen <em>vor <\/em>dem Schulalter aufsteigen w\u00fcrden.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftnref2\"> [2]<\/a>\u00a0 Zu der Zeit, da Freud die (angeblichen) fr\u00fchkindlichen Verf\u00fchrungen feststellte, klang es bei ihm noch anders: \u00a0\u201e<em>Unter den Personen, welche sich eines solchen folgenschweren Abusus schuldig machten, stehen obenan Kinderfrauen, Gouvernanten und andere Dienstboten, denen man allzu sorglos die Kinder \u00fcberl\u00e4st, ferner sind in bedauerlicher H\u00e4ufigkeit lehrende Personen vertreten; in sieben von jenen dreizehn F\u00e4llen handelte es sich aber auch um schuldlose kindliche Attent\u00e4ter, meist Br\u00fcder, die mit ihren um wenig j\u00fcngeren Schwestern Jahre hindurch sexuelle Beziehungen unterhalten hatten<\/em>.\u201c (GW-I: 381-382)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"..\/..\/infc\/de\/allen_esterson.htm#_ftnref3\"> [3]<\/a> <em>&#8222;Meine dreizehn F\u00e4lle von Hysterie waren durchwegs von schwerer Art, alle mit vielj\u00e4hriger Krankheitsdauer, einige nach l\u00e4ngerer und erfolgloser Anstalts\u00adbehandlung. Die Kindertraume<strong>n<\/strong>, welche die Analyse f\u00fcr diese schwe\u00adren F\u00e4lle aufdeckte, mu\u00dften s\u00e4mtliche als schwere sexuelle Sch\u00e4digungen bezeichnet werden; gelegentlich waren es geradezu abscheuliche Dinge<\/em>.\u201c (GW-I:381)<\/p>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>***<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64\/revisions\/65"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.psychiatrie-und-ethik.de\/wpinfcde\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}