Aktuelles

In der vorliegenden Rubrik stehen kürzere Mitteilungen zu aktuellen Ereig­nissen und Feststellungen, die zwischen den seltener, ein- oder  halbjährlich erscheinenden Rundbriefen an­fallen. Diese Kurzmitteilungen werden  vom Zeitablauf meist bald abgelöst. Was von ihnen langfristig festgehalten zu wer­den verdient, wandert dann zusammengefaßt in den näch­sten Rundbrief. So war es auch mit dem im Juli erschienenen Rundbrief 1/17. Die jüngsten Einträge in dieser Rubrik werden  im Folgenden rot markiert.

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Psycho-Politik

Daß die Meinungen auf dem politisch kontrovers besetzten „Psycho-Gebiet“ aus­ein­ander gehen, versteht sich. Eine „einseitig antiana­lyti­sche und primitiv anti­kommunistische Sicht auf die Welt“ erkannte kürzlich ein Psychiater-Kollege in Saalfeld an mir. Viel im Netz schreibend, mag der Mann alle erfreuen, denen wir schon auf die Zehen treten mußten. Da sich nur we­ni­ge Men­schen um das Unrecht küm­mern, das andere trifft, ist man an sich für jeden froh, der sich da gar fachkundig ein­bringt. Daß dann oft auch die weni­gen Anteilnehmenden mehr ge­gen einan­der als für die Betroffenen streiten, scheint allmählich dazuzugehören. Auch Mollaths Verteidiger Dr. Strate, ein alter Maoist, jetzt be­kennender 68er, hatte für uns, deren Begutachtung den Fall erst ins Rollen brachte, nichts als Abwertungen übrig, Mollath dafür das Nach­se­hen. Für Opfer des Psychiatrie­mißbrauchs verwandten wir uns über 40 Jahre ohne Ansehen ihrer po­li­tischen Orientierung.

So sehr Marx und Freud in der 68er Ideologie zusammenflossen und so gemeinsam die „gei­sti­ge Luft­ho­heit“ im Land erlangten, kommt sie heute doch ein we­­nig in die  Kritik. Über Jahr­zehnte war die „Frankfurter Schule“ bei den Alt­parteien sakro­sankt. Neu hinterfragt sie jetzt die AfD. Nur den An­teil Freuds an der Kul­turrevolution klammert auch sie aus.

Von einer Ver­sammlun­g ihres „Bundesfachausschusses Gesundheit“ teilte uns einer seiner Spre­cher kürzlich mit, er habe dort „in Einzelgesprächen auf die Problematik der Begut­achtungen in der Psy­ch­ia­trie aufmerksam gemacht. Wie abzusehen war, ist (war) das In­ter­esse ge­dämpft, da die Mei­­nungen dahingehend waren, es handele sich nur um eine Rander­schei­nung. In der Mehr­­zahl läuft es ja gut (ist ja auch wenig in der Öffentlichkeit)…“, was an psy­chiatrisch–(tiefen-)psy­cho­lo­gisch „be­grün­de­ten“ Zwangsinternierungen, Kindsentziehungen, Exi­stenz­­­ver­nich­tun­gen und Enteignungen im Land so läuft. Gerade bei Kindesentziehungen wirken sich, wie bei Begut­ach­tun­gen wie­der­­­holt an­ge­trof­fen, Freudsche Positionen besonders übel aus, von ihrer Rolle bei der Unterminierung der Gesellschaft einmal abgesehen.

Das dominierende Thema der AfD ist verständlicherweise die Massenzuwanderung, fraglos heute die große Herausforderung für das Land. Selbst hier aber spielt Freud herein – wie es für die USA u.a. der amerikanische Psycho­loge Kevin MacDonald in seinem Buch Die Kultur der Kritik (2013) aufzeigt (Rezen­sion von Andreas Knöppler bei Amazon). Es interessieren sich für die Hin­ter­grün­de der dra­ma­tisch­sten Ent­wicklungen im Land aber nur wenige. Auch die al­ter­nativen Me­dien, die es zum Glück doch immer noch gibt – eine Über­sicht unter http://www.prabelsblog.de/2017/11/die-hitparade-der-liberalkonservativen-blogs/ –, ver­­­schwei­­­gen, was das ganze Getriebe im Inner­sten zusammenhält.

Die Medien im Westen ha­ben Freud seit ’45 gepusht. Mit der Psych­iatrie-En­quête (1975) und der Unterstützung der Ärzteschaft ha­ben ihn die Alt­­par­teien hierzulande etabliert. Vor allem in englisch­sprachigen Län­dern wurde er dann aber, so klug er auch war, als Lüg­ner und Be­trü­ger ausgewiesen. Nur nimmt hier­zu­lande kaum je­mand davon Kenntnis. So läuft die Um­set­zung seiner und ähnlicher Konzepte halt weiter. Zum Glück ist gegen sie gutachtlich zu­mindest in familien­recht­lichen Fällen mitunter noch aufzukommen.
25.11.2017

Weil hinter realen Mißbrauchsfällen des Fachs, mit denen wir wie in den Fällen Mollath, Kuwalewski etc. zu tun bekamen, immer wieder direkt oder indirekt die wissenschaftliche Unredlichkeit im Psycho-Vorgehen gegen sie, ja schon in den theoretischen Grundlagen wie etwa der Psycho­analyse hervortrat, mußten wir uns ihr näher widmen. Von ihren Anfängen an, vermehrt von Forschern gar in englischsprachi­gen Ländern seit den 1970ern wurde Freuds Flunkern aufgezeigt, zuletzt (2017) in Frederick Crews‘ neuem Buch The Making of an Illusion. Mit Unterstützung solcher „Freud-Gelehrten“ („Freud-scholars“), auch jüdischer, kam es zur Bildung unseres Internationalen Netzwerks der Freud-Kritiker (INFC). Die Unterstützung versickerte bald. Und die etablierten Parteien, voran die Ärzteschaft unterstützten den Schwindel so zäh, daß er bestens weiter gedieh mit all den letztlich von ihm getriggerten Mißbrauchsfällen.

Dazu ermöglichten, ja forcierten besagte  Parteien jetzt die unkontrollierte, illegale Massenzuwanderung. Gegen sie kam zwar Widerstand auf. Da die AfD in die Etablierung Freuds mit der Psychiatriereform von 1975 nicht involviert ist – Gnade der späten Geburt! -, näherten sich ihr einzelne von uns son­­­die­rend an (s.o.). Es stellte sich aber rasch heraus, daß auch sie mit unserem „Psycho-Thema“ rein gar nichts zu tun haben will. Wir wiesen oben schon auf das Buch Die Kultur der Kritik von Kevin MacDonald, eines Psychologie-Professors an der California State University Long Beach [1]. Nüchtern legt er dar, daß wie die Psychoanalyse auch die Durchmischung nichtjü­discher Be­völ­kerungen zum Eingemach­ten zeitüberdauernder jüdischer Polit-Strate­gie gehört. Eini­ge nennen das Buch antisemitisch, was es nicht ist. Es legt einige der Bedingungen für das politische Geschehen in den letzten hundert Jahren dar. Was tendenziös, wissenschaftlich oder un­wissenschaft­lich ist, wird wie Glaubensfragen in überwunden geglaubten Zeiten weithin machtpolitisch entschieden, gerade in den „Gesellschaftswissenschaften“.

Auch die AfD spricht das 68er System (vorerst?) nur in Teilen an, drängt es im Bundestag gleichwohl bereits mit Bravour zurück (vgl. die Reden von J. Cotar und B. von Storch). Was es hauptsächlich trägt und in ihm wirkt, der Freudismus, gerät derweil anderswo unter Druck, in Amerika etwa mit  o.g. neuem Buch von Frederick Crews.

Den Auswirkungen der 68er im Fach, seinen Mißbräuchen, werden wir vorerst alleine gegenüberstehen, in Einzelfällen aber wohl weiter gegen sie aufkommen. 

Dr. F. Weinberger, GEP                                                              14.12.2017

[1] MacDonalds Buch, 1998 auf Englisch erschienen, auf Deutsch 2013, trägt den Untertitel Eine evolutionäre Analyse jüdischer Einflüsse auf intellektuelle und politische Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Ethnische Hintergründe werden heute ja in aller Regel abgedeckt. MacDonalds Buch könnte durch seine Offenheit der weiteren Normalisierung der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden dienen.

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Seit 27.7.2017 im Netz:

Die immer maßloser werdende Arroganz der Macht der Allparteien-Koalition im Bundestag hat in den letzten zwei Sitzungswochen vor Ende der Legislaturperiode zu einer erheblichen Demontage des Grundgesetzes geführt“ (Vera Lengsfeld). Mit der Einführung eines „Staats­trojaners“, dem Maas’schen NetzDG (Netzwerk­durchsetzungsgesetz, Netz­­werkdurch­suchungsgesetz nach Lengs­­feld) und anderen flinken, linken Überholmanövern bis zur „Ehe-für-alle“ (Schwu­­len und Lesben) haben die Alt-Parteien, voran die ehem. FDJ-Se­kretärin für Agitation und Propaganda, jetzt wohl den Schlußak­kord zur Auf­lösung der überkommenen Rechts- und Werteordnung in Deutsch­land ge­setzt.

Mit un­se­rem langjährigen Widerstand gegen den GroKo-Kurs auf dem „kleinen“ seelen­heil­kund­li­chen Ge­biet faßten wir gewiß nur den kleinsten Zip­fel dieser Arroganz, aber einen für viele doch we­sent­li­chen. Einzelfälle „psycho-justizieller“ Mißgriffe bewegen immer wieder die Öf­fent­lich­keit. Unweigerlich warfen sie die Frage nach Fehlern im System der beteiligten Dis­ziplinen auf. Gegen deren arrogante Widerstände bedürfen sie, Einzelfälle und System, breiter politischer Auf­merksamkeit, finden diese freilich nur schwer, weil alle politischen Lager von den alten Sowjets bis hin zu heutigen GroKo-Politikern an einer mißbrauchbaren, krummen Psych­iatrie inter­essiert sind. Können sie mit ihr doch ihre Gegner billig ausschalten, u.a. sie etwa als „Verschwörrungstheoretiker“ dis­kre­di­tie­ren. So konnten wir in Einzelfällen Psych­iatriemißbräuchen abhelfen – am be­kanntesten immer noch der Fall Mollath -, dem fort­be­stehenden System des Mißbrauchs aber nicht. Im Wahl­kampf wird sich hier auch niemand engagieren. Das Thema gerade des Mißbrauchs­systems ist ja von den Medien über Jahrzehnte nie aufbereitet worden.

Kürzlich nahm ich an einer Veranstaltung der AfD teil, in der ich den Referenten, den be­kannten Publizisten Jürgen Elsässer, auf die Sache hinwies. Im­merhin lehnt die AfD den Un­fug des Gender-Main­streamings ab, das aus der Psychoanalyse Wilhelm Reichs rührt. In der Ver­samm­lung kam die Korrum­pie­rung des Rechts­­staats durch die 68er Kulturrevolution zur Sprache. Daß sie, de facto der Freud-Marxismus, in Deutsch­land dadurch die Oberhand ge­wan­n, daß Freud, ob­wohl international von vielen Gelehrten als Schwindler ausgewiesen (s. http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpinfcde/freud-kritik-und-anti­semitismus/), nir­gends hin­ter­fragt, ja von der Deutschen Ärzteschaft gar sanktioniert, mit dem Zusatztitel „Psychoanalyse“  festgezurrt worden ist, stieß nirgends auf. Die Ge­schichte der Grü­nen breitete Elsässer in seinem COMPACT kürzlich schön aus. Von den Ur­sprüngen der 68er bei Freud will er dennoch nichts wissen.

Unsere Medien, nach ’45 direkt und indirekt aus „Li­zenz-Presse“ hervor­ge­gan­gen, schwei­gen tot, was das Volk nicht wissen soll. Neue Informationsträger wie neue Parteien kommen nur hoch, wenn „der Wurm des Establishments“ in sie von vornherein schon mit eingebaut ist (Schill-Partei, „Freie Bür­ger“). So weiß man auch in der AfD, wo angesichts der Mas­sen­im­migration Sorge um Deutschlands Fortbestand herrscht, nicht, daß es selbst in Amerika Psy­cho­ana­ly­tiker im Verbund mit Anthro­po­logen wie Franz Boas, Ruth Benedict, Margaret Mead, Herbert Mar­cuse und ähnli­chen Geistern waren, die in den 1960ern die dortigen Einwan­de­rungs­ge­setze liberalisierten und so aus den USA endgültig eine mul­ti­eth­nische Gesellschaft mach­­ten (E. Fuller Torrey FREUDS BETRUG). Just weil sich die aufgesetzte wissen­schaft­­liche Atti­tüde der Psycho­analyse den Linken in der politischen Auseinan­der­setzung bewährte, wird sie, die immer Pseudo-Wissenschaft war, von ihnen geschätzt und auch von den Unions­parteien, u.a. der ehe­maligen FDJ-Se­kre­tärin Merkel, ähnlich aber auch vom ehemals links-radi­ka­len, jetzt rechten Publizisten Elsässer geschützt.

In einer politischen Ecke, bei den La­Roucheanern in Amerika, in Deutschland vertreten durch die „BüSo“ der Frau Zepp-La­Rouche, hat man das politische Wirken der Freudianer, u.a. ihre Pla­nung der Kul­turrevolution im Londoner Tavistock-Institute for Human Re­lations, vor Jah­ren schon re­gistriert. Wohl weil BüSo ihre Thesen mit anderen, schwerer eingängigen Posi­tionen verband, kam sie bei Wahlen über Null-komma-x-Prozente selten hinaus. Auch wo manches gleich gesehen wird, kommt es noch lange nicht zu gleichen Konsequenzen.

So hilfreich die neue vielschichtige Durchmusterung der Freudschen Lehren und ihrer Folgen speziell in anglo-amerikanischen Län­dern ab den 1970ern war, ließ sie doch weit­ge­hend außer Acht, wie massiv Freud auf die aktuelle „See­len­hei­lkunde“, die Psycho­thera­pie UND Psych­ia­trie, einwirkte und sie und die bei ihr hil­fe­suchenden Men­schen be­schä­digte. Just durch die Ver­bin­dung mit der wissenschaftlichen Psych­iatrie haben Freud und mit ihm der Freud-Mar­xis­mus ihre ge­sell­schafts­po­li­tische Durchschlagskraft erfah­ren, kann sich das Establish­ment mit Maas und Merkel jetzt seine Arroganz erlauben.

Nachdem andererseits nicht unentdeckt blieb, wie das Establishment international doch von Lügen, Lügen, Lügen durch­setzt ist – man muß kein Engel sein, um sie wie Trump zu sehen – und nachdem diese ihren Ur­sprung just im Psycho-Feld haben und die Erkenntnis im mäch­tigsten Land der Welt nun eine mäch­tige Gegensteuerung auslöste, gegen die das (neu-)inke Establishment immer noch vergeblich anrennt, dür­fen wir hoffen, daß, gleich, wie am 24.9.2017 die Wahlen hierzulande ausgehen, 1.) Frieden erhalten bleibt oder einkehrt und 2.) im Psycho-Feld überfällige Kor­rek­­turen durchgesetzt werden. Auch hier, wo die 68er Lüge am frühesten und über Jahrzehnte am frech­sten aufspielte, Heil­kun­de trüb­te, zur Diffamierung Andersdenkender führte, Be­gutachtung und mit ihr den Rechts­staat gefährdete, könnte sie auch immer noch platzen. Manche könnten demnächst so befriedigt noch fest­stellen: Es brauchte so harte Aus­einan­der­set­zungen, bis sich über sie und viele Irrungen hinweg eine redliche, men­schen­­ge­rechte „Seelenheil­kunde“ durch­set­zte.

Von Freudschen Lügen durchwirkt war die 68er Kul­turrevolution von Anfang an. Ihren ge­mischten Aus­wirkungen, der physischen und kulturellen Verfremdung unseres Landes, aber steht, selbst wenn auch sie den Ur­sprung der Verfremdung bei Freud verkennt, die AfD doch ent­gegen. Und das Politische bleibt nie ohne Auswirkungen auch auf das Geschehen in der „Seelen­heil­kunde“.

Klang Ende des letzten Jahrhunderts die aggressive Hochspannung zwischen Ost und West ab, hörten „im Osten“ darüber auch Miß­bräuche der Seelenheilkunde auf, so machten sich in der Politik des Westens bald von der Zerstörung Libyens, Syriens etc. bis intern zu im­mer fragwürdigerem Auf­trump­fen von Rolf Bossis „Halb­­göttern in Schwarz“ (und in Weiß, hier bis zu den immer schlechter versteckten Mißbräuchen der „Reform­psych­iatrie“) îmmer un­ge­zü­gel­tere Ag­gressi­vität und Willkür breit. Über deren Folgen treffen Haß und Lügen­pro­paganda von „oben“ jetzt große Teile des eigenen wider­stän­di­gen Vol­ks. Dabei sind die Lügen fast schon am Platzen, die sich in­ den seelen­heil­kund­li­chen Fä­chern des Westens über Jahrzehnte an­ge­häuft ha­ben. Daß uns aber die nach außen, gegen Rußland ge­richteten Lügen des Estab­lish­ments und mit ihnen ge­schürter Haß erneut an den Rand eines Weltkriegs bringen – Ruß­land jetzt in der Position des Verteidigers -, dem wird das Wahlvolk demnächst vielleicht doch wehren.

27.7.17

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Manch früher schon festgehalte Ausführungen sind es wert,  auf Dauer auf unserer Webseite zu stehen, so die von

Prof. Igor Schafarewitsch, einem russischen Mathematiker und Freund Andrej Sacharows, der in einem Aufruf vom 14.05.1978 gegen die Verhaftung des jüdischen Bürgerrechtlers Alexander Podrabinek und weiter gegen die damals in seinem Land verbreitete Psychiatri­sierung Oppositioneller, gegen ihre Internierung und Behandlung als Geistes­kranke, protestierte – seine Worte standen bereits in unserem Rundbrief 3/78:

Wenn man im Menschen nichts anderes sieht als eine Mischung von sozialen oder biologischen Kräften, dann verlieren die Konzepte von Schuld und Strafe jede Be­deu­­tung, so wie sie bedeutungslos sind, wenn sie gegen eine Maschine angewandt werden. So wie ein kaputter Computer nicht vor Gericht gestellt und nicht bestraft, sondern repariert wird, so ist es notwendig, eine Person zu reparieren, die aufhört nach dem offiziellen Programm zu funktionieren. Für exakt diesen Zweck gibt es psychiatrische Spezialkrankenhäuser.

Diese Schlußfolgerung ist so unausweichlich, daß schon ein Früh-Materialist wie Weitling, ein Vorläufer und Lehrer von Marx, das Bild einer Zukunftsgesellschaft von Freiheit und Harmonie gemalt hat, in der es keine Gerichtsverfahren und keine Prozesse mehr gäbe, in der vielmehr alle von schlechten Leidenschaften Besessenen in Hospitäler gesteckt und die Unheilbaren auf speziellen Insel-Kolonien festgehalten würden. Dies eine typische, von einem schlimmen Phantasten geträumte Utopie. Um wieviel schauriger ist die Utopie, die das reale Leben ge­schaf­fen hat? Im (noch kleinen) Modell zeigt sie uns, was uns in nicht zu ferner Zukunft erwartet.

Eine Kostprobe davon ist gegeben, wenn Psychiater zwangseingewiesenen Patien­ten in offensichtlich aller Ernsthaftigkeit erklären, daß ihre religiösen Glaubens­überzeugungen oder ihre kritischen Haltungen dem Leben gegenüber, ihr Mangel an sozialer Anpassung, wie die Ärzte sagen, ein klares Symptom geistiger Er­kran­kung seien.

Die Weltanschauung, von der solche Ansicht stammt, ist nicht in Rußland geboren – sie wuchs und trieb Blüten auf westlichem Boden. Aus diesem Grund bin ich sicher, daß auch der Westen von der gleichen Gefahr bedroht ist, wenn vielleicht auch in anderer Weise – von der Perfektion der Techniken zur Mani­pulation des Denkens, von der Veränderung des Menschen in ein eindimen­sionales Wesen, das seiner inneren Freiheit beraubt ist…

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5 responses to “Aktuelles”

  1. Martin Leo II

    Lieber Dr. Weinberger, sehr geehrter Professor Dieckhöfer!

    Zunächst wünsch‘ ich Ihnen beiden viel Gesundheit auch zur Fortsetzung Ihrer gesellschaftlich wichtigen Arbeit in der GEP. Ich hoffe Ihre Geduld mit meinen vielen Zusendungen nicht zu überfordern, danke Ihnen beiden jedenfalls herzlich für das Gehör, das Sie mir bisher gewährten. Die allerletzten Zusendungen (Insider-Material!) bitte, lieber Dr. Weinberger unbedingt noch sichten. Ich wünsche und hoffe, daß Gerechtigkeit und ärztliche Verantwortung auf Ihrem Gebiet der Heilkunde doch obsiegen.

    Es war und ist mir eine Ehre, Sie hier und da a bisserl zu unterstützen,
    da Sie angesichts des Schwindens hippokratischer Moral gerade in den seelenheilkundlichen Fächern die wirklich Standhaften waren und sind.
    Ihnen ganz persönlich, Dr. Weinberger, ist anzurechnen, daß Sie die GEP,
    vormals DVPMP, im Geiste Walter von Baeyers (noch neben der Verarztung
    der gewiss anspruchsvollen Klientel am Starnberger See) fortgeführt haben; ich denke Sie haben mehr erreicht, als Sie ahnen; die eingebrachte Lebenszeit und Mühe haben sich schon gelohnt; einigen Ihrer Kollegen ist der A… gewiß mächtig auf Grundeis gegangen, da bin ich mir sicher. Große Arbeit!

    Mit besten Grüßen Martin Leo

  2. Holzleitner Bernhard

    Zu „Aktuelles“ – Protest beim Weltkongreß für Psychiatrie

    Nicht die wichtige und notwendige Psychiatrie ist das Kernproblem, sondern der Macht­missbrauch und die Vetternwirtschaft in den drei Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative sind es. Durch sie wird die Gewaltenteilung ad absurdum geführt.

    Es geht am Problem vorbei und nützt nichts, nur die (forensische) Psychiatrie zu kritisieren. Nur der Protest gegen die Willkür in der Justiz und der Politik im Ganzen kann Abhilfe schaffen.

    Richter und Staatsanwalt, die sich, um zum Ziel zu kommen, den „richtigen“ Psychiater als Auftragnehmer besorgten, waren und sind für den Fall Mollath für verantwortlich, für meinen Fall ähnlich.

    Ich habe mir etliche Fälle, Urteile und Berichte von noch im BKH Straubing inhaftierten Patienten angeschaut und komme immer wieder zum gleichen Schluss: Einmal in den Mühlen der Justiz auf der falschen Seite und man ist verloren.

    Ich hoffe abschließend aber, dass jeder, der Protest erhebt, auf seine Art beiträgt, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und längerfristig damit den Psychiatrie- und Justizskandalen doch abzuhelfen.

    http://www.br.de/mediathek/video/deutsche-justiz-wie-gefaehrdet-ist-unser-recht-100.html

  3. Schaarschmidt, Fritz

    Zum Beitrag mit Foto:
    Protest zum Welt­kongreß für Psych­iatrie in Berlin am 8.10.2017

    Sicher hatte die Protestaktion in Berlin ihre guten Gründe. Es ist aber falsch, ja empörend, Psychiater, pauschal gar, als Mörder zu beschimpfen. Psychiater sind Ärzte, die als Spezia­listen am ehesten unterscheiden können, wer krank ist und Hilfe braucht oder gesund ist und Schutz vor leichtfertiger Verdächtigung braucht. Leider gibt es wie in jedem Berufszweig schwarze Schafe, so auch Mediziner, die vom Rich­ter gewünschte Gutachten erstellen mit schlimmen Folgen. Sie fallen damit zwar manchmal unrühmlich auf, was aber wie im Fall Mollath weder Falsch-Gutachter noch Falsch-Richter weiter berührte…

  4. Paradigma

    Das justizielle Vorgehen gegen Gustl Mollath und jetzt noch gegen seinen Freund Edward Braun
    (zur Übersicht ein Bericht der Mittelbayerischen Zeitung)
    http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/mollath-prozess-zeuge-verurteilt-21705-art1505500.html
    Im WA-Ver­fah­ren gegen Mollath 2014 wurde sein langjähriger Freund Edward Braun vom Regensburger Landgericht als Zeuge in einem vierein­halbstündigen Kreuzverhör am Rand der Un­ter­zuckerung zu einer Beeidigung seiner Aussagen über Mittei­lun­gen gezwungen, die ihm Mollaths Ex-Frau 2002 am Telephon machte, dabei ihm einen regelrechten „Vernich­tungs­plan“ ge­gen ihren Mann eröffnete. Der Zahn­arzt machte sich über die schockierenden telephonische Mit­teilung der Frau u.a. auf einer Schreibtisch­un­ter­lage stich­wort­artige Notizen. Auf sie stützte er sich bei seiner Zeugen­aussage vor dem Landgericht 2014. Auf Veranlassung des Verteidigers Strate wurde er auf sie vereidigt.
    Ihren damals bekundeten Plan setzte die Frau gegen ihren Mann in der Folge rücksichtslos um, indem sie diesen ab 2003 u.a. einer Körper­ver­letzung beschuldigte, wozu sie auch zwei trick­reich erreich­te Atteste beibrachte. Das WA-Gericht hat dabei den of­fen­sichtlichen Masterplan wie auch den Bela­stungs­eifer der Frau wohl wahrge­nommen, nicht aber den Ge­samt­zu­sam­men­hang, in dem das alles ablief. Das WA-Ge­richt aber bela­stete Mollath mit der Körperverletzung ähnlich wie bereits das Tat­gericht (Landgericht Nürn­berg-Fürth) 2006. Dieses steckte Mollath darauf über psy­chia­tri­sche Gut­- oder Schlechtachten ins Irrenhaus.
    In Ansatz ähnliches wiederholte sich im April 2017 im Meineids­prozeß gegen Mollaths Unterstützer Braun:
    Im Verfahren gegen Mollaths Freund Braun am Regens­burger Amtsgericht spielte die inhaltliche Richtigkeit seiner be­ei­dig­ten Aussage von 2014 nur eine untergeordnete Rolle. Man stürzte sich auf eine Schwach­­stelle in sei­ner Dokumentation der Aus­sagen der Ex-Frau von 2002 und dies war ein willkommener Anlass Herrn Braun wegen eines Meineids anzuklagen. Das Ge­richt hielt sein Zeugnis von 2014 jetzt zwar für „möglicher­wei­se“ zutreffend, befand aber die Verfär­bung der Kugelschreibertinte sei­ner Notiz auf der Schreib­­tisch­un­ter­lage nicht zum an­ge­ge­benen Datum der Ein­tra­­gung pas­send. We­gen Mein­eids verur­teil­te es so den Freund, der auf­op­fe­rungsvoll Mol­lath aus sie­ben­ein­halb­jähriger Frei­heits­­berau­bung herausgeholt hat und ihm seitdem weiter Schutz gewährt.
    Das Amtsgericht Regensburg beurteilte Brauns Aussage über die telefonisch vorgebrachten Drohungen der Ex-Frau, die das Landgericht Regensburg 2014 noch strikt verworfen hatte, jetzt also als mög­li­cherweise stimmig. Nur der lo­gischen Schluß­fol­ge­­­rung, dass der Ma­ster­­plan der Ex-Frau tatsächlich skrupellos um­­­­­ge­setzt und schon von da­­her in seiner Stimmigkeit be­stätigt wor­den ist, entzog sich das Gericht auch jetzt.
    Das Urteil gegen ihn wirkt wie ein Nachschlag des Systems zum Fall Mollath, wie ein Racheakt dafür, daß dieser und sein Freund Braun die bayerische Justiz so bloßge­stellt haben.
    Wie der Ministerialrat a.D. Wilhelm Schlötterer in seinem Buch „Macht und Mißbrauch“ akribisch beschrieb, handelt es sich bei dem Fall Mollath um einen politischen Fall, bei dem der Rechts­staat erbärmlich versagt hat. Dies erklärt all die Fragwür­dig­keiten, die ihm juristisch bis heute nachge­schoben wurden.

  5. Klaus Schlagmann

    Zum Gender-Thema:

    Als ich mit beginnender Studentenzeit in den frühen 80er Jahren erste Erfahrungen mit Partnerschaften machte, traten mir selbstbewusste junge Frauen gegenüber, die – für mich selbstverständlich – respektvolle Behandlung erwarteten. Eine Kopie des Rollenvorbilds unserer Eltern kam nicht in Frage. Es war nicht schwer, mich z.B. für die Problematik einer vorherrschenden Männersprache zu sensibilisieren. Die Lektüre von „Die Töchter Egalias“ (in diesem Roman der Autorin Gerd Brantenberg wird eine Gesellschaft konsequent so gezeichnet, dass hier die Frauen dominant das gesellschaftliche Leben und die Sprache bestimmen; dass sich am Ende erste zaghafte Versuche zur Gegenwehr von männlicher Seite aus regen, betrachtet man hier als logisch und überfällig) bot eine witzige Möglichkeit zur Einfühlung in die andere Seite. Als junger Vater wollte ich mich dann natürlich auch von Beginn an in die Kinderversorgung einbringen. Freilich musste ich so auch die Frustration erleben, dass ein Säugling schon sehr schnell unterscheiden kann, ob er von Mama oder Papa im Arm gehalten wird: Mama war in etlichen Situationen eindeutig beruhigender. Hier spürte ich sehr unmittelbar die Grenzen der mir damals ideologisch durchaus noch wünschenswert erscheinenden Beliebigkeit.

    Aus meiner Sicht ist dabei übrigens nicht daran zu zweifeln, dass die Unterwerfung frauenrechtlicher Gesellschaften durch patriarchalische Eroberer eine Form der Ur-Unterdrückung der Menschheit darstellt. Die damit einhergehende Entwertung von Frauen hatte und hat geradezu zwangsweise zur Folge, dass immer wieder entsprechend unterdrückte Mütter in ihren Kampf gegen diese unsinnige Einengung und Bevormundung ihre eigenen Kinder als Blitzableiter und Partnerersatz instrumentalisieren. Im Ödipus-Mythos, den ich z.B. in „Ödipus – komplex betrachtet“ eingehend untersucht habe, sehe ich einen Niederschlag dieses wichtigen Menschheits-Themas. Die patriarchalische Norm – Männer sind wichtiger als Frauen – hat Auswirkungen auf die konkrete Familie: Allzu leicht befinden sich in solch einer Gesellschaft die Eltern latent in einem Dauer-Konflikt, in den immer wieder Kinder hineingezogen und geprägt werden. Dass dieses Thema bereits von Marx und Engels analysiert wurde, erscheint mir nur als guter und notwendiger Beitrag zur Aufklärung.

    Dass mit der heutigen Genderisierung eine Zerrüttung von Familien, und damit von Gesellschaften, einhergeht, steht auf einem anderen Blatt und ist mir erst in den letzten Jahren deutlich geworden. In der asiatischen Lehre von Yin und Yang sehe ich ein schönes Modell, das womöglich eine wünschenswerte Entwicklungsrichtung angeben könnte: Zwei Teile, die von der Form her gleich, von der Farbe gegensätzlich sind, jeweils versehen mit dem Keim des anderen. Und nur gemeinsam bilden sie eine runde Sache.

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