Aktuelles

In der vorliegenden Rubrik stehen kürzere Mitteilungen zu aktuellen Ereig­nissen und Feststellungen, die zwischen den seltener, ein- oder  halbjährlich erscheinenden Rundbriefen an­fallen. Diese Kurzmitteilungen werden  vom Zeitablauf meist bald abgelöst. Was von ihnen langfristig festgehalten zu wer­den verdient, wandert dann zusammengefaßt in den näch­sten Rundbrief. Die jüngsten Einträge in dieser Rubrik werden  im Folgenden rot markiert.

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Auf den unten folgenden Bericht zur Jahresversammlung 2018 der GEP ging auf den Verfasser aus dem gegnerischen, gern menschenrechtlich engagiert auftretenden, vielfach linken bis links-radikalen Lager wieder ein wahrer Shitstorm nieder. Es kam vereinzelt aber auch Unterstützung. Besagtem Lager gegenüber tun das „mittige“ wie das rechte Lager in der Regel so, als gingen sie die da behandelten Dinge rein gar nichts an, als reichten sie nicht entfernt an ihre allein wichtigen Themen heran. Andrea Kuwalewsky, deren Fall, wie im Jahresbericht erwähnt, inzwischen eine recht erfreuliche Entwicklung genommen hat, schreibt:

Sehr geehrter Herr Dr. Weinberger, 

nach der Hetze gegen mich und mein Privatleben sind nun Sie und die GEP an der Rei­he! Vielen geht es halt weniger um die Sache als um ihre Selbstdarstellung. Gerade bei der wissenschaftlich korrekten Vorgehensweise, die die GEP auszeichnet, verbietet sich billige Plakatpolemik. Jedem rechtschaffenen Streiter in der Sache muss klar sein, dass in einer wissenschaftlichen Gesellschaft für missverständliche Aktionen, falsche Anspielungen und gar plumpe Verleumdungen kein Raum ist. Die Seriosität, die Sie in der Behandlung meines Fal­les gegen wissenschaft­liche Schaumschläger an den Tag legten, hat gegen deren Polemik gesiegt. Ihre Geradlinigkeit, Wissenschaftlichkeit und Ihr Mut haben in meinem Fall auch mir die Angst vor Staat und Justiz genommen. Ich selber verließ aufgrund von Hetzen gegen Sie einst die GEP, weil ich fürchtete, Ihre wissen­schaftliche Nüchternheit würde gegen die Über­macht der Interessen und Intrigen nicht standhalten. Wir bräu­chten mehr von solch fun­dier­tem Engagement. Wer nur Plakate hoch­hält, hat dies ver­kannt. Der wissenschaftlich-red­lich argumentierenden GEP bleibe ich treu ver­bunden.

 Mit freundlichen Grüßen aus der Pfalz
Andrea Kuwalewsky

GEP-Jahresversammlung 2018 in Nürnberg, 28.4.2018 – Jahresbericht

 Willkommen, liebe Mitglieder, liebe Gäste, die Sie zu unserer Jahresversammlung aus nah und fern angereist sind. Zuerst gebe ich meinen Jahresbericht. In der dann folgenden Diskussion – etwa zwei Stunden  – können einzelne Punkte näher geklärt werden. Hinterfragen Sie meine Aussagen bitte gründlich. Die dann folgende Mitglieder­versammlung ist, wie das Wort sagt, den Mit­gliedern vorbehalten. Alle zusammen treffen wir uns dann zu gemütlichem Beisammensein und privatem Austausch bei sicher gutem Appetit im Bratwurst-Röslein. Ende offen.

Zuerst nun zu den neuen, aktuellen Fällen, dabei zuerst zu Herrn Z. Er ist hier anwesend, ein Freiberufler, Vater von fünf Kin­dern, in meiner weiteren Umgebung wohnhaft. Sie verstehen, daß ich seine Daten abdecke. Er kennt mich durch das TV-Interview im Kulturstudio (RB 2/16,2.9) und suchte so seit einem Jahr öfters das Gespräch mit mir. In seiner großen Ursprungsfamilie kam es kürzlich einmal zu einem heftigen Streit, worüber ein benachbarter, mir bekannter Nervenarzt herbeigerufen wurde. Dieser veranlaßte eine psychiatrische Einweisung! In dem Kuddelmuddel rief Herr Z. mich an. Ich erklärte dem Kollegen am Telephon, daß der Mann doch gewiß nicht psychotisch, nicht gefährlich sei. Es half nichts. Er wurde polizeilich abtransportiert. Am nächsten Vormittag rief mich zum Glück die Ärztin des Bezirkskrankenhauses an, sah durch mich ihren eigenen Eindruck bestätigt und entließ Herrn Z. wieder. Er hatte Glück. Auch in Bayern gibt’s noch Psy­chia­ter/innen mit Augenmaß. Der Fall zeigt freilich, wie rasch hier Scha­den entstehen kann. Um ein Haar wäre der Mann doch für sein Leben beruflich ruiniert gewesen.

Als nächstes zu Frau Welz. Sie verließ im Rosenkrieg 2010 mit ihren Kindern (jetzt 20 und 13) das eheliche, hälftig ihr gehörende Haus im schönen Allgäu. Bald darauf war Scheidung. In der gerichtlichen Aus­­einandersetzung um das Haus mußte sich Frau Welz 2014 von einer Gerichtspsychiaterin untersuchen lassen. Diese verfaßte ein zwei­einhalbseitiges „Gutachten“. Darauf sich stützend, erklärte der Amtsrichter Frau Welz für prozeßunfähig und sprach dem Ex das Haus zu – wenn auch noch nicht endgültig. Auf der Suche nach einem widerständigen Gutachter recherchierte Frau Welz im Internet und stieß auf mich – gut, daß wir, von den Medien über vier Jahrzehnte totgeschwiegen, wenigstens im Netz auffindbar sind. Viele solcher Begehren lehne ich ab, wenn ich im Vorgespräch Fragwürdiges rieche. Frau Welz bekam ein Gutachten, ein auch nicht viel längeres, als das vorherig ge­richtspsy­ch­iatrische, aber ein das Wesentliche enthaltendes. Der hier zuständige Amtsrichter wollte es, wie 2011 der Bayreuther Vollstreckungsrichter Kahler in Mollaths Fall  partout nicht anerkennen. Vom BVerG wurden er und das ihm folgende OLG Bamberg dafür entsprechend abgerieben (RB 1/13,6). Frau Welz hatte jetzt aber einen schnei­di­gen Anwalt an der Seite, der schließlich das Münch­ner Oberlandesgericht anrief. Dieses äußerte „Zweifel an der Unvoreingenommenheit des (Amts-)Richters“. Er mußte sich jetzt für „befangen“ er­klären und das Verfahren abgeben. Der Prozeß ist noch nicht zu Ende, hat aber schon eine neue Wende genommen.

 Als nächstes berichteten wir hier bereits über den Fall von Frau A., einer ihres Kindes „tiefenpsychologisch“ beraubten jüdischen Mutter, zogen ihn aber rasch wieder zurück, da er in der Wiedergabe  von Details u.U. das informelle Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen tangierte. Nur Bruchstücke davon können im Folgenden vorerst veröffentlicht werden. Um so gravierender könnten die später noch mitgeteilten prozessualen Einzelheiten des Falles sein.

Ein Wort vorher aber noch zu Frau Rödel (RB 1/17). Mit ihr gab es im Herbst, vielen hier bekannt, eine Kontroverse um ihren auf die Nazi-Psy­chiatrie anspielenden Plakatprotest vor dem Psychiatrischen Welt-Kon­greß in Berlin[2]. Auf meine Aufforderung zurückzutreten verließ Frau R. die GEP. Schlagmann[3] folgte ihr. Daß sich zudem manche erst bescheiden Hilfe Suchende flugs zu lauten Gegnern wandeln, wenn wir sie nach un­entgeltlicher Prüfung ihres Falles als Mißbrauchsopfer nicht anerkennen, ja, daß selbst solche, die wie Mollath uns ihre Freiheit verdanken, davon kaum Notiz nehmen, ist allzu menschlich. Warum ma­chen wir uns für Got­­tes Lohn nur die Mü­he, die dann nur Ärger einbringt? Gerade als Ärzte spüren manche halt, daß es sein muß.[4] Es half dabei, daß uns viele wie Sie an die Seite traten, manche auch neu uns stützen.

Psychiatrie steht immer in der Kritik. Oft werden zu Recht oder Unrecht Mißstände, Unverhältnis­mäßig­keiten in psychiatrischen Behand­lun­gen beklagt vor allem von sog. Antipsychiatern. Mißbräuche des Fachs aber sind etwas anderes.[5] Sie tref­fen gesunde Menschen, zu Unrecht „psychia­tri­sierte“. Ihnen widmen wir uns in erster Linie. Niemand sonst im Land tut es. Weil solchen Fällen u.a. bei Gericht nur mit Fachkennt­nissen beizukommen ist, braucht es auch hier Fachkundige, also Psy­ch­iater. Sie machen sich da freilich rar. Die Mehrheit von ihnen lehnt Kri­tik am Fach, gleich was Be­troffenen zustößt, als Nestbeschmut­zung ab. Zum Glück gesellten sich uns von Anfang an auch Berufsfremde zu, die ihr einfach menschliches Urteil mit einbrachten, uns manch organisatorische Arbeit abnahmen und unsere GEP zu einer Vereinigung  von „Profis“ und „Laien“ machten. Von allen Seiten trifft uns seit über 40 Jahren so gemeinsam heftigster Widerstand, vom Establishment, u.a. den Kollegen, aus eben genannten Gründen, von den Antipsy­ch­iatern aber, weil sie be­­sagte Mißstände durch uns nicht genügend bekämpft sehen. Wir besitzen gewiß kei­nen „Stein der Weisen“, sind nur eine Gruppe irrtumsanfälliger, redlich aber bemühter Fachärzte und anderer wacher Bürger, die einigen Fehlentscheidungen vor Irrtum auch nicht gefeiter Staats­­instanzen wehrten und dabei mitunter auch einige Inkonsistenzen im „System“ dingfest machen konnten.

Daß das gesamte Establishment, voran, wie gesagt, die verehrten Fachkollegen[6], uns, die wir für eine ehrliche psychiatrische Leh­re und Praxis eintreten und ggf. auch sie verteidigen, grimmiger noch hassen als et­wa die An­­­ti­­psy­­ch­iater, ist an sich grotesk, aber auch verständlich. Was wir an vorkommenden Mißbräuchen aufzeigen, ist ja für sie, letztlich alle direkt-indirekt Beteiligten, hochnotpeinlich. Im Fall Mollath erlaubte sich die damalige baye­rische Ju­stiz­mini­ste­rin Merk, die berufliche Quali­fi­ka­tion Prof. Dieckhöfers in Frage zu stel­len; die Dame gehört jetzt keinem bayerischen Ka­binett mehr an. Mollaths Verteidiger Stra­te, der alte Maoist, bekennende 68er jetzt, der dessen angekündigten „erstklassigen Freispruch“ ver­­siebte, riß mich nachträglich in seinem von einer Ghostwriterin geschrie­benen Buch noch her­unter. Die linke Presse lobte ihn. Daß Kre­thi und Plethi da­bei sind, wenn jemand von solch „Eta­­blierten“ nieder­gemacht wird, ist ver­ständlich. Wenn wir die drei Fälle, die ich eben anriß, weiter verfolgen, steht uns neue Miesmache ins Haus. Un­sere Fall-Einsätze und die daraus gezogenen Schlußfolgerungen waren und sind es an­dererseits, die un­sere GEP über mehr als vierzig Jahre unverbrüchlich zusamme­­­hielten. Hier ist mit der Zeit so eine ganze Reihe detailliert ausgewiesener „Psycho-Miß­brauchs­fälle“ zusammengekommen – was die Etablierten, nicht zuletzt die system-liierten  Mainstream-Me­dien, die SZ u.ä, erst recht gegen uns aufbringt.

Interne Kontroversen gab es erstmals um 1990 mit dem damaligen Dachverband IAPUP (RB 2/91,8 und 1/11,2.5). Erst mit den Jahren entpuppte er sich als eine  amerikanisch finanzierte Frontorganisation („NGO“), als wir nach Abstellung der Psychiatriemißbräuche in der vormaligen Sowjetunion weiteren „Reformen“, Um­krem­­pe­lungen der internen Verhält­nisse dort nach amerikanisch-neomar­­­­xi­sti­sch-neoli­be­ralen Vorgaben nicht dienen wollten. Nach deren Muster war die Psychiatrie-Reform ja hierzulande gelaufen. Nur durch den Rückzug von IAPUP 1991 konn­ten wir die Mißbräuche des Fachs in der ehemaligen DDR aufspießen[7], nur so dann den Mißbräuchen im eigenen Land einschließlich der soeben vorgestellten wehren. Die Frage, ob privat organisierte, dabei immer vergleichsweise schwach ausgestatte Kritik gegen die psycho-ju­sti­ti­ellen Institu­tionen des Staats aufkommen kann, wird von den erfol­greich vertretenen (Ausnahme-)Fällen da und dort bestätigt. Wurden die Freiheitsrechte der Bürger seit der Magna Charta von 1215 immer durch pri­vate Initiativen gegen den Staat erkämpft, hat dieser inzwischen freilich auch durch die Psychiatrie sei­ne Macht­mittel verfeinert. Die Mißbrauchsfälle, die wir über die Jahre anzeigten, wurden in der Regel von meist hochgestellten psychiatrischen Staatsbeamten, Staatshörigen verbrochen[8]. Nicht von ungefähr ist unsere kleine GEP der freien nerven-ärztlichen Praxis entsprungen, dem Ort, an dem psychia­trisch kompetente, unabhängige Urteilsbildung zwar nicht garantiert, aber immer noch am ehesten möglich ist.

Zurück vom Allgemeinen zum Fallbezogenen. Der Fall A. zeigt erneut, wie zer­stö­re­risch der Staat mittels Seelenheilkunde heute gar nicht so selten ins Leben Einzelner eingreift, insbesondere in die Beziehung zwischen Eltern(-teilen), Müttern, Vätern und Kin­dern.

(…)

Das Grundgesetz sagt in Art. 6, Abs. 2: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“.

Der einfache Gesetzgeber, jeweils demokratischer Wahl des Volks entsprungen, hat inzwischen viele Paragraphen geschaffen, die es dem Staat auch unter Rückgriff auf Pseudowissenschaft ermöglichen, Erziehungskompetenz und –rechte an sich zu ziehen und manch Gewieften erlauben, Profite zu machen.

Bis zur Eherechtsreform von 1977 galt bei Scheidung das Schuldprinzip. Damit war auch das Sorgerecht für die Kinder entschieden. Nach dem seitdem geltenden Zerrüttungsprinzip, das Eheleute ihren mitunter  wech­­­selnden Gefühlseinstellungen zu einander überläßt, sind sie bei Scheidung „Psychis“, Psychologen oder Psychiatern preisgegeben. Diese, vielfach Jugendämtern und Gerichten verbunden, entscheiden jetzt meist „tiefenpsychologisch“, wer von ihnen, Mutter oder Vater oder auch öffentliche Träger zur Kindererziehung die oder der Ge­eignetere sei. 1998 lieferte das Kind­schafts­reformgesetz ab §1666 BGB weitere Para­gra­phen, mit denen solch tiefenpsycho­lo­gi­sche „Entscheidungshilfen“ umgesetzt werden[10].

Als Gegengutachten gegen das seiner  Sachverständigen beachtete das OLG Hamm nur das eines Kinder­psy­chiaters, den A.s Anwältin beigezogen hatte. Bei Familiengerichten soll es allein ja um das „Kindeswohl“ gehen. Obwohl eigentlich die Gesundheit der Mutter in petto stand und die Begutachtung Erwachsener gar nicht in die kinderpsychiatrrische Zulassung fällt, nahm das Gericht mein Gutachten nur am Rande wahr. Es folgte ganz der Expertise seiner Sach­ver­ständigen und erklärte, auf sie gestützt, Frau A.  damit  zur psychisch Kranken. Es hängte ihr flugs eine „Persönlichkeits­stö­rung“ an (RB 1/14.5), da­zu auch noch die ge­nannten, fraglich krankheitswertigen Ver­haltens­auffälligkeiten des Sohnes! Es schloß sich damit voll auch den Glaubensätzen der „Tiefenpsychologie“ = Psychoanalyse an, die, seit hundert Jahren umstritten ist, heute mehr denn je, auch heute aber ihre sektiererischen Anhänger hat.

Von Amerika aus, genauer von  ihren (neu-) lin­ken Anhängern dort und bald auch hier wurde die Psychoanalyse nach ’45 hierzulande mit neuem Schwung verbreitet, in der Folge zunehmend von der Deut­­schen Ärzteschaft und 1975 mit der Psychiatrie-En­quête[11] offiziell von der Bundesregierung anerkannt. Gleich­wohl blieb sie mit ihren täuschungsdienlichen Decknamen wie „Tiefenpsychologie“, „Psychodynamik“ und eigenen diagnostischen Aufstel­lungen, etwa der Operationalisierten Psycho­dynamsichen Diagnostik (OPD) – Möhrle stützte sich voll auf sie – international umstritten. Sie kam insbesondere ab den 1970ern gar unter massiven Druck, wurde mit vielen Varianten[12] just in angloamerikanischen Ländern in akribischen, umfänglichen Abhandlungen als schichte Schwin­delwis­senschaft ausgewiesen und gewann andererseits doch weiteren Einfluß. Bowlby und Ains­worth etwa, an sie anlehnend hierzulande K. und K. Grossmann fügten ihr mit der sog. Bindungs­theorie interessante Aspekte, aber auch weitere Fragwürdigkeiten hinzu, u.a. „Skalen“, „Meß­in­stru­men­te“, mit denen angeblich die „Feinfühligkeit“ von Müt­tern wie Vätern und damit ihre Erziehungsfähigkeit oder ‑un­fä­hig­­keit (diese aber eigentlich nur für das Kindesalter von ein bis drei Jahren)  genau festzustellen seien. Die Lehren Freuds u.a. vom Oedipus-Komplex, nach dem Knaben zwischen zwei und acht Jahren generell ihre Mutter beschlafen und ihre Va­ter umbringen wollen, waren mit seltsamem staatlich-politi­schen und medialen Rückenwind weithin ins Ge­­sell­schafts­leben eingedrungen. Jetzt aber führte diese er­weiterte „Tiefenpsychologie“ still und leise, weithin selbst von der Fachwelt unbemerkt zu einer neuen Privat-Definition von psychischer Gesundheit. Bei Familiengerichten, nicht zuletzt dem OLG Hamm, steht die OPD offensichtlich hoch im Kurs.

Der 2015 verstorbene, gerade in Sorgerechtsfragen hoch anerkannte Bethel-Bielefelder Psychologie-Profofessor Wolfgang  Klenner äußerte zu den Begriffen „Erziehungsfähigkeit“ und „Kindeswohl“, sie lägen „abseits jeglicher Wissenschaft[13]. Er monierte auch, wie schon die alte „Fürsorge“ nach amerikanisch neu-linkem Vor­­bild auf „emotio­nale Di­stanz“ getrimmt, zum emotionslosen „social engineering“ verwandelt worden ist.[14]  Ähnlich die „Reform“, die vom neu-lin­ken bis neo-liberalen „tiefen Staat“ Amerikas aus dort wie international die Psychiatrie und Kinderpsychiatrie besetzte, wenn auch immer noch nicht endgültig (vgl. E.F. Torreys Buch FREUDS BETRUG). Klenners Worte könnten, sollten aufgeblasenem, je­dem Rechtsempfinden wie dem Grundgesetz hohnsprechenden Gestelze ideologisierter Gutachter/innen a priori den Boden entziehen.

In den Worten seiner Sachverständigen M. schreibt das OLG Hamm in seinem Urteil, es liege beim Sohn A. „eine äußerst schwerwiegende und tiefgreifende psychische Schädigung …  als sogenannte reaktive Bindungsstörung vom gehemmten Typ“ vor. Sie weise „bereits die Qualität einer Persönlichkeits­­entwicklungsstörung mit einer Borderlineorganisation[15] und narzißtischen sowie antisozialen Zügen“ auf. Der Sohn habe „keinen Zugang zu seinen Emotionen“. Auf Grund der elterlichen Persönlichkeitseigen­schaf­ten, vor al­lem der mütterlichen  „Erziehungs­de­fi­zite“ sei es „für das Kind un­mög­lich gewe­sen, so­ge­nannte sichere Selbst- und Objektrepräsentanzen zu entwickeln.“ „Seine gesamte Ich-Ent­wick­lung sei zutiefst beeinträchtigt“. Auch an der Mutter erkannte das Ge­richt „eine tiefgreifend be­ein­träch­tig­te narzißtische Persönlichkeitsstruktur[16]. Sie zei­ge dem Sohn gegenüber „ein zeitüber­greifend un­einfühliges und vor allem unre­spon­sives Verhalten“. Frau Möhrle aber bezeichnet das OLG Hamm als „besonders qualifizierte Sachverständige“. Man sieht der Diktion an, wie sehr sich hier Richter sich und Gutachterin auf der gleichen ideologischen Schiene bewegen[17]. Diese aber wurde, schändlich genug, von der Deutschen Ärzteschaft gelegt. 1977 hat der Deut­schen Ärztetag, der Enquête der Bundesregierung folgend, die „Tiefenpsychologie“ als beweiskräftige Wissenschaft anerkannt.

Inter­na­tio­nal ist sie seit über hundert Jahre immer wieder, in jüngeren Jahrzehnten gar  wissenschaftlich weiter vertieft als grotesker, unerhörter Schwi­n­del ausge­wie­sen worden[18]. Nur übergeht man diese Kritik hier­zulande schamlos. Mit besagten „tiefenpsycho­­logischen“ Theorien und „Meß­in­stru­men­ten“ zur „Erziehungsfähigkeit“ läßt sich, wenn Richter mitspielen, die mensch­liche Realität auf den Kopf stellen. Auch im Fall Kuwalewski war es so. Mein Gutachten für sie überzeugte keinen Richter, zum Glück aber einige pfälzische Polizeibeamte, die, darauf gestützt, sich bei einem begleiteten Umgang der Frau mit ihren vier Kindern weigerten, diese gewaltsam ins Heim zurückzuschaffen. Sie wachsen seit vier Jahren jetzt gesund wieder bei Muttern auf. Mein Gutachten (RB 1/14,5) wurde , wie Frau Kuwalewsky kürzlich mitteilte, obergutachtlich inzwischen bestätigt. Die Gegenseite bietet der Frau bereits einen Schadensersatz in sechsstelliger Höhe an. Wo aber soll das Grundgesetz in Sachen Kindererziehung, fragen wir im Fall A., überhaupt noch gelten, wenn einer Mutter wie der Frau A., einer in geordneten Verhältnissen lebenden Lehrerin, die just im derzeitigen Alter ihres Sohns stehende, zum Teil gar erziehungs­schwie­rige Kinder (in Inklusion) unterrichtet und die eine Be­rufung zur Lehrer-Aus­bilderin (Seminarlehrerin) erwartet, mit solch abge­ho­be­nen, bizarren Sprüchen wie den zitierten ihre Erziehungsfähigkeit für das eigene Kind abgesprochen werden kann?

Vor­reiter der Staatserziehung war Trotzki, Lew Bronstein, nach Lenin der zweite Mann in der frühen Sowjet­union, der Gründer der Roten Armee, „Schlächter der Kronstädter Matrosen“, derjenige, der Marxismus und Psychoanalyse als erster po­li­tisch zusammenspannte, um so den „neuen (Sowjet-)Men­schen“ zu schaffen. Auch nachdem Trotz­ki von Stalin ins Exil abgeschoben und in seinem Auftrag 1941 in Mexiko mit einem Eispickel erschlagen worden war, lebten seine Ideen fort, wurden sie just in Ame­rika und nach ’45 dann zunehmend auch bei uns von seinen An­hängern in der „neu­en Linken“ weiter aus­gebaut. Mit dem „Marsch durch die Institutionen“ drangen sie mit der 68er Kul­turre­vo­lution in alle Gesellschafts­bereiche, speziell die „Seelenheilkunde“ und offensichtlich auch die Justiz ein, von den Altparteien, CDU, CSU, SPD und FDP gehätschelt[19]. Sind Freuds Doktrinen heute auch umfänglich als Schwindel ausge­wiesen, so leben sie, in den Mar­xismus eingebettet, als Neo- oder Freud-Marxismus doch munter fort, wer­den sie weithin gar als un­hinter­fragbare Selbst­ver­ständ­lichkeit genommen. Frau A. ist, was die Elternrechte betrifft, im heutigen Deutschland offensichtlich da gelandet, wo sie aus dem seinerzeitigen Kasachstan her­gekommen ist, in einer sozialistischen Teil-Re­publik.

Nicht in allen psycho-justitiellen Skandalfällen ist Ideologie leitend. Die Fälle Herrmann, Mollath[20], Welz entsprangen fehlerhafter Anwendung weithin anerkannter diagnostischer Grundsätze wie der ICD[21]. Sie entsprechen sozusagen dem „gewöhnlichen“ Zusammentreffen von böser Absicht und beruflicher Fahrlässigkeit. Die Fälle von Frau Kuwalewsky wie jetzt von Frau A. aber entsprechen sy­stematischem Mißbrauch der „Seelenheilkunde“. Sie entsprangen wie die alten sowjetischen Fälle einer zu politischen Zwecken gezielt verboge­nen Pseudo-Wissenschaft, durchaus vergleich­bar jener Snesch­new­sky­schen Lehre von der „Schi­zo­phre­­nie ohne Symptome“, die damals, auf die Sowjetunion beschränkt, die üb­rige Welt damals empörte oder auch  belustigte. Die an Frau A. „dia­gno­stizierten“ gesundheitlichen Mängel wurden nach dem privaten Diagno­sesystem der „OPD“ festgestellt, die sich die Freudianer zurecht­gebastelt haben[22]. Diese aber ist Teil des Freud-Mar­xis­mus, der als übergeordnetes Ziel „die Eroberung der Lufthoheit über die Kinderbetten“ (Olaf Scholz) verfolgt und sie weithin nun erreicht hat.

Die Dinge sind im Grund seit Jahrzehnten, just seit dem Jahr unserer Vereinsgründung, politisch gelaufen. Mir war 1977 als Gast auf dem Deutschen Ärztetag in Saarbrücken noch Rederecht eingeräumt worden. Ich machte die Delegierten mit aller Eindringlichkeit auf den pseudo-wissenschaftlichen Charakter der Psy­choanalyse-Tie­fen­psychologie aufmerksam. Ich ging in einem Orkan von Buhrufen und Pfiffen un­ter. Die Kollegen vertraten da erstmals offen Freuds lang ihnen anerzogene Schwindellehren, denen Frau A. und viele andere jetzt zum Opfer fallen. Damals fielen die Würfel. Mir aber stieg furchtbar die Er­innerung hoch, daß die deutschen Ärzte, die Psychiater auch dem ungeschriebenen Befehl Hitlers folgten und freiwillig über 200.000 der ihrem Schutz anvertrauten Kranken umbrachten.

Weit über die Psycho-Fächer hinaus breitete sich in der Folge die Marx-Freud’­sche „Denke“ der 68er aus. Bei Fa­­milien­ge­rich­ten ist sie offenkundig jetzt Richtschnur. Sie ist es heute aber auch in der UNO, der WHO, der UNESCO etc. zu Haus. Spä­te­stens das Gender-Main­­strea­ming verdeutlicht es. Vom Freud-Mar­xisten Wilhelm Reich entwickelt, wurde es von ihm unter Trotzki in der Sowjetunion ausprobiert und 1995 dann von Hillary Clinton bei der Welt-Frauen­kon­ferenz in Peking in der WHO befestigt. Widerstand gegen so hoch verankerte Vorlagen des Establishments ist natürlich schwierig. Unser Mitgründer und Ehrenpräsident Prof. Walter von Baeyer hat  uns solchen Widerstand aber mit auf den Weg gegeben. Als Vizepräsident des Weltverbands für Psychiatrie erhob er 1971 gegen dessen große Mehr­heit allein seine Stimme gegen den (damals sowjetischen) Mißbrauch des Fachs.

Ich muß die AfD noch ansprechen, die heute ja gegen viele von „oben“ kommende Vorgaben Widerstand leistet, vor allem gegen Merkels illegale Massenzuwanderung. Viele sehen eine Gefährdung des Lands in ihr. Auf unserem kleinen Fachgebiet erkannten wir solche Gefährdung schon lange vordem in der saloppen Hinnahme von Pseudowissenschaft durch die Ärzteschaft. Sie wa­r für das breite Publikum nur lange nicht erkennbar, ist es für viele Rechte selbst heute noch nicht. Die schneidende Ausgrenzung, die ihnen das Establishment entgegensetzt, gleicht dabei dem, was wir seit über 40 Jahren erleben. Natürlich versuchen diese Einflußreichen das öffentliche Denken – Psychiatrie, Psychologie sind erstrangige Mittel dazu – zu lenken, zu kontrollieren. Manchen ihrer Deutungen des Welt­geschehens widerspricht die AfD, manch lang tabuisierte Themen bringt sie im Parlament neu gar zur Sprache. Nur tabuisiert sie selbst, was im Psychiatrischen  an Mißbräuchen abgeht, tabuisiert insbesondere, was das System ideologisch trägt und in ihm die Kor­rum­pie­­­rung des Fachs wie des Rechts­staats besorgt, der Freudismus, „Freud-Marxismus“. Eigentümli­­cher­weise wehrt gar das Gros der rechten „Promis“ Kri­tik am Freudschen Lügengebäude mit Nachdruck ab[23], so offen dessen zerstörerischen Fol­gen in der 68er Werte- und Gesellschaftsänderung allgemein, im Einzelnen aber in vielen Rechtsskandalen wie dem von Frau A., vor uns liegen. [24]. Fürs Kulturpolitische, das doch den Untergrund politischer Grundüberzeugungen liefert, scheint diesen Rechten jeder Sinn abzugehen. Wer im Inneren aber vor der seelenheilkundlichen  Zerstörung des Rechts­ die Augen verschließt, wie will uns so jemand vor il­le­galen Zu­stän­den an den Außengren­zen und deren Fol­gen bewahren? Manche halten der AfD zu Gut, daß sie wie „Die Linke“ nicht gegen Rußland  mithetzt. Ob ihrer Mißachtung der psycho-ju­sti­zi­el­len Vorgänge im Land halten viele sie dennoch schon für eine „Fake-Al­ter­­­­na­tive“, vom System ge­duldet, damit die aller­größ­te Em­pö­rung im Volk abrauchen kann.

Ich muß weiter noch ins Detail gehen, speziell zur CSU. Zur Zeit wird breit der vom neuen Kabinett Söder vorgelegte Entwurf eines Bayerischen Psychisch-Kran­ken-Hilfe-Ge­setzes (BayPsychKHG) diskutiert. Über manch monströsen Details dieses Entwurfs kam diesmal breiter Protest[25] auf. Der Entwurf sah vor,  die Daten auch wegen Depression Un­tergebrach­­ter über fünf Jahre zu speichern, behandelte sie insgesamt „als künftige Straftäter“. In Bayern obliegt ein Großteil der „Seelenheilkunde“ den Bezirken[26]. Ihr Prä­sident Mederer und die Medien empörten sich kräftig mit. Söder, vor einer Landtagswahl stehend, strich gnädig einige anstößige Details. Den dicksten Pferdefuß in dem Entwurf aber hielten er wie die Medien schön versteckt. Ihn verkaufen sie dem Volk weiter als „nachhaltige Verbesse­rung der psychiatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen und psychosozialen Versorgung in Bayern“, die Einrichtung nämlich neuer millionen­teurer „Kri­sen­­dien­ste“. Die Bezirke würden sie bezahlen, sagt süß lächelnd Bezirkstagsprä­sident Mederer (CSU), als hätte für öffentliche Projekte je jemand anderer gezahlt als der Steuerzahler.

Fast hätte Söders Gesetzesvorhaben – zum Kreuz immerhin steht er – Sie, Herr Z., schon ereilt. Ich kehre an den Anfang meiner Ausführungen zurück. In Ihrer Ursprungsfamilie, zu der auch ein Psychologe zählt, gab es im Haus Ihrer Mut­ter kürzlich heftigen Streit, quasi eine „Krise“. Stellen Sie sich vor, es wäre da nicht, wie geschehen, ein einzelner „kleiner“ Ner­ven­arzt, son­­dern gleich ein ganzer Trupp von etwa sechs „Fachkundigen“, ein aus Psychiater, Psychologe, Sozialarbeiter, Krankenschw­e­ster etc. bestehender „mul­ti­disziplinärer Dienst“ vielleicht noch mit Blaulicht und Tatütata angerückt. Da wären Sie aus jener „Krise“, zumindest aus der Psy­chiatrie so schnell nicht mehr her­ausgekom­men. Da wäre das ganze gleich ein ho­heit­licher Akt gewesen. Der bayerische Ge­setzes­ent­wurf beruft sich wieder auf hohe Instanzen, die UN-Be­hin­der­ten­rechts­kon­vention und das BVerG. Das Ganze aber ist ein weiteres, zerstörerisches Eindringen des Staates in potentiell unser aller Privatleben, unser aller persönliche Freiheit. Mit solch perfiden Verzeichnungen, groben Täuschungen der Öffentlichkeit betreiben Establishment, rechte wie linke Politiker und Presse, seit der Enquête die Verstaatlichung des Fachs auf Kosten unser aller Rechts­sicherheit. Wie ich höre, enthält der Entwurf zur nächsten Ausgabe des amerikanischen Diagnosen-Manuals DSM – die WHO hinkt ihm mit ihrer ICD immer getreulich nach – schon die neue Krankheitsdiagnose „Übermäßiger Oppositionsgeist gegen die Obrigkeit“. Und die AfD, an sich bisher von den neu-linken Gaunereien im Fach unberührt, halftert die mit ab, die fachvertraut allein im Land solche absurden Monstrositäten noch beanstanden.  Wie seit Jahrzehnten die Altparteien, die Ärztevertretung und mancher Psy­cho-Lümmel würdigt sie uns keiner Antwort mehr. Die AfD-Oberen scheuen, ja schämen sich nicht, ihre eigenen Mitglieder, Mütter, Väter, Kinder dazu, über die linke „Psycho-Klin­­ge“ springen, sie abservieren zu lassen. Was die Psycho-Fächer betrifft, hat der Teufel offensichtlich auch vielen Rechten schwarz- rot „ins Hirn geschi elt“. Den Politikern hab’ ich’s vor 45 Jahren schon deut­lich gesagt – im offiziellen Organ[27] der Deutschen Ärzteschaft gar, die damals noch nicht gleich­­geschaltet war. Das war dann aber auch der Be­ginn unserer Ausgrenzung vom Main­stream-Staat. Weil seine Schranzen im Psycho-Din­gen immer so ver­drückt-ver­logen vorgingen wie besagter Bezirkstagspräsident, konnten wir über die Jahre argumentativ gegen sie zwar bestehen. Nur gab es mit ihnen bald kein Gespräch mehr. Zum Glück gibt es un­­ter den vernünftig Rechten aber auch heu­te noch unabhän­gige Geister, unter ihnen Myriam Kern, die Initiatorin von „Kandel ist überall“, Mitglied auch bei uns.

 Hoffnungszeichen in Österreich: Nach einer Mitteilung von standard.at sind die Gerichte dort jetzt ver­pflichtet, von den Streitparteien eingebrachte Privatgutachten, meist wohl psychiatrische, als „qualifizierten Parteivortrag“ zu berücksichtigen. Weiter sollen audiovisuelle Aufzeichnungen von den Hauptverhandlungen möglich werden, hoffentlich auch von den Be­gut­ach­tun­gen. Im Zivilprozeß sollen künftig „gegen unrichtige Beweiswürdigungen“ der Erstinstanz leichter Rechts­mittel ein­zulegen sein. Welchen Gewinn bedeutete eine solche Regelung für Sie, für die hier anwesenden Betroffenen! Letztlich war’s mein Gutachten, durch das Mollath freigekommen ist. Wäre etwa in seinem Fall der Bayreuther Vollstreckungsrichter Kahler 2011 gehalten gewesen, es ernsthaft zu prüfen, wäre der Geschundene zwei Jahre früher frei gekommen und dem Freistaat Bayern blie­be jetzt viel Haftentschädigung erspart[28]. Im familienrechtlichen Bereich stehen in Österreich https://www.youtube.com/watch?v=Yo5xPSeTaNQ im Übrigen ähnliche  Probleme an.

Das psycho-justitielle Hauptproblem bleibt hierzulande die Psychoanalyse / Tiefenpsychologie. Kritik an ihr wurde vielfach mit dem Vorwurf, öfter noch der Unterstellung von Antise­mitismus gekontert. Darf ein solches Argument in Fragen wissenschaftlicher Redlichkeit überhaupt ein Kri­terium sein? Vor­gestern gedachten der Deutsche Bundestag und alle in ihm vertretenen Parteien des 70. Jahrestags der Staatsgründung Israels. Sein Existenzrecht legten sie auch in deutsche Verantwortung, gab dabei keinen Freibrief ab für Übergriffe auf Palestinenser-Gebiet. Antisemitismus ist übel, Anti-antisemitismus mitunter bizarr. Psychoanalyse trifft mit ihren Weite­rungen grausam auch jüdische Frauen und Kin­der wie eben Frau A. und ihren Sohn. Auch wurde die Freud-Kritik von An­fang an auch von jüdischen Gelehrten vor­ge­bracht. Die heutige inter­na­tio­nale Kritik an Freud ist strikt sachlich, überparteilich, da­bei so vernichtend, daß ein Festhalten an Freud für all seine Fürsprecher unter Ärzten, Juristen, Medien einschließlich der Fachpresse, für die alten wie neuen Parteien, die Bun­des­re­gierung, wie die Opposition, nur mehr blamabel ist. Hier noch ein Link von Chaim Noll eines früheren Opfers des DDR-Psychiatriemiß­brauchs zur aktuellen geistigen Auseinandersetzung in Deutschland.

Wir erhoben vor über 40 Jahren als Einzige im Land die Stimme gegen gehäuft damals aus der Sowjetuni­on gemeldete, vom Establishment weithin geleugnete, zuletzt von Gorbatschow bestätigte Mißbräuche der Seelenheilkunde und wurden darob aus dem Diskurs ausgegrenzt und beschimpft. Nach der Wende zeigten wir solche Mißbräuche in der Ex-DDR auf. Sie wurden noch aufwändiger geleugnet und wir noch strikter ausgegrenzt und beschimpft. Wir zeigten Fälle eviden­ter Psychiatriemißbräuche dann im vereinig­ten Vaterland an, einige der  vorgestellten noch offen, einige von uns mit abgestellt. Von der Realität wurden wir erneut bestätigt, von jenen Etablierten, durch und durch Blamierten, aber er­neut, jetzt gar noch schäbiger ausgegrenzt und niedergemacht, von Krethi und Plethi natürlich da­zu. Insgesamt waren unsere Einsätze über mehr als 40 Jahre gegen all diese Mißbräuche mitsamt der fach­lichen Hintergründe dennoch lohnend. Sie haben nicht wenigen Menschen existentiell geholfen, haben die potentielle Fehlerhaf­tigkeit alles Menschlichen auch im psycho-justitiellen Getriebe verdeutlicht und haben einige Mitbürger zum Widerstand gegen auch hier aufkommendes Unrecht ermutigt.

 

Endnoten:

[1] Es gibt auch Fälle, in denen das Jugendamt sein Wächteramt angemessen wahrnimmt, nur das Gericht offensichtlich säumt.

[2]  Sie stand da zwischen zwei Schildern, von denen eines lautete „Psychiater: staatlich geschützte Verbrecher“, während das andere, von Mollath getragen, Nazi-Zeit aufgreifend, sie als „Mörder“ bezeichnete. Mollath steht das frei. Nur einem GEP-Vorstandsmitglied steht nicht an, das Fach en bloc zu verleumden. Fast

[3] Schlagmann begründete seinen Austritt mit meiner anfangs tatsächlich irrtümlichen Aussage, Frau R. habe eines der Plakate gehalten, was den Kern des Vorwurfs aber nicht tangiert. Indem sie sich zwischen die diffamierenden Schilder stellte, identifizierte sie sich mit deren Inhalten. Mit seinen Beiträgen zur Freud-Kritik war Schlagmann mit ein wichtiger Mitstrei­ter.

[4]  Bezüglich Justiz-Unrechts habe ich zu einem rührigen Schweizer Verbindung knüpfen können – s. www.trial-watch.com  sowie http://justizalltag-justizskandale.info/?cat=51 Internationale Verbindungen tun not. Viele, auch hochkarätige Juristen sind im Kampf gegen das psycho-justitielle System über die Jahre schon auf der Strecke geblieben.

[5]  Den Begriff Mißbrauch wollen manche nur solchen Fällen vorbehalten, hinter denen explizit ein staatliches Interesse nachweisbar ist. Je mehr der „Tiefe Staat“ in den Blick kommt, desto mehr zerfließen auch die Konturen.

[6]  In jungen Jahren war ich in Bayern einmal 2. Vorsitzender ihres Berufsverbands, geriet aber zu den sonstigen Vorsitzenden, feigen Mitläufern im Mainstream, rasch in Konflikt und wurde abgewählt. Ein Ergebnis davon war die GEP.

[7]  L. Tiedtke (RB 2/09,7.1), der sich als Opfer des DDR-Psychiatriemißbrauchs sieht, hat dazu ein anschauliches Buch herausgebracht, das solchen Mißbrauch in seinem Fall u.E. aber nicht bestätigt.

[8]  Noch etwas. Es gibt durch den Fall Mollath gerade hier in Nürnberg und Umgebung viele weitere „Rechts- und Seelenkenner“, den „Unterstützerkreis“ eben. Von ihnen haben außer dem verstorbenen Richter a.D. R. Heindl nur wenige ernsthaft die Proble­me weiter verfolgt. Ich habe so auch keinen von ihnen zu unserer heutigen Sitzung geladen.

[9] Auch dieses Amt stellen wir natürlich nicht generell in Frage.

[10]  Dazu gibt es dicke psychologische Bücher, die, von Familienrichtern hoch geschätzt, welche die GG-Art6,Abs.2-feindliche-Tendenz stützen, etwa Josef Salzgebers FAMILIENPSYCHO­LOGISCHE GUTACHTEN, C.H. Beck 2011 oder Westhoff und Kluck PSYCHO­LO­GISCHE Gut­achten. Der erwähnte Dr. Dr. Salzgeber unterhält in München eine große, international tätige Gutachterfirma, die ob ihres Finanzgebarens öfters gar publizistisch hinterfragt wurde – vergeblich.

[11] In ihrem Enquête-Bericht verkündete die Bundesregierung (Drucksache 7/4200, Seite 292f) u.a.: „Psychisch bedingte Erkran­­kungen sind aus der lebensgeschichtlichen Entwicklung verstehbar. Die jeweilige Umwelt … prä­­gen das Verhalten. Diese Prägung erfolgt nach psychoanalytischen Vorstellungen über die Bildung intrapsychischer StrukturenBeratung und Therapie müssen so früh wie möglich einsetzen, um der Chronifizierung von Krisen und Krankheiten… vorzubeugen… Die Be­handlung wendet sich dabei… an Gruppen, insbesondere Paare und Familien mit Kindern und Jugendlichen mit krankheitserzeugenden interpersonellen Konflikten.“ Diese und ähnliche gestelzte Behauptungen, Teil- bis Unwahrheiten aus der Freudschen Mottenkiste, „stützen“ Möhrlesche Diagnosen. Sie ermöglichen dem Staat beliebige Eingriffe in das Leben der Bürger.

[12] Eine davon, die „neo-analytische“ von Schultz-Hencke und Dührssen legte, politisch unterstützt, einen täuschenden „Wirkungs­nach­weis“ vor und ge­wann mit ihm die Anerkennung der deutschen Ärzteschaft für die Tiefenpsychologie. Er wirkte dann für wei­tere mehr oder minder Freud­sche Varianten als Türöffner zu Anerkennungen, d.h. den Geldtöpfen der Krankenkassen. Just besagter Wirkungsnachweis erwies sich bei näherer Nachprüfung aber als dreiste Augenwischerei (RB 2/02,5.2). Daß Psychotherapie, frei von absurder Dogmatik, in der Heilkunde unverzichtbar ist, bestreitet niemand.

[13] In Klenners Essay über den Wandel im Selbstverständnis der Sozialarbeit als Kernfach der sozialen Dienste, Anlage zu einem persönlichen Anschreiben von Mitte November 2014, kurz vor seinem Tod 1/15.

[14] An anderer Stelle weist Klenner auf die Uneinigkeit der „Erziehungswissenschaftler“ hin, hie der psychoanalytisch-bin­dungs­­­­theo­re­tisch, da der „systemisch“ orientierten hin (hie um Lempp, da um Fthenakis gruppiert). Er unterstreicht damit nochmals die Fragwürdigkeit einseitig Position beziehender Gutachten und darauf bauender Familiengerichtsurteile. Vertrauensgrenzen des psychologischen Gutachtens im Famlienrechtsverfahren – Entwurf eines Fehlererkennungsystems.

[15]  Der Ulmer Kinderpsychiatrie-Ordinarius Prof. Fegert stellte dazu fest, daß eine solche Störung in dem Alter noch gar nicht diagnostiziert werden kann. Eine stationäre Untersuchung durch ihn, wie die Mutter sie wünscht, lehnt das Gericht ab, auch hier seiner SV Möhrle folgend. Von A. Anwältin Bauer konsultiert, antworte Prof. Fergert ihr rasch und verständnisvoll, auf mei­ne höfliche, den Hintergrund des Falles er­klä­rende Einladung zu unserer heutigen Versammlung mir aber nicht.

[16] Mit der Diagnose „Narzißmus“ schmeißen deutsche Psychis heute gern um sich, hängen sie, wenn links gestrickt, dem US-Präsidenten Trump an (RB 1/17,4) an, wenn wie neuerdings  Maaz rechts-se­gelnd, der „derzeitigen deutschen Bundesregierung“.

[17] Das OLG Hamm sieht sich für gutachtliche Qualität wohl als besonders zuständig an. Unter sei­ner Leitung und dem Schutz des NRW-Justiz-Ministeriums wurden 2014 von einigen Psychologen „Standards“ bzw. „Qualitätsmerk­­male in der Familienrechtspsychologischen Begutachtung“ festgelegt, möglicherweise heute gar im ganzen Land verbindlich. Zumindest das Gutachten A. spricht aller Qualität Hohn. In seinem Buch Einspruch moniert Ex-Bundesminister Blüm die just an Fami­lien­gerichten vorkommenden Skandalurteile.

[18] Eine Literaturübersicht dazu in RB 1/14, Fn 13. Eine breitere Bibliographie gibt Michel Onfray, ehedem Pressesprecher Mitterands, in seinem 2010 (auf deutsch 2011) erschienenen Buch ANTI FREUD. Er hinterfragt Freuds fragwürdige po­litische Hal­tung einmal von links her. Erst 2017 kam neu das 700-Seiten-Buch von Frederick Crews FREUD (FrAud) – The MAKING OF AN ILLUSION heraus. Blieb das von uns angeregte INFC (International Network of Freud-Critics) auch stecken, so schreitet diese Kritik doch unaufhaltsam fort, ist ihr Erfolg letztlich vorgezeichnet, ist gesichert.

[19]  Auch die neue Familienministerin Giffey will, „daß sich der Staat schon früh in die Erziehung einschaltet“ (CICERO 4/18)

[20]  Im Film von arte zum Fall Mollath wurden Strukturen und Umgangsformen in der forensischen Psychiatrie erneut aufgezeigt, einiges dabei auch verzeichnet. Der Film beleuchtet die an Mollath übeltätigen Psychiater eindrucksvoll, unterschlug aber wie­der, daß auf Bitten einiger mitfühlender Mitmenschen ein Psychiater, ich nämlich, Mollath gegen alle etablierten politischen juristischen und medizinischen Torhüter 2011 in der Bayreuther Klapse aufsuchte, ihn un­­ter­­­suchte, ihn gut­achtlich für gesund er­klärte und damit den Grund legte, daß Herr Ka­s­pe­ro­witsch von den Nürn­ber­ger Nach­richten den Fall aufgriff, womit die Kam­­­­pagne für Mollath begann, an deren Ende dieses Gutachten auch noch die gerichtliche Voraussetzung für dessen Freilassung war. Das scheint auch ihm selbst noch nicht ganz klar geworden zu sein.

[21] Einzelne Positionen sind auch an ihr mitunter zu hinterfragen. Entsprechend wird die ICD immer wieder novelliert.

[22] Die falsche Diagnose erkannte im Fall A. auch der Ordi­narius für Kinderpsychiatrie der Universität Ulm Prof. Fegert in einem persönlichen Schreiben an A.s seinerzeitige Anwältin. Mit der Aufteilung der Recht­sfindung auf „Psycho“ und Justiz, zwei unterschiedliche Wissens­­bereiche, läßt sich die Verantwortung für die resultierenden Urteile famos verwischen, fällt sie um so leichter Ideologen zu.

[23] Für Freud scheint manche Rechte einzunehmen, daß er (laut Onfray ANTI-FREUD) 1933 Mussolini einen „respektvollen Gruß“ bestellte, in diesem „Führer“ einen „Helden der Kultur“ erkannte und zudem die „Vermehrung unkultivierter Ras­sen und zurückgebliebener Schichten“ beklagte. Freud, an sich ein unpolitischer, rein auf seine Karriere, seinen Ruhm  und sein Portemonnaie be­dachter, egomaner Schwindler, kann so Linken und Rechten als Idol dienen. Da es an Propagandisten und geistigen Verrenkungen im Land nie fehlte, wurdeFreud vor allem Idol der 68er. Auf unpolitisch machen viele Ärzte auch heute gern.

[24] Die 68er ziehen in ihren 50. Jubiläumsjahr breit durch die Medien, so mit einem Bericht von B. Röhl durch den linken SPIEGEL vom 30.3. Die rechte JUNGE FREI­HEIT 14/18 führt in einem Interview den „CSU-Recken“ Gauweiler vor, wie er die „Grundlage der 68er kulturellen Hegemonie“, nämlich deren „nicht ehrlich aufgearbeitete Vergangenheit“, auch heute vernied­licht. Mit als er­stes zeigte diese sich in der Übernahme der „Seelenheilkunde“. Gauweilers CSU half dabei, die JF ebenso. Gemeinsam deck­ten das linke wie das rech­te Blatt auch jetzt ab, was die 68er Kulturrevolution und Gleichschaltung von der Frankfurter Schule her ausmacht: Marx UND Freud.

[25]  Auch hier nimmt der Protest mitunter links-groteske Züge an, auch bei manchen dem ehem. Unterstützerkreis Mollaths Angehörenden – s. http://www.sgipt.org/regional/Bayern/PAG.htm. An den vielfältigen Mißbräuchen der Psycho-Fächer, vor allem an Freud nehmen aber auch nur die wenigsten Rechten Anstoß.

[26] Durch die Medien, die allgemeinen, hier die rote SZ, da den CSU-frommen Münchner Merkur (etwa am  26.4.18: Mehr psy­chische Probleme) und auch die Fachpresse, et­wa das Deutsche Ärzteblatt vom 16.4.18 (Warten auf einen Thera­pie­platz), läuft derzeit wieder der Hype der angeblich so argen Zunahme psychi­scher Stö­run­gen und der angeblich so argen fachli­chen Unter­versor­gung der Bevölkerung, der so dringendst durch mehr Psychia­ter, vor allem Psychotherapeuten abgeholfen werden müs­se. Welche der vielen Arten von Psycho­therapie benötigt wür­den – selbst die höchst an­er­kann­te Psychoanalyse  ist wissen­schaftlich doch als Schwindel ausge­wiesen -, und was bei welchen Störungen die Erfolge dieser „Psychis“ wären, dar­über schweigen diese Medien beharrlich. Man könnte zum Schluß kommen, Psycho­therapie, so es sie über die  staatlich lizenzierten, einzelnen Lehren und Methoden hinaus gibt, insbeson­de­re ihre Darreichung in staatlichen, kom­mu­nalen oder öf­fent­lich-rechtlich ge­tragenen „Beratungs­stel­len“ würden von den Agenturen des Staats deshalb so unentwegt ge­lobt, emp­fohlen und gefördert, weil dieser damit die Einstel­lun­gen seiner Bürger genauer er­fährt und er sie besser noch als etwa durch Schule, Zeitungen und Glotze steuern, ggf. auch disziplinieren kann. Schön hat das für die DDR ja K. Elmer im Kapitel „Ein Vertrauensverhältnis ist zu schaffen“ in J. Fuchs’ und K. Behnkes Rotbuch von 1995 ZERSETZUNG DER SEE­LE dargestellt. Die ehem. FDJ-Sekretärin für Agita­tion und Propaganda Merkel und ihr heutiger Anhang sollten darüber nicht Bescheid wissen?

[27] Achillesferse Psychiatrie oder: Der Count­down einer Sozialisierung, DÄ 50/73. Der Betrag auf der GEP-Webseite unter Rundbriefe / Vorläufer noch nachlesbar.

[28]  Was die reinen Justizirrtümer betrifft, ist auf Wi­kipedia eine lange Liste einzusehen. Dabei sind da nur die Freiheitsentziehungen gelistet.

Dr. med. F. Weinberger, Vorsitzender, GEP
Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie

Postscriptum   5.5.2018:

Die Schäden, die, wie oben ausgeführt, Menschen „psycho-justitiell“ zugefügt werden, resul­tieren aus innerstaatlichen Maßgaben. Internationale Psychiatrie spielt in sie hinein. In ver­schie­­denen Län­dern versucht Kritik an Psychiatrie und Psychotherapie solche Schä­den abzu­wenden – leider unter einander meist unverbunden – s. die oben ange­führten Bücher von E.F. Torrey, F. Crews und M. Onfray, Fn 18).

Um 1990 waren Auseinandersetzungen um Lehre und vor allem Praxis der Psychiatrie we­sentlicher Bestandteil der großen Auseinandersetzung zwischen Ost und West. Ihre Klärung bei der KSZE-Nachfolgekonferenz 1988 in Wien konnte unter unserer bescheidenen Mitwir­kung (RB 2/89, S.31) zu der damals gelingenden Entspannung zwischen den Machtblöcken ein wenig bei­tra­gen. Wie wünsch­ten wir, unser Bemühen könnte, nachdem sich alte Fronten wie­der so verhär­tet ha­ben, auch heute, dreißig Jahre später, helfen, nicht nur Be­schä­digungen einzelner unserer Mit­bürger, sondern wie damals auch gefährliche Konfrontationen auf internationaler Ebene abzufangen. W.

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Über Grafeneck hinaus

Unter dem Ti­tel Der tödliche Handgriff von Grafeneck erinnerte das Deutsche Ärzteblatt 5/18 anläßlich einer Gedenkveranstaltung am Ort des Grauens wieder an den Massenmord der Na­zis an den psychisch Kranken, über 200.000, den Auftakt zum Holocaust. Das freiwillige Be­dienen des Gas­hahns durch „Ärzte“ war auch uns vordem noch nicht bekannt. Die Auf­ar­bei­tung des Themas blieb ja bis weit in demokratische Jahr­zehnte hinein aufgeschoben. Und es wird heute auch mit anderen, miesen Zwecken verknüpft.

Vor dem Welt­kongreß für Psychiatrie im Oktober 2017 etwa ver­suchten Demonstranten, den Nazi-Kranken­mord dem ganzen Fach zur Last zu legen. An anderer Stelle stellte bei jener Gedenkveranstaltung der Reut­lin­ger Land­­rat Reu­mann, gleichzeitig Prä­si­dent der Deut­­schen Kran­ken­haus­ge­sellschaft (DKG), die Behauptung auf, es seien heute „in mehreren Landta­gen ras­sistische Bemerkungen salon­fähig“ geworden. Der mit anwesende Landesärzte­kam­mer­prä­si­dent Cle­ver nahm es hin. Dabei hätte es da einiges wohl zu hin­terfra­gen ge­ge­ben. Wird doch u.a. im Bun­des­tag noch ge­stritten, ab wann etwas „rassi­stisch“ ist. Und ob „in mehreren Land­­tagen“ Rassistisches gar „salonfähig“ ge­­worden wäre, wird erst recht bezweifelt. Ob schließ­lich am Wi­der­­stand gegen Merkels Mas­­­sen­zu­wan­de­rung und dem Nazi-Massenmord etwas Verbin­dendes ist, auch darüber ge­hen die Mei­nungen noch auseinander. Gewiß, Vor­würfe des Ras­sismus muß auch Israels Mini­ster­­prä­siden­t Ne­tan­­ja­hu ertragen, weil er eri­treische „Asy­lsuchende“ ab­schie­ben will. Auch an­dere Län­­der, Ungarn, Polen, Tschechien, die Slowakei bekommen solches von unse­ren maß­geblichen, heu­te so ge­läu­terten Politikern angehängt. Aber der Ei­fer, mit dem nicht zu­letzt das Deut­sche Ärz­te­blatt bei pas­­­sen­­den wie un­pas­senden Ge­le­gen­hei­ten über­par­teilich emp­fun­de­ner Trau­er und Be­schä­mung des Volks und seiner Ärzte einen falschen Stem­­­pel auf­­­­drücken läßt, steht zumindest einem Blatt schlecht an, das zu partei­politischer Neutralität ver­pflich­­tet ist.  Es ist eher eine neue De­mon­stra­tion ärzte­schaft­licher An­passerei an „oben“ Ge­wünsch­tes.

Ich reich­te zu obigem DÄ-Be­richt einen entspre­chen­­den Leser­brief ein. Die Redak­tion teilte um­gehend mit, er würde infolge vieler anderer nicht zum Abdruck kommen, ein Bei­spiel wohl, wie heute mit der Mei­­­­nungs­­­­freiheit von Ärzten auch in der Ärztepresse umgegangen wird. Leserzu­schriften zu dem Beitrag sind bis heute, sechs Wochen nach seinem Erscheinen, noch nicht erschienen.

Dr. med. F. Weinberger                                                                 20.3.2018

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Querulanz und sonstwie begründete Gesprächsverweigerungen

Gespräche laufen um so leichter, je mehr sie auf gleichen Grundüberzeugungen fußen. Im Alltag werden Gesprächskontakte um so eher abgebrochen, je un­überbrückbarer Meinungs­differenzen er­scheinen. Wer läßt gern den eigenen Stand­punkt in Frage stellen?

Zum Gesprächsabbruch kommt’s bei Gericht mit jedem Urteil, zuvor häufig schon, wenn Recht­suchende eines Gehörs nicht mehr für würdig, einer sinn­vol­len Antwort nicht mehr für fähig erachtet werden, ihnen aufgrund etwa sach­ver­stän­di­g festgestellter Querulanz die „Pro­zeß­fä­hig­keit“ aberkannt wurde. Den Be­griff Querulanz gibt’s seit der Römerzeit. Die Psychia­trie hat ihn über­nom­men. Wohl haben angesehene Psychiater wie Prof. Kolle, Ordina­rius sei­nerzeit an der Münch­­ner Univ.-Nervenklinik, Que­ru­lanz als wahn­hafte Er­kran­­kung ver­worfen und der ange­se­hene Kieler Straf­rechtler Prof. Hellmer empfahl, sie ganz aus dem Sach­ver­stän­digen-Voka­bular zu löschen. Hin­ter dem Begriff ver­stecke sich nichts als „hart­näcki­ge Kritik und furchtloser Widerspruch gegen ir­gend­welche Zu- oder Mißstände, mei­stens be­sonders in­tel­ligenter und sen­si­bler Menschen“ (Wi­kipedia).

Der al­te, we­der juristisch noch psych­ia­trisch nä­her gefaßte Be­griff steht gleichwohl in dia­gnostischen Psychiatrie-Ma­­­nua­len, von de­nen die inter­nationale ICD-10 gleich zwei unterschied­li­chen Krankheits­kate­gorien zu­ge­hö­rige Codes an­bie­tet, nämlich die F 22.8, die Querulanz den Schizophre­nien zuschlägt, und die F 60.0, die sie als Per­sön­lich­keitsstörung wertet. Manche Kol­le­gen, u.a. mein früherer Ober­arzt an o.g. Münch­ner Univ.-Klinik Prof. Dietrich sahen in ihr einen „fließenden Übergang vom Ge­sun­den bis zum Patienten mit aus­ge­präg­tem Wahn“, was der Realität wohl nahe kommt. Er emp­­fah­l dazu „die dia­gno­stischen Kodie­rungs­mö­glichkeiten als Veran­ke­rung für krank­hafte Zu­stän­de zu nutzen“, womit Sach­­ver­stän­dige und Rich­ter Querulanz wieder fast nach Belieben, ähnlich wie die Bor­derline– (RB 1/14,5) oder andere Per­sönlich­keitsstö­rungen weiter als feststehende Grö­ßen hin­klot­zen können, die de facto eher „fließende Über­gän­ge“ darstellen. Damit läßt sich vor allem der Pferdefuß vieler Psycho-Kodie­rungen schön ver­stecken, lassen sich diese zu vielerlei Zwecken „nutzen“ und manche Unbe­stimmt­heit in der Sache durch exakt anmu­tende Zif­fern lässig überspielen. Im übrigen berufen Ge­rich­te als Gut­achter gern il­lu­stre „Psycho-Kory­phä­en“, meist Staatsbeamte, auf daß ihre klingenden Titel dennoch resistierende Unbe­stimmt­heit weiter wett­machen.

Vor einiger Zeit publizierte das Magazin CICERO den Beitrag Bundesverfassungsgericht –  Erste Adresse für Que­ru­­lan­ten und legte hier breit den Fall des Rainer Hoffmann dar. Man­che un­serer Mit­glieder kennen ihn von unse­rer Jahresversammlung 2013 her, den Mann, der eine So­laranlage auf sein Haus setzen ließ, über deren nicht zu­frie­­denstellender Leistung er einen Rechts­­streit begann, darüber sei­nen Ar­beits­platz als Prokurist und dann, außerstande die Hy­potheken zu bedienen, auch sein Haus in Gelsenkirchen verlor. Vor der amtlichen Psych­ia­tri­sierung und Schlimmerem konnten wir ihn bewahren (RB 2/12,5.4). Er hält sich jetzt seit fünf Jah­ren im Ausland, „im Exil“, wie er im Internet schreibt, un­auffällig-brav versteckt und be­schimpft mich da nur gele­gent­lich, Ciceros Aussagen bestätigend. IT-bewandert und auch sonst kein Dummer, richtete Hoffmann vor Jahren unsere Webseite auf WordPress ein.

Am 23.2.2018 strahlte arte zum bekannten Fall Mollath, ihn leicht ver­fremdend, den Film Ge­fangen – Der Fall K. aus. Ihn traf 2006 eine härtere (falsche) Diagnose mit härterer Kon­sequenz. Hoffnann spießte im Internet eini­ge Ver­zeich­nun­gen des Spielfilms auf, die einem solchen fast nachzusehen sind. Denn von einem ärztlichen Fach, das im­mer noch Millio­nen Menschen in aller Welt aus schwerem seelischen Leid heraushilft und insgesamt zu ihrem friedlichen Zusammenleben beiträgt, hätte auch ein solcher Film nicht nur die dunklen, mitunter rabenschwarzen Seiten auf­zeigen sollen. Er hätte auch er­wäh­nen kön­nen, daß ein Psychiater, ich nämlich, 2011 Mollath nachbegutachtete, ihn für ge­sund befand und vermittels der Nürnberger Nachrichten so 2013 gegen zäh an­hal­tende Widerstände entscheidend mit seine Freilas­sung bewirkte. Mit dem „be­ru­higen­den“ Schluß­satz, es sei am 1. Au­gust 2016 ein Gesetz in Kraft getreten, das eine jahrelange fo­ren­sische Un­ter­­brin­­gung von Straf­tä­tern „nur noch in gra­­­vie­ren­den Fällen“ zulasse, endete der Film. Was „gra­vierende Fälle“ sind, ließ er offen. Mollath tut gut daran, jetzt erst einmal seinen Schadensersatz zu verfolgen. Er fordert 2,1 Millionen. Dem Rechts­staat kommen die Fehler, vorab die Gesprächsverweigerungen seiner Organe in Justiz und Psychiatrie, mitunter teuer zu stehen.

Daß viele in der Psychiatrie, der Justiz, den Medien, der Politik uns das Gespräch ähnlich ver­wei­gern, Post nicht beant­worten, uns her­un­terreißen oder beschimp­fen, liegt wohl daran, daß sie zur eigenen Entlastung auch uns als Que­ru­lanten einschätzen. Hart­näckig wehren wir ja seit über 40 Jahren über die Fälle Herrmann, Mollath, Kuwalewski etc. hinaus dem Psy­ch­­ia­triemißbrauch (leidlich erfolgreich gar, was aber nur noch mehr Ausgrenzung einbrachte). Etlichen „großen Tieren“ mußten wir dabei schon empfindlich auf die Ze­hen treten. Dehnbare Psycho-Begriffe, nicht nur Querulanz sind und bleiben ja gegen miß­liebige Rechtsu­cher weiter einsetz­bar und werden, mit ICD-Zif­fern be­wehrt, offen oder unter der Hand reich­lich ein­ge­setzt. So sind mo­derne Zei­ten halt. Wir kön­­nen’s mit Heiterkeit nehmen. Für unsere Schützlinge bleibt der Psychiatriemißbrauch oft etwas Furchtbares.

Ge­sprächsverweigerung gehört aber auch außerpsychiatrisch, außer­ge­richt­­lich und außerpar­la­mentarisch zu jedermanns billigem Verhaltensrepertoir. Das Gespräch ist ein Mittel zum Frie­den, Mittel des Friedens. Ihm wird nicht gedient, wenn wie Psych­ia­ter auch Poli­ti­ker ihres­glei­chen, wenn mißliebig, vom Ge­spräch aus­grenzen, 2015 et­wa Herrn Putin vom G7-Gipfel in Krün/Gar­misch-Partenkirchen.

Dr. med. F. Weinberger, GEP                                           1.3.2018

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Psychiatriemißbrauch – Linke und Rechte

Unter dem Titel „Was für Helden“ verriß DER SPIEGEL 2/18 etliche der ehemaligen DDR-Bürger­rechtler, weil sie jetzt „rechts“ stünden. Darauf antwortete im Magazin CICERO vom 19.1.17 Angelika Barbe, die selbst jenem Kreis angehörte, unter dem (etwas ver­korksten) Titel: DDR-Bürgerrechtler- Früher „Konterrevolutionäre“, heute „Pa­tho­­logen“ und nochmals auf der Plattform der bekannten Publizistin Vera Lengsfeld Freedom is not free unter der Überschrift Unglücklich das Land, das keine Helden hat. Einigen Stellen und auch Lücken darin ist nachzuspüren.

Glücklich das Land, das solche Helden hat

Brachten zur Zeit der Wende viele im Westen ihren Landsleuten in der zusammenbrechenden DDR, mit ihnen den Bürgerrechtlern dort freudige Bewunderung entgegen, waren sie stolz auf diese Hel­den, die unter hohem persönlichen Risiko ihre Freiheit erkämpften und ihrem Land den Ruhm einer erfolgreichen, dabei friedlichen Revolution einbrachten, so verriß Der Spie­gel 2/18 sie jetzt als Rechte. „Rechts“, als Rich­tungs­an­ga­­be so gut wie „links“, sei aber, sa­gen Der Spiegel und andere Linke, etwas ganz, ganz Schlim­­­mes. Zu diesen Bürgerrechtlern, Rech­ten, zählt Der Spiegel u.a. nun den Psy­choanalytiker Hans-Joachim Maaz, der, in sozialistischer Psychotherapie auf­gewachsen, kurz vor der Wende flott auf Freud umsattelte und danach die ganze ost­deut­sche Bevöl­ke­rung auf die freudsche Couch legen wollte, weil sie nach Jahrzehnten kommu­nistischer Be­rie­selung immer noch nazistisch durchsetzt, quasi freudisch hirngewaschen nicht genug sei. Ähnlich tönt die po­liti­sche Klasse ja bis heute. An­dere im Land sind froh, daß just diese Ost­deut­schen in großer Zahl noch bei poli­tischen Ver­stand sind, Helden in unserer Zeit, die dem Druck der Elite standhalten. An deren Fehleinschätzungen hatte das Volk in den letzten hundert Jahren oft genug zu leiden.

Einigen Grund hat Der Spiegel freilich, Herrn Maaz jetzt den Rechten zuzu­schlagen. Erklärt dieser doch „die der­zei­ti­ge deutsche Bun­des­re­gie­rung für psychisch gestört“ – die neue  GroKo von der alten nicht allzu weit entfernt. Umge­kehrt hat Maaz allen Grund, sich jetzt an solch Rechte zu halten, um hier für seine Psy­cho­­analyse gut Wetter zu machen. Die Lin­ken hat er mit ihr ohnedies in der Tasche. Bei den Rechten gilt sie international weithin aber immer noch, ja heute gar immer mehr als linke Schwindel­wissenschaft. Daß Freud den Geist der 68er Bewegung, des Neo-Mar­­­xismus, „Freud-Marxismus“, ausmacht, er mehr noch als Marx nach ’45 die Umerziehung („re-education“) (West-)Deutschlands besorgte, ist Gemeingut. Wer’s immer noch nicht weiß, sei auf die Bücher von E.F. Torrey Freuds Betrug oder das von D. E. Zimmer Tiefen­schwin­del oder auch auf C. v. Schrenck-Notzings Charakterwäsche verwiesen. Trotz­ki führte Freud in der frühen Sowjet­union ein, um mit ihm den „Neuen (Sowjet-) Menschen“ zu schaffen und der Spiegel trommelte für ihn in den 1950ern bereits. Heilwirkung hat die Psycho­analyse („Tie­fen­psycho­logie“) über hundert Jahre zwar noch nie ge­zeigt. Aber die deutsche Ärzteschaft verkauft sie doch als Heil­­kunde teuer. So können auch aus­gewiesene Rechte wie Eva Herman heute den Wen­dehals Maaz stützen und ihn zum „re­nom­mierten Psych­ia­ter“ erheben. Liegt er jetzt doch ganz auf ihrer Linie. Seine mehrheitlich offen linkslastigen Kollegen streuen ihre Diagnosen eher in gegen­tei­lige Rich­tung, vor­nehm­lich gegen US-Prä­sident Trump. Bevor­zugt ihn erklären sie hüben wie drüben für psy­chisch (narzißtisch) gestört und be­zweifeln seine Re­gierungs­fähig­keit.

Reichlich gab es den Miß­brauch der Psychiatrie zur Unterdrückung Anders­den­kender auch in der DDR. An ihm hatte der Hallenser Seeelenexperte Maaz nie ein Wörtchen aus­zu­set­zen. Nach der Wende wur­de ja öffentlich kaum darüber gesprochen. Dabei wurden allein in Thü­rin­gen 21 solcher Mißbrauchsfälle offiziell, wenn auch klamm­heimlich anerkannt und ent­schä­digt. Die poli­ti­schen Verbrechen in der DDR wur­den nach der Wende allge­mein her­unter­­gespielt, nicht zu­letzt vom damaligen Bundesbeauftragten Gauck, im Buch POLI­TISCH MISSBRAUCHT? speziell aber von sei­ner Beauftrag­ten Süß, einer Psy­ch­iaterin, die vor­dem für den linken Flügel des Demokra­tischen Auf­bruchs stand. Vertreter des rechten Flügels war Wolfgang Schnur, der bald als Stasi-IM aufflog.

2005 und nochmals ein Jahr später machte ich in Versammlungen der Re­präsen-tanten von Stasi-Opfern deren Dele­gierte in BSV[1] und VOS[2], unter ihnen auch Opfer besagten Miß­brauchs, auf die ausge­brem­ste Aufar­beitung ihrer Torturen (auch in der Psychiatrie), da­mit auf deren Vernied­li­chung bis Leug­nung durch die Elite aufmerksam. „Daß in der DDR der Psychiatrie­miß­brauch zum Tagesge­schäft ge­hörte, war allgemein bekannt und bedurfte keiner weiteren Bestätigung“, räum­te einer ihrer damaligen Vorsitzenden, eher ein Rechter, auch ein. Aber um den Be­schä­digten nach allen ausge­stan­­de­nen Qualen zu einer Entschädigung zu verhel­fen, lotste auch er sie zu einer rot-grü­n gefärbten Gut­achterin, die offensichtlich „von Oben“ ange­hal­ten war, die vor­mals re­strik­t­iven Be­gut­achtungen fortan etwas fairer zu gestalteten, dafür diese Leute aber zum Schwei­gen zu bringen. Wie Gauck und Süß verkündete die da als Gut­achterin wal­tende Psychia­terin Eb­bing­haus bei diesen und wei­­teren Op­fer-Versammlungen, zu­letzt bei der UOKG[3] kon­stant, es habe in der DDR-Psy­ch­iatrie keine Mißbräu­che gegeben. Einen der ein­drücklichsten Fälle schilderte 2004 gar BILD, den Fall der Sonja Lüneburg nämlich: Der West-Ber­linerin, die 1966 ihrem Lieb­haber in den Osten gefolgt und von ihm dann verlassen worden war, ent­wendete die Stasi ihre Iden­tität, über­trug sie auf eine Spionin im Bundes­wir­tschafts­mini­ste­rium und ließ die Betro­ge­ne in der Psychiatrie verrotten.

Die bald nach der Wende ver­kündete Parole „DDR: No Systematic Abuse“ kam aber aus Ame­­­­rika. Dort war das Interesse jetzt groß, die mittel-öst­lichen Psych­iater und Psycho­lo­gen nicht mit etwaigem früheren Fehlverhalten zu kon­fron­tieren, son­dern sie nunmehr westlich zu ver­ein­nah­men und als Meinungsmacher gegen Rußland in Stellung zu bringen. So schnell sich die politischen Auffassungen vieler Menschen, besonders ihrer elitären De­le­gierten an (noch) „höhere“ Inter­essen anpassen und unsere Bürgerrechtler am Psycho-Mißbrauch selbst gegen ihresgleichen wenig Interesse zeigten, gibt es an der Basis zum Glück immer noch Unbeugsame, die sich gegen Urecht auflehnen – Hel­den wohl, vielfach, aber nicht alles rechte.

F. Weinberger, GEP

[1] Bund stalinistisch Verfolgter
[2] Vereinigung der Opfer des Stalinismus
[3]  Union der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft, Dachverband der Vorgenannten

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Dazu ein Link zu Ausführungen zur Situation allgemein: https://www.crash-news.com/2016/06/10/ddr-studie-beweist-wie-stark-politischer-druck-und-gehirnwaesche-menschen-beeinflusst/

 

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2018: Weitere Flexibilisierung der Psychiatrie,
Lichtzeichen in Sicht

Was vom Establishment getragen, in Deutschland derzeit Regierung ist, stößt zunehmend auf Wider­stand, zwar nicht in „Psycho-Dingen“ und schon gar nicht in der deutschen Psychiatrie. Diese wird seit langem ja von Titel-führenden Staatsdienern, Klinikern, Ordinarien, Chefärzten repräsen­­tiert. Über konkreten Fällen des Psychiatrie-Mißbrauchs reiben wir uns seit Jahrzehnten an ihnen und den sie tragenden politischen Positionen und Strukturen. Nur selten kommen wir gegen sie auf, gehören aber hierzulande, von den Medien über Jahrzehnte totgeschwiegen, zu den wenigen, denen solches überhaupt schon gelungen ist.

Mit Beginn des neuen Jahres trat hierzulande eine neue gesetzliche Regelung in Kraft, nach der die psychia­tri­schen Kran­­kenhäuser, ob nötig oder nicht, in jedem Fall teurere „stationsäquivalente psych­iatri­sche Be­­hand­lung im häuslichen Umfeld“ über­neh­men, da­mit die am­bu­lante psychiatrische Krankenversorgung durch „unabhängige“ Ärz­te weiter zu­rück­drän­gen. Deren Reprä­sentanten (in Kassenärztlichen Vereinigungen, Berufsverbänden etc.) wurden jetzt nicht einmal mehr angehört. Das (selbst halbstaatliche) Deutsche Ärzteblatt ver­kün­dete die Neu­erung als „Neu­es Element der Flexi­bi­li­sie­rung“ (DÄ 46/17). Unter dem Etikett „Verbesserung der psy­ch­ia­trischen Kran­ken­versor­gung“ begann mit der En­quête der Bundesregierung von 1975 die schleichende Verstaatlichung von Psy­chia­trie und Psy­cho­the­rapie, mit ihr die Unterstel­lung ihrer Lehren und ihrer Praxis unter staatliches Dik­tat.

Merk­liger als Mer­kel steht „die Psychiatrie“ so heute zur „Integration“ der Zuwanderermassen. Eine systemnah verkürzte Moral stößt manchen inwischen auch an der Deutschen Ärzteschaft insgesamt auf. Der Verstaatlichung des Fachs trat der Autor dieser Zeilen schon bei ihrem Beginn Anfang der 1970er Jahre ent­ge­gen (u.a. in Achilles­ferse Psychiatrie oder: Der Countdown einer Sozialisierung). Der am­bu­lante, größte Teil praktizierter „Seelenheilkunde“ war bis dahin „un­abhängi­gen“ nie­derge­las­se­nen Ner­ven­ärz­ten zuge­ordnet. Psy­chiatrischem Mißbrau­ch, heil­kundlich getarnter Ent­­rech­tung einzelner mißliebiger Bür­­ger in Ost und West, konnte so im­mer noch entgegen­ge­treten werden. Or­di­na­rien, Chef­ärzte, Kranken­haus­­direktoren und ihre Unter­ge­benen sind immer den Weisungen ihrer „Oberen“ unterstellt und von daher immer in Gefahr, fle­xibel sich deren Wün­­schen zu beugen. „Oberer“ Fuchtel konnten sich nieder­ge­lassene Ner­ven­­ärzte und pensionierte Klini­ker lange am ehesten noch ent­ziehen, so wenige es auch taten. So konnten wir, die wir uns in der GEP aus just dieser Spe­zies rekrutieren, da noch auf die Ab­stellung sol­cher Miß­bräuche dringen (in der Sowjetunion seinerzeit gar erfolgreich) und hierzulande doch ein­zelnen ihrer Opfer aus jahre­lan­ger In­ternierung im Ir­ren­haus oder an­der­wei­tigem psycho-justitiel­lem Unrecht heraus­hel­fen.

Und wir konnten den Kern des Übles greifen, aus dem nicht nur die Verböserung der Seelenheilkunde, sondern zu einem guten Teil die Krise der heutigen Weltlage hervorgehen, den vereinigten Neo-Li­bera­lismus und Freud-Marxis­mus, letztliich die so arglos heilkundlich daherkommende Psychoanalyse. Daß im Neo-Marxismus (=Freud-Marxismus) mehr Freud als Marx steckt, ersterer gar die Leitfigur des links-liberalen Main­­streams ist, blieb lange unentdeckt. Nachdem er ein ganzes Jahrhundert genarrt hat, könnte Freud jetzt aber doch noch von sei­nem Sockel gestürzt werden. Just in Ame­rika, von wo aus er nach ’45 nach Deutschland zurückkam, geht eine so vernich­tende Kritik auf ihn nieder – ich erwähnte kürz­lich u.a. Crews’ neues 700-Seiten Buch Freud – The Making of an Illusion -, daß sie auch den alten Kontinent erreichen wird. Die Schan­de, die u.a. die Deutsche Ärzte­schaft einholen wird dafür, daß sie jahrzehntelang eine blanke Pseudo­wissen­schaft hilfe­suchen­den Men­schen als Heilkunde ver­kaufte, Abermillionen dafür ver­pul­vern und darüber hinaus die ge­samte Seelen­heil­kunde in den Stru­del Freudscher Phan­ta­ste­rei fallen ließ – Schwindel-Diagno­sen, wie sie Herr­mann, Mollath, Kuwalew­ski und viele noch Ungenannte ereilten, wurden so zu gängiger Münze -, wird allenfalls da­durch gemildert, daß die ge­samte In­tel­li­gentia des Landes dem Schwin­­del aufsaß und sich lange, von verein­zel­ten Ausnahmen ab­gesehen, durchgreifender Wi­der­­stand gegen ihn nirgends rührte.

Vor­aus­set­zung für unseren Widerstand war letztlich, daß es existentiell un­ab­hängige Psychiater und Psychologen über­haupt noch gab, diese für Gottes Lohn dann be­reit wa­ren, angesichts einiger auffälliger gerichtlicher Fehlurteile die ihnen zugrunde liegen­den Fehl-Gutachten zu überprüfen und dafür auch noch den Haß des Estab­­lish­­ments einschließlich ihrer Kollegen zu ertragen. Vor­aus­setzung für diese Ar­beit war ferner, daß ge­nü­gend kri­ti­sche Mit­­bür­ger unterschiedlich­en beruflichen Herkommens zu uns, ihren „Pro­­fis“ standen. Daß dies über mehr als 40 Jahre lang vorhielt, die GEP, auf sich allein gestellt, so ihre Ar­beit er­folg­reich leisten konnte, darauf dürfen gewiß alle, die zu ihr beige­tragen ha­ben, stolz sein.

Noch ist, wie gesagt, der 68er Mainstream oben auf. In der deutschen Psychiatrie greift er gar weiter um sich. In man­chen Län­dern Europas, in Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei, neu­erdings in Öster­­reich* – felix Austria! -, ja in weiten Teilen der west­lichen Welt, in Amerika in anderer Weise, stößt das Establishment heute entschieden aber auf Widerspruch. Lichtzeichen sind in Sicht.

* Was speziell unsere Anliegen betrifft, sollen nach dem Programm der neuen Regierung aus ÖVP und FPÖ die Gerichte verpflichtet werden, von den Streitparteien eingebrachte Privat-Gutachten zu berücksichtigen. Von den Hauptverhandlungen sollen audiovisuelle Aufzeichnungen möglich werden. Im Zivilprozeß sollen „gegen unrichtige Beweiswürdigungen“ der Erstinstanz leichter Rechtsmittel ein­zulegen sein. Welcher Gewinn liegt doch für die Rechtssicherheit der Betroffenen, ja der Bevölkerung insgesamt, in solchen Regelungen.

Dr. med. F. Weinberger, GEP

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Psycho-Politik

Daß die Meinungen auf dem politisch kontrovers besetzten „Psycho-Gebiet“ aus­ein­ander gehen, versteht sich. Eine „einseitig antiana­lyti­sche und primitiv anti­kommunistische Sicht auf die Welt“ erkannte kürzlich ein Psychiater-Kollege in Saalfeld an mir. Viel im Netz schreibend, mag der Mann alle erfreuen, denen wir schon auf die Zehen treten mußten. Da sich nur we­ni­ge Men­schen um das Unrecht küm­mern, das andere trifft, ist man an sich für jeden froh, der sich da gar fachkundig ein­bringt. Daß dann oft auch die weni­gen Anteilnehmenden mehr ge­gen einan­der als für die Betroffenen streiten, scheint allmählich dazuzugehören. Auch Mollaths Verteidiger Dr. Strate, ein alter Maoist, jetzt be­kennender 68er, hatte für uns, deren Begutachtung den Fall erst ins Rollen brachte, nichts als Abwertungen übrig, Mollath dafür das Nach­se­hen. Für Opfer des Psychiatrie­mißbrauchs verwandten wir uns über 40 Jahre ohne Ansehen ihrer po­li­tischen Orientierung.

So sehr Marx und Freud in der 68er Ideologie zusammenflossen und so gemeinsam die „gei­sti­ge Luft­ho­heit“ im Land erlangten, kommt sie heute doch ein we­­nig in die  Kritik. Über Jahr­zehnte war die „Frankfurter Schule“ bei den Alt­parteien sakro­sankt. Neu hinterfragt sie jetzt die AfD. Nur den An­teil Freuds an der Kul­turrevolution klammert auch sie aus.

Von einer Ver­sammlun­g ihres „Bundesfachausschusses Gesundheit“ teilte uns einer seiner Spre­cher kürzlich mit, er habe dort „in Einzelgesprächen auf die Problematik der Begut­achtungen in der Psy­ch­ia­trie aufmerksam gemacht. Wie abzusehen war, ist (war) das In­ter­esse ge­dämpft, da die Mei­­nungen dahingehend waren, es handele sich nur um eine Rander­schei­nung. In der Mehr­­zahl läuft es ja gut (ist ja auch wenig in der Öffentlichkeit)…“, was an psy­chiatrisch–(tiefen-)psy­cho­lo­gisch „be­grün­de­ten“ Zwangsinternierungen, Kindsentziehungen, Exi­stenz­­­ver­nich­tun­gen und Enteignungen im Land so läuft. Gerade bei Kindesentziehungen wirken sich, wie bei Begut­ach­tun­gen wie­der­­­holt an­ge­trof­fen, Freudsche Positionen besonders übel aus, von ihrer Rolle bei der Unterminierung der Gesellschaft einmal abgesehen.

Das dominierende Thema der AfD ist verständlicherweise die Massenzuwanderung, fraglos heute die große Herausforderung für das Land. Selbst hier aber spielt Freud herein – wie es für die USA u.a. der amerikanische Psycho­loge Kevin MacDonald in seinem Buch Die Kultur der Kritik (2013) aufzeigt (Rezen­sion von Andreas Knöppler bei Amazon). Es interessieren sich für die Hin­ter­grün­de der dra­ma­tisch­sten Ent­wicklungen im Land aber nur wenige. Auch die al­ter­nativen Me­dien, die es zum Glück doch immer noch gibt – eine Über­sicht unter http://www.prabelsblog.de/2017/11/die-hitparade-der-liberalkonservativen-blogs/ –, ver­­­schwei­­­gen, was das ganze Getriebe im Inner­sten zusammenhält.

Die Medien im Westen ha­ben Freud seit ’45 gepusht. Mit der Psych­iatrie-En­quête (1975) und der Unterstützung der Ärzteschaft ha­ben ihn die Alt­­par­teien hierzulande etabliert. Vor allem in englisch­sprachigen Län­dern wurde er dann aber, so klug er auch war, als Lüg­ner und Be­trü­ger ausgewiesen. Nur nimmt hier­zu­lande kaum je­mand davon Kenntnis. So läuft die Um­set­zung seiner und ähnlicher Konzepte halt weiter. Zum Glück ist gegen sie gutachtlich zu­mindest in familien­recht­lichen Fällen mitunter noch aufzukommen.
25.11.2017

Weil hinter realen Mißbrauchsfällen des Fachs, mit denen wir wie in den Fällen Mollath, Kuwalewski etc. zu tun bekamen, immer wieder direkt oder indirekt die wissenschaftliche Unredlichkeit im Psycho-Vorgehen gegen sie, ja schon in den theoretischen Grundlagen wie etwa der Psycho­analyse hervortrat, mußten wir uns ihr näher widmen. Von ihren Anfängen an, vermehrt von Forschern gar in englischsprachi­gen Ländern seit den 1970ern wurde Freuds Flunkern aufgezeigt, zuletzt (2017) in Frederick Crews‘ neuem Buch The Making of an Illusion. Mit Unterstützung solcher „Freud-Gelehrten“ („Freud-scholars“), auch jüdischer, kam es zur Bildung unseres Internationalen Netzwerks der Freud-Kritiker (INFC). Die Unterstützung versickerte bald. Und die etablierten Parteien, voran die Ärzteschaft unterstützten den Schwindel so zäh, daß er bestens weiter gedieh mit all den letztlich von ihm getriggerten Mißbrauchsfällen.

Dazu ermöglichten, ja forcierten besagte  Parteien jetzt die unkontrollierte, illegale Massenzuwanderung. Gegen sie kam zwar Widerstand auf. Da die AfD in die Etablierung Freuds mit der Psychiatriereform von 1975 nicht involviert ist – Gnade der späten Geburt! -, näherten sich ihr einzelne von uns son­­­die­rend an (s.o.). Es stellte sich aber rasch heraus, daß auch sie mit unserem „Psycho-Thema“ rein gar nichts zu tun haben will. Wir wiesen oben schon auf das Buch Die Kultur der Kritik von Kevin MacDonald, eines Psychologie-Professors an der California State University Long Beach [1]. Nüchtern legt er dar, daß wie die Psychoanalyse auch die Durchmischung nichtjü­discher Be­völ­kerungen zum Eingemach­ten zeitüberdauernder jüdischer Polit-Strate­gie gehört. Eini­ge nennen das Buch antisemitisch, was es nicht ist. Es legt einige der Bedingungen für das politische Geschehen in den letzten hundert Jahren dar. Was tendenziös, wissenschaftlich oder un­wissenschaft­lich ist, wird wie Glaubensfragen in überwunden geglaubten Zeiten weithin machtpolitisch entschieden, gerade in den „Gesellschaftswissenschaften“.

Auch die AfD spricht das 68er System (vorerst?) nur in Teilen an, drängt es im Bundestag gleichwohl bereits mit Bravour zurück (vgl. die Reden von J. Cotar und B. von Storch). Was es hauptsächlich trägt und in ihm wirkt, der Freudismus, gerät derweil anderswo unter Druck, in Amerika etwa mit  o.g. neuem Buch von Frederick Crews. So notwendig die Freud-Kritik auch in Deutschland ist, so notwendig ist’s auch, jeder Einfärbung dabei zu entsagen. Anders wäre sie unerhört.

Den Auswirkungen der 68er im Fach, seinen Mißbräuchen, werden wir vorerst alleine gegenüberstehen, in Einzelfällen aber wohl weiter gegen sie aufkommen. 

Dr. F. Weinberger, GEP                                                              14.12.2017

[1] MacDonalds Buch, 1998 auf Englisch erschienen, auf Deutsch 2013, trägt den Untertitel Eine evolutionäre Analyse jüdischer Einflüsse auf intellektuelle und politische Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Ethnische Hintergründe werden heute ja in aller Regel abgedeckt. MacDonalds Buch könnte durch seine Offenheit der weiteren Normalisierung der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden dienen.

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Seit 27.7.2017 im Netz:

Die immer maßloser werdende Arroganz der Macht der Großen Koalition im Bundestag hat in den letzten zwei Sitzungswochen vor Ende der Legislaturperiode zu einer erheblichen Demontage des Grundgesetzes geführt“ (Vera Lengsfeld). Mit der Einführung eines „Staats­trojaners“, dem Maas’schen NetzDG (Netzwerk­durchsetzungsgesetz, Netz­­werkdurch­suchungsgesetz nach Lengs­­feld) und anderen flinken, linken Überholmanövern bis zur „Ehe-für-alle“ (Schwu­­len und Lesben) haben die Alt-Parteien, voran die ehem. FDJ-Se­kretärin für Agitation und Propaganda, jetzt wohl den Schlußak­kord zur Auf­lösung der überkommenen Rechts- und Werteordnung in Deutsch­land ge­setzt.

Mit un­se­rem langjährigen Widerstand gegen den GroKo-Kurs auf dem „kleinen“ seelen­heil­kund­li­chen Ge­biet faßten wir gewiß nur den kleinsten Zip­fel dieser Arroganz, aber einen für viele doch we­sent­li­chen. Einzelfälle „psycho-justizieller“ Mißgriffe bewegen immer wieder die Öf­fent­lich­keit. Unweigerlich warfen sie die Frage nach Fehlern im System der beteiligten Dis­ziplinen auf. Gegen deren arrogante Widerstände bedürfen sie, Einzelfälle und System, breiter politischer Auf­merksamkeit, finden diese freilich nur schwer, weil alle politischen Lager von den alten Sowjets bis hin zu heutigen GroKo-Politikern an einer mißbrauchbaren, krummen Psych­iatrie inter­essiert sind. Können sie mit ihr doch ihre Gegner billig ausschalten, u.a. sie etwa als „Verschwörrungstheoretiker“ dis­kre­di­tie­ren. So konnten wir in Einzelfällen Psych­iatriemißbräuchen abhelfen – am be­kanntesten immer noch der Fall Mollath -, dem fort­be­stehenden System des Mißbrauchs aber nicht. Im Wahl­kampf wird sich hier auch niemand engagieren. Das Thema gerade des Mißbrauchs­systems ist ja von den Medien über Jahrzehnte nie aufbereitet worden.

Kürzlich nahm ich an einer Veranstaltung der AfD teil, in der ich den Referenten, den be­kannten Publizisten Jürgen Elsässer, auf die Sache hinwies. Im­merhin lehnt die AfD den Un­fug des Gender-Main­streamings ab, das aus der Psychoanalyse Wilhelm Reichs rührt. In der Ver­samm­lung kam die Korrum­pie­rung des Rechts­­staats durch die 68er Kulturrevolution zur Sprache. Daß sie, de facto der Freud-Marxismus, in Deutsch­land dadurch die Oberhand ge­wan­n, daß Freud, ob­wohl international von vielen Gelehrten als Schwindler ausgewiesen (s. http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpinfcde/freud-kritik-und-anti­semitismus/), nir­gends hin­ter­fragt, ja von der Deutschen Ärzteschaft gar sanktioniert, mit dem Zusatztitel „Psychoanalyse“  festgezurrt worden ist, stieß nirgends auf. Die Ge­schichte der Grü­nen breitete Elsässer in seinem COMPACT kürzlich schön aus. Von den Ur­sprüngen der 68er bei Freud will er dennoch nichts wissen.

Unsere Medien, nach ’45 direkt und indirekt aus „Li­zenz-Presse“ hervor­ge­gan­gen, schwei­gen tot, was das Volk nicht wissen soll. Neue Informationsträger wie neue Parteien kommen nur hoch, wenn „der Wurm des Establishments“ in sie von vornherein schon mit eingebaut ist (Schill-Partei, „Freie Bür­ger“). So weiß man auch in der AfD, wo angesichts der Mas­sen­im­migration Sorge um Deutschlands Fortbestand herrscht, nicht, daß es selbst in Amerika Psy­cho­ana­ly­tiker im Verbund mit Anthro­po­logen wie Franz Boas, Ruth Benedict, Margaret Mead, Herbert Mar­cuse und ähnli­chen Geistern waren, die in den 1960ern die dortigen Einwan­de­rungs­ge­setze liberalisierten und so aus den USA endgültig eine mul­ti­eth­nische Gesellschaft mach­­ten (E. Fuller Torrey FREUDS BETRUG). Just weil sich die aufgesetzte wissen­schaft­­liche Atti­tüde der Psycho­analyse den Linken in der politischen Auseinan­der­setzung bewährte, wird sie, die immer Pseudo-Wissenschaft war, von ihnen geschätzt und auch von den Unions­parteien, u.a. der ehe­maligen FDJ-Se­kre­tärin Merkel, ähnlich aber auch vom ehemals links-radi­ka­len, jetzt rechten Publizisten Elsässer geschützt.

In einer politischen Ecke, bei den La­Roucheanern in Amerika, in Deutschland vertreten durch die „BüSo“ der Frau Zepp-La­Rouche, hat man das politische Wirken der Freudianer, u.a. ihre Pla­nung der Kul­turrevolution im Londoner Tavistock-Institute for Human Re­lations, vor Jah­ren schon re­gistriert. Wohl weil BüSo ihre Thesen mit anderen, schwerer eingängigen Posi­tionen verband, kam sie bei Wahlen über Null-komma-x-Prozente selten hinaus. Auch wo manches gleich gesehen wird, kommt es noch lange nicht zu gleichen Konsequenzen.

So hilfreich die neue vielschichtige Durchmusterung der Freudschen Lehren und ihrer Folgen speziell in anglo-amerikanischen Län­dern ab den 1970ern war, ließ sie doch weit­ge­hend außer Acht, wie massiv Freud auf die aktuelle „See­len­hei­lkunde“, die Psycho­thera­pie UND Psych­ia­trie, einwirkte und sie und die bei ihr hil­fe­suchenden Men­schen be­schä­digte. Just durch die Ver­bin­dung mit der wissenschaftlichen Psych­iatrie haben Freud und mit ihm der Freud-Mar­xis­mus ihre ge­sell­schafts­po­li­tische Durchschlagskraft erfah­ren, kann sich das Establish­ment mit Maas und Merkel jetzt seine Arroganz erlauben.

Nachdem andererseits nicht unentdeckt blieb, wie das Establishment international doch von Lügen, Lügen, Lügen durch­setzt ist – man muß kein Engel sein, um sie wie Trump zu sehen – und nachdem diese ihren Ur­sprung just im Psycho-Feld haben und die Erkenntnis im mäch­tigsten Land der Welt nun eine mäch­tige Gegensteuerung auslöste, gegen die das (neu-)inke Establishment immer noch vergeblich anrennt, dür­fen wir hoffen, daß, gleich, wie am 24.9.2017 die Wahlen hierzulande ausgehen, 1.) Frieden erhalten bleibt oder einkehrt und 2.) im Psycho-Feld überfällige Kor­rek­­turen durchgesetzt werden. Auch hier, wo die 68er Lüge am frühesten und über Jahrzehnte am frech­sten aufspielte, Heil­kun­de trüb­te, zur Diffamierung Andersdenkender führte, Be­gutachtung und mit ihr den Rechts­staat gefährdete, könnte sie auch immer noch platzen. Manche könnten demnächst so befriedigt noch fest­stellen: Es brauchte so harte Aus­einan­der­set­zungen, bis sich über sie und viele Irrungen hinweg eine redliche, men­schen­­ge­rechte „Seelenheil­kunde“ durch­set­zte.

Von Freudschen Lügen durchwirkt war die 68er Kul­turrevolution von Anfang an. Ihren ge­mischten Aus­wirkungen, der physischen und kulturellen Verfremdung unseres Landes, aber steht, selbst wenn auch sie den Ur­sprung der Verfremdung bei Freud verkennt, die AfD doch ent­gegen. Und das Politische bleibt nie ohne Auswirkungen auch auf das Geschehen in der „Seelen­heil­kunde“.

Klang Ende des letzten Jahrhunderts die aggressive Hochspannung zwischen Ost und West ab, hörten „im Osten“ darüber auch Miß­bräuche der Seelenheilkunde auf, so machten sich in der Politik des Westens bald von der Zerstörung Libyens, Syriens etc. bis intern zu im­mer fragwürdigerem Auf­trump­fen von Rolf Bossis „Halb­­göttern in Schwarz“ (und in Weiß, hier bis zu den immer schlechter versteckten Mißbräuchen der „Reform­psych­iatrie“) îmmer un­ge­zü­gel­tere Ag­gressi­vität und Willkür breit. Über deren Folgen treffen Haß und Lügen­pro­paganda von „oben“ jetzt große Teile des eigenen wider­stän­di­gen Vol­ks. Dabei sind die Lügen fast schon am Platzen, die sich in­ den seelen­heil­kund­li­chen Fä­chern des Westens über Jahrzehnte an­ge­häuft ha­ben. Daß uns aber die nach außen, gegen Rußland ge­richteten Lügen des Estab­lish­ments und mit ihnen ge­schürter Haß erneut an den Rand eines Weltkriegs bringen – Ruß­land jetzt in der Position des Verteidigers -, dem wird das Wahlvolk demnächst vielleicht doch wehren.

27.7.17

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Manch früher schon festgehalte Ausführungen sind es wert,  auf Dauer auf unserer Webseite zu stehen, so die von

Prof. Igor Schafarewitsch, einem russischen Mathematiker und Freund Andrej Sacharows, der in einem Aufruf vom 14.05.1978 gegen die Verhaftung des jüdischen Bürgerrechtlers Alexander Podrabinek und weiter gegen die damals in seinem Land verbreitete Psychiatri­sierung Oppositioneller, gegen ihre Internierung und Behandlung als Geistes­kranke, protestierte – seine Worte standen bereits in unserem Rundbrief 3/78:

Wenn man im Menschen nichts anderes sieht als eine Mischung von sozialen oder biologischen Kräften, dann verlieren die Konzepte von Schuld und Strafe jede Be­deu­­tung, so wie sie bedeutungslos sind, wenn sie gegen eine Maschine angewandt werden. So wie ein kaputter Computer nicht vor Gericht gestellt und nicht bestraft, sondern repariert wird, so ist es notwendig, eine Person zu reparieren, die aufhört nach dem offiziellen Programm zu funktionieren. Für exakt diesen Zweck gibt es psychiatrische Spezialkrankenhäuser.

Diese Schlußfolgerung ist so unausweichlich, daß schon ein Früh-Materialist wie Weitling, ein Vorläufer und Lehrer von Marx, das Bild einer Zukunftsgesellschaft von Freiheit und Harmonie gemalt hat, in der es keine Gerichtsverfahren und keine Prozesse mehr gäbe, in der vielmehr alle von schlechten Leidenschaften Besessenen in Hospitäler gesteckt und die Unheilbaren auf speziellen Insel-Kolonien festgehalten würden. Dies eine typische, von einem schlimmen Phantasten geträumte Utopie. Um wieviel schauriger ist die Utopie, die das reale Leben ge­schaf­fen hat? Im (noch kleinen) Modell zeigt sie uns, was uns in nicht zu ferner Zukunft erwartet.

Eine Kostprobe davon ist gegeben, wenn Psychiater zwangseingewiesenen Patien­ten in offensichtlich aller Ernsthaftigkeit erklären, daß ihre religiösen Glaubens­überzeugungen oder ihre kritischen Haltungen dem Leben gegenüber, ihr Mangel an sozialer Anpassung, wie die Ärzte sagen, ein klares Symptom geistiger Er­kran­kung seien.

Die Weltanschauung, von der solche Ansicht stammt, ist nicht in Rußland geboren – sie wuchs und trieb Blüten auf westlichem Boden. Aus diesem Grund bin ich sicher, daß auch der Westen von der gleichen Gefahr bedroht ist, wenn vielleicht auch in anderer Weise – von der Perfektion der Techniken zur Mani­pulation des Denkens, von der Veränderung des Menschen in ein eindimen­sionales Wesen, das seiner inneren Freiheit beraubt ist…

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6 responses to “Aktuelles”

  1. Jason Klingor

    @Klaus Schlagmann:

    Siehe auch die „Saharasia-These“ nach James DeMeo zum Entwurzelungsprinzip und Gewalt-Prinzip und der Entstehungsgeschichte des Patriarchats und die Website und Bücher von James DeMeo dazu, aber auch Prof. Bernd Senf aus Berlin usw.

    http://www.berndsenf.de

    Ferner verweise ich zur Gender Thematik auf Judith Reisman und die Bücher von Jaya Gopal zum Islam wie „Gabriels Einflüsterungen“ und von Kerstin Steinbach zum Feminismus und zur Kritik am Feminismus nach Alice Schwarzer – welche auch schon Esther Vilar als eine Feministin mit anderen Ansätzen in einer Fernseh-Diskussion mit Alice Schwarzer äußerte und auch viele andere Männer und Frauen!

  2. Martin Leo II

    Lieber Dr. Weinberger, sehr geehrter Professor Dieckhöfer!

    Zunächst wünsch‘ ich Ihnen beiden viel Gesundheit auch zur Fortsetzung Ihrer gesellschaftlich wichtigen Arbeit in der GEP. Ich hoffe Ihre Geduld mit meinen vielen Zusendungen nicht zu überfordern, danke Ihnen beiden jedenfalls herzlich für das Gehör, das Sie mir bisher gewährten. Die allerletzten Zusendungen (Insider-Material!) bitte, lieber Dr. Weinberger unbedingt noch sichten. Ich wünsche und hoffe, daß Gerechtigkeit und ärztliche Verantwortung auf Ihrem Gebiet der Heilkunde doch obsiegen.

    Es war und ist mir eine Ehre, Sie hier und da a bisserl zu unterstützen,
    da Sie angesichts des Schwindens hippokratischer Moral gerade in den seelenheilkundlichen Fächern die wirklich Standhaften waren und sind.
    Ihnen ganz persönlich, Dr. Weinberger, ist anzurechnen, daß Sie die GEP,
    vormals DVPMP, im Geiste Walter von Baeyers (noch neben der Verarztung
    der gewiss anspruchsvollen Klientel am Starnberger See) fortgeführt haben; ich denke Sie haben mehr erreicht, als Sie ahnen; die eingebrachte Lebenszeit und Mühe haben sich schon gelohnt; einigen Ihrer Kollegen ist der A… gewiß mächtig auf Grundeis gegangen, da bin ich mir sicher. Große Arbeit!

    Mit besten Grüßen Martin Leo

  3. Holzleitner Bernhard

    Zu „Aktuelles“ – Protest beim Weltkongreß für Psychiatrie

    Nicht die wichtige und notwendige Psychiatrie ist das Kernproblem, sondern der Macht­missbrauch und die Vetternwirtschaft in den drei Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative sind es. Durch sie wird die Gewaltenteilung ad absurdum geführt.

    Es geht am Problem vorbei und nützt nichts, nur die (forensische) Psychiatrie zu kritisieren. Nur der Protest gegen die Willkür in der Justiz und der Politik im Ganzen kann Abhilfe schaffen.

    Richter und Staatsanwalt, die sich, um zum Ziel zu kommen, den „richtigen“ Psychiater als Auftragnehmer besorgten, waren und sind für den Fall Mollath für verantwortlich, für meinen Fall ähnlich.

    Ich habe mir etliche Fälle, Urteile und Berichte von noch im BKH Straubing inhaftierten Patienten angeschaut und komme immer wieder zum gleichen Schluss: Einmal in den Mühlen der Justiz auf der falschen Seite und man ist verloren.

    Ich hoffe abschließend aber, dass jeder, der Protest erhebt, auf seine Art beiträgt, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und längerfristig damit den Psychiatrie- und Justizskandalen doch abzuhelfen.

    http://www.br.de/mediathek/video/deutsche-justiz-wie-gefaehrdet-ist-unser-recht-100.html

  4. Schaarschmidt, Fritz

    Zum Beitrag mit Foto:
    Protest zum Welt­kongreß für Psych­iatrie in Berlin am 8.10.2017

    Sicher hatte die Protestaktion in Berlin ihre guten Gründe. Es ist aber falsch, ja empörend, Psychiater, pauschal gar, als Mörder zu beschimpfen. Psychiater sind Ärzte, die als Spezia­listen am ehesten unterscheiden können, wer krank ist und Hilfe braucht oder gesund ist und Schutz vor leichtfertiger Verdächtigung braucht. Leider gibt es wie in jedem Berufszweig schwarze Schafe, so auch Mediziner, die vom Rich­ter gewünschte Gutachten erstellen mit schlimmen Folgen. Sie fallen damit zwar manchmal unrühmlich auf, was aber wie im Fall Mollath weder Falsch-Gutachter noch Falsch-Richter weiter berührte…

  5. Paradigma

    Das justizielle Vorgehen gegen Gustl Mollath und jetzt noch gegen seinen Freund Edward Braun
    (zur Übersicht ein Bericht der Mittelbayerischen Zeitung)
    http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/mollath-prozess-zeuge-verurteilt-21705-art1505500.html
    Im WA-Ver­fah­ren gegen Mollath 2014 wurde sein langjähriger Freund Edward Braun vom Regensburger Landgericht als Zeuge in einem vierein­halbstündigen Kreuzverhör am Rand der Un­ter­zuckerung zu einer Beeidigung seiner Aussagen über Mittei­lun­gen gezwungen, die ihm Mollaths Ex-Frau 2002 am Telephon machte, dabei ihm einen regelrechten „Vernich­tungs­plan“ ge­gen ihren Mann eröffnete. Der Zahn­arzt machte sich über die schockierenden telephonische Mit­teilung der Frau u.a. auf einer Schreibtisch­un­ter­lage stich­wort­artige Notizen. Auf sie stützte er sich bei seiner Zeugen­aussage vor dem Landgericht 2014. Auf Veranlassung des Verteidigers Strate wurde er auf sie vereidigt.
    Ihren damals bekundeten Plan setzte die Frau gegen ihren Mann in der Folge rücksichtslos um, indem sie diesen ab 2003 u.a. einer Körper­ver­letzung beschuldigte, wozu sie auch zwei trick­reich erreich­te Atteste beibrachte. Das WA-Gericht hat dabei den of­fen­sichtlichen Masterplan wie auch den Bela­stungs­eifer der Frau wohl wahrge­nommen, nicht aber den Ge­samt­zu­sam­men­hang, in dem das alles ablief. Das WA-Ge­richt aber bela­stete Mollath mit der Körperverletzung ähnlich wie bereits das Tat­gericht (Landgericht Nürn­berg-Fürth) 2006. Dieses steckte Mollath darauf über psy­chia­tri­sche Gut­- oder Schlechtachten ins Irrenhaus.
    In Ansatz ähnliches wiederholte sich im April 2017 im Meineids­prozeß gegen Mollaths Unterstützer Braun:
    Im Verfahren gegen Mollaths Freund Braun am Regens­burger Amtsgericht spielte die inhaltliche Richtigkeit seiner be­ei­dig­ten Aussage von 2014 nur eine untergeordnete Rolle. Man stürzte sich auf eine Schwach­­stelle in sei­ner Dokumentation der Aus­sagen der Ex-Frau von 2002 und dies war ein willkommener Anlass Herrn Braun wegen eines Meineids anzuklagen. Das Ge­richt hielt sein Zeugnis von 2014 jetzt zwar für „möglicher­wei­se“ zutreffend, befand aber die Verfär­bung der Kugelschreibertinte sei­ner Notiz auf der Schreib­­tisch­un­ter­lage nicht zum an­ge­ge­benen Datum der Ein­tra­­gung pas­send. We­gen Mein­eids verur­teil­te es so den Freund, der auf­op­fe­rungsvoll Mol­lath aus sie­ben­ein­halb­jähriger Frei­heits­­berau­bung herausgeholt hat und ihm seitdem weiter Schutz gewährt.
    Das Amtsgericht Regensburg beurteilte Brauns Aussage über die telefonisch vorgebrachten Drohungen der Ex-Frau, die das Landgericht Regensburg 2014 noch strikt verworfen hatte, jetzt also als mög­li­cherweise stimmig. Nur der lo­gischen Schluß­fol­ge­­­rung, dass der Ma­ster­­plan der Ex-Frau tatsächlich skrupellos um­­­­­ge­setzt und schon von da­­her in seiner Stimmigkeit be­stätigt wor­den ist, entzog sich das Gericht auch jetzt.
    Das Urteil gegen ihn wirkt wie ein Nachschlag des Systems zum Fall Mollath, wie ein Racheakt dafür, daß dieser und sein Freund Braun die bayerische Justiz so bloßge­stellt haben.
    Wie der Ministerialrat a.D. Wilhelm Schlötterer in seinem Buch „Macht und Mißbrauch“ akribisch beschrieb, handelt es sich bei dem Fall Mollath um einen politischen Fall, bei dem der Rechts­staat erbärmlich versagt hat. Dies erklärt all die Fragwür­dig­keiten, die ihm juristisch bis heute nachge­schoben wurden.

  6. Klaus Schlagmann

    Zum Gender-Thema:

    Als ich mit beginnender Studentenzeit in den frühen 80er Jahren erste Erfahrungen mit Partnerschaften machte, traten mir selbstbewusste junge Frauen gegenüber, die – für mich selbstverständlich – respektvolle Behandlung erwarteten. Eine Kopie des Rollenvorbilds unserer Eltern kam nicht in Frage. Es war nicht schwer, mich z.B. für die Problematik einer vorherrschenden Männersprache zu sensibilisieren. Die Lektüre von „Die Töchter Egalias“ (in diesem Roman der Autorin Gerd Brantenberg wird eine Gesellschaft konsequent so gezeichnet, dass hier die Frauen dominant das gesellschaftliche Leben und die Sprache bestimmen; dass sich am Ende erste zaghafte Versuche zur Gegenwehr von männlicher Seite aus regen, betrachtet man hier als logisch und überfällig) bot eine witzige Möglichkeit zur Einfühlung in die andere Seite. Als junger Vater wollte ich mich dann natürlich auch von Beginn an in die Kinderversorgung einbringen. Freilich musste ich so auch die Frustration erleben, dass ein Säugling schon sehr schnell unterscheiden kann, ob er von Mama oder Papa im Arm gehalten wird: Mama war in etlichen Situationen eindeutig beruhigender. Hier spürte ich sehr unmittelbar die Grenzen der mir damals ideologisch durchaus noch wünschenswert erscheinenden Beliebigkeit.

    Aus meiner Sicht ist dabei übrigens nicht daran zu zweifeln, dass die Unterwerfung frauenrechtlicher Gesellschaften durch patriarchalische Eroberer eine Form der Ur-Unterdrückung der Menschheit darstellt. Die damit einhergehende Entwertung von Frauen hatte und hat geradezu zwangsweise zur Folge, dass immer wieder entsprechend unterdrückte Mütter in ihren Kampf gegen diese unsinnige Einengung und Bevormundung ihre eigenen Kinder als Blitzableiter und Partnerersatz instrumentalisieren. Im Ödipus-Mythos, den ich z.B. in „Ödipus – komplex betrachtet“ eingehend untersucht habe, sehe ich einen Niederschlag dieses wichtigen Menschheits-Themas. Die patriarchalische Norm – Männer sind wichtiger als Frauen – hat Auswirkungen auf die konkrete Familie: Allzu leicht befinden sich in solch einer Gesellschaft die Eltern latent in einem Dauer-Konflikt, in den immer wieder Kinder hineingezogen und geprägt werden. Dass dieses Thema bereits von Marx und Engels analysiert wurde, erscheint mir nur als guter und notwendiger Beitrag zur Aufklärung.

    Dass mit der heutigen Genderisierung eine Zerrüttung von Familien, und damit von Gesellschaften, einhergeht, steht auf einem anderen Blatt und ist mir erst in den letzten Jahren deutlich geworden. In der asiatischen Lehre von Yin und Yang sehe ich ein schönes Modell, das womöglich eine wünschenswerte Entwicklungsrichtung angeben könnte: Zwei Teile, die von der Form her gleich, von der Farbe gegensätzlich sind, jeweils versehen mit dem Keim des anderen. Und nur gemeinsam bilden sie eine runde Sache.

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