Über uns

Die
Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V.

Der Vorstand der GEP

Vorstand-2016
 Der Vorstand der GEP 2016
v.li. Eckstein, Dieckhöfer, Schlagmann, Rödel, Weinberger
, Schaarschmidt

Dr. med. Frierdich Weinberger ist von Anfang an Vorsitzender der GEP. Mit Prof. Walter von Baeyer zusammen ist er einer ihrer Mitgründer. Dr. Weinberger war als niedergelassener Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, von 1970 bis 2004 in Starnberg tätig. Er lebt jetzt in Garmisch-Partenkirchen. 2007 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Prof. Dr. med. Dr. phil. Klemens Dieckhöfer ist 2. Vorsitzender  der GEP. Habilitiert an der Universität Bonn für Neurologie und Psychiatrie sowie Geschichte der Medizin (Zusatztitel: Psychotherapie und Naturheilverfahren) ist Prof. Dieckhöfer u.a. Schriftleiter psychiatrischer Fachjournale und Beiratsmitglied verschiedener ärztlicher und naturwissenschaftlicher Gesellschaften. Seit 1986 ist er als Berufssachverständiger tätig.

Dr. med. Dietmar Eckstein wurde im Mai 2015 zum Schriftführer der GEP gewählt. Er ist Facharzt für Innere Krankheiten. Sein nebenberuflicher Interessens- und Tätigkeitsschwerpunkt ist die medizinische Dokumentation. Über Querelen mit örtlichen SED-Funktionären lernte er zweimal (1986 und 1989) den politischen Psychiatriemißbrauch in der DDR am eigenen Leib kennen – kurzfristig, aber doch in aller Härte. Dr. Eckstein war zuletzt als frei praktizierender praktischer Arzt im vogtländischen Auerbach tätig.

Fritz Schaarschmidt, gebürtiger Dresdner, jetzt in der Nähe von Landsberg/L. ansässig, ist seit Mai 2015 Schatzmeister der GEP.

Dipl.-Psych. Klaus Schlagmann ist seit 1995 in Saarbrücken als Psychotherapeut niedergelassen. Angestoßen durch einen markanten Fall von Verschlechterung nach einer psychoanalytischen Therapie, publiziert er seit 1996 zu den theoretischen Grundlagen psychotherapeutischer Praxis. Auf seiner Webseite (http://www.oedipus-online.de) bzw. in Fachartikeln und mehreren Büchern hat er seine Kritik an Freud und etlichen seiner Nachfolger dargelegt, so in „Ödipus – komplex betrachtet“ (2005) oder in „Gradiva. Wahrhafte Dichtung und wahnhafte Deutung.“ (2012).

Gudrun Rödel war viele Jahre als Anwaltssekretärin in Zwickau tätig. Seit 1998 in Münchberg ansässig, lernte sie durch ihren über 10 Jahre lang andauernden Kampf für den geistig behinderten Ulvi Kulac die „Machenschaften“ von Justiz und Psychiatrie in Bayern kennen. Ulvi wurde 2014 in einem spektakulären Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen und aus der Bayreuther Forensik entlassen. Er lebt jetzt wohlgelitten und zufriedenin einem Heim.

Am 4.12.2015 ist RA Horst Seitz, Bad Dürkheim, als Justitiar neu an die Seite der GEP getreten.


Aus der Satzung der GEP, ursprünglich (von 1977 bis 1999) DVpMP

 Zweck des Vereins ist die Förderung der Fürsorge für die politisch Verfolgten, die Opfer des Mißbrauchs der Psychiatrie zu politischen Zwecken geworden sind oder die wegen ihres Widerstandes gegen solchen Mißbrauch politische Verfolgung erleiden. Der Verein ver­wendet sich für die Integrität psychiatrischer Wissenschaft und Praxis.

Diesem Ziel dient insbesondere die moralische und finanzielle Hilfeleistung für die Opfer der Verfolgung.
Finanzielle Unterstützung wird jedoch nur im Rahmen des § 53 Abgabenordnung gegeben.

Weitere Mittel zur Erreichung des Zweckes sind

– Prüfung, Diskussion und Dokumentation von Nachrichten bezüglich politischen  Miß­brauchs der Psychiatrie, wo immer auf der Welt er in Erscheinung tritt,

– Bekanntmachung und Verurteilung solch ungesetzlicher und ethisch nicht zu rechtfertigender Methoden,

– Einwirkung auf psychiatrische Gesellschaften und Konferenzen, sich von solchen Mißbräuchen, von Ärzten, die sich dazu hergeben, und von Organisationen, die die notwendigen Untersuchungen verweigern, ausdrücklich zu distanzieren,

– Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen.


Bei ihrer Jahresversammlung 1994
beschloß die Vereinigung, damals DVpMP,  in einer ein­stimmig ange­nommenen Erklärung  zu den in der Satzung festgelegten Vereinszielen folgende präzisierende Ausdeutungen
(s. Rundbrief 2/94, S. 22):

 Die DVpMP hat sich bei ihrer Konstituierung Ziele gestellt, die an sich zeitlos sind, deren Formulierungen aber teilweise auch von der damaligen Situation mitgeprägt waren. Sie dür­fen und müssen den Anforde­rungen entsprechend, die sich der Vereinigung heute stellen, in einem erweiterten Sinn verstanden werden.

Wenn sich die Vereinigung, wie es in ihrer Satzung heißt, „gegen den politischen Mißbrauch der Psychiatrie“ wendet, dann doch der Psychiatrie im weitesten Sinn, also letztlich alle „See­lenkunde“ umfassend. Tatsächlich sind ja Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie und an­dere human­wissen­schaftliche Disziplinen auch in anderen Bereichen der Wissenschaft und Praxis miteinander verbunden.

Wenn sich die Vereinigung „für die Integrität psychiatrischer Wissenschaft und Praxis“ ein­setzt darunter verstand sie immer ein Festhalten an der hippokratischen Ethik -, so be­obachtet sie damit, soweit möglich, alle Weiterentwicklungen auf dem engeren Gebiet der Psychiatrie wie dem der „Nachbardisziplinen“ und prüft ihre Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft.

Die Vereinigung wendet sich gegen jedes willkürliche Abdrängen Andersdenkender in psychi­sche Fragwür­digkeit, vor allem wenn dabei eine Systematik zur Erreichung gesellschaftspoli­tischer Ziele erkennbar wird

1999 beschloß eine außerordentliche Mitgliederversammlung die Namensänderung in

 Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie e.V.

Wir schrieben dazu im Rundbrief 4/99 u.a. und drucken es jetzt (2017) nach, weil kürzlich  gefragt wurde, was wir unter „Ethik in der Psychiatrie“ genau meinten:

1.)  Im Nervenarzt 3/99, dem Organ der DGPPN …, ist eine „Würdigung“ Prof. von Baeyers erschienen (im Original des Rundbriefs nachgedruckt). Das Thema, dem sein ganzes Engagement in den letzten zwei Lebensjahrzehnten galt, den Psychiatriemißbrauch, überging der Schreiber „H.S.“…

2.) „Ich jedenfalls kann mich… mit dieser psychiatrischen Falschmünzerei nicht einverstanden erklären, auch wenn sie von Fachgenossen kommt, die dicke Bücher geschrieben haben. Und ich sehe mich immer wieder dazu veranlaßt, nach meinen schwachen Kräften dagegen zu protestieren und für die Opfer solcher Manipulation einzutreten.“ So von Baeyers vor versammelten Kollegen an der Psychiatrischen Universitäts-Klinik München im Juli 1982 (RB1/88, S.12). Auch die Ausreden, die ihm die Crème der Münch-ner Psychiater entgegenhielt, haben wir gegen den Widerstand solch interner Bremser festgehalten (a.o.O., S. 65-66). Die jetzige Inanspruchnahme des Mannes durch solche Kollegen nimmt nicht Wunder.

Immer wieder hat von Baeyer korrekt gegen ihre ablehnende Mehrheit die von Anfang an „politisch inkorrekte“, inopportune, deshalb von ihnen so ungeliebte Wirklichkeit des Psychiatriemißbrauchs angesprochen. Durch keine ihrer vielfältig versuchten Relativierungen und kein Totschweigen (s. RB 2/04,3.1-2) ließ er sich von dem als recht und notwendig erkannten Protest gegen die politische Schändung des Faches abbringen. Selbst im WVP-Präsidium hielt er gegen die Abwiegler stand (Lader M., Psychiatry on Trial, Penguin Books 1977, S. 165-167).

3.) Daß wir von Baeyer, den Mitgründer unserer Vereinigung und ihren langjährigen Ehrenpräsidenten, nunmehr an erster Stelle im Namen der Vereinigung führen, geschieht nicht nur zu seiner Ehrung und zur Bewahrung geschichtlicher Wahrheit, sondern auch aus dem praktischen Grund einer Präzisierung dessen, was wir unter der sonst verschwommenen Formel „Ethik in der Psychiatrie“ weiter verfolgen wollen.
4.) Der „Nervenarzt“ stellt als Prioriät von Baeyerschen Engagements die „Sozialpsychiatrie“ heraus . Anerkennend, daß in ihr auch Wertvolles liegt, hat Ref. an ihr doch öfters scharfe Kritik geübt. Von Baeyer hat auch solchen Kritiken möglicher oder realer Kehrseiten Recht eingeräumt.
5.) Mit dem neuen Namen wollte die außerordentliche Mitgliederversammlung, die den Namen Ende Mai 1999 beschlossen hat, auch ihre bisherige Beschränkung auf Deutschland abstreifen. Das „D“ der DVpMP war Folge des Umstands, daß es bei ihrer Gründung 1977 auch in anderen Ländern ähnliche Vereine gab.

Weiter verfolgen wird unsere Vereinigung mit ihrem neuen Namen ihre alten Ziele. Daß diese heute eher in weitere Bereiche hinein wahrzunehmen sind, hat unsere Mitgliederversammlung schon 1994 als notwendig erkannt (RB 2/94,8.5). Hinter der Namensänderung gibt es kein anderes Motiv als die Absicht, besagte Ziele bestmöglich weiter zu vertreten.

 Die Aktivitäten des Vereins werden seit 1977 ausschließlich durch Beiträge und Spenden ihrer Mitglieder und Freunde getragenund werden allesamt ehrenamtlich erbracht. Nur so konnte die  Arbeit für Gesunde und Kranke, für die Achtung menschlichen Geistes, menschlicher Würde über die Jahre wahrgenommen werden.

Der jährliche (steuerbegünstigte) Mitgliedsbeitrag beträgt € 60.-

Konten: siehe Kontakt