Zur Wissenschaftlichkeit der Psycho-Fächer

  Zum folgenden Beitrag, auf den ein Link im Gabriele-Wolff-Blog verwies – zu Gustl Mollath hatte diese dort viele wertvolle juristische Beiträge eingestellt -, entspann sich in der Folge eine lebhafte Diskussion, bestückt zumeist von anonym bleibenden Antipsychiatern. (Genauere Abhandlungen dieses The­mas durch Prof. Dieck­höfer von unserer Webseite – Rubrik „Wis­­sen­schaft“ – abrufbar). Gebriele Wolff, eine Schriftstellerin und Ober­staats­an­wältin a.D. und, wie sich jetzt herausstellte, eine gläu­bige Freudianerin, hatte am 19.9.2013 begonnen, sich auf ihrem Blog über „Die Irrwege der Psychia­trie“ zu verbreiten. Von der Masse der Antipsychiater unterstützt, denen jede Psychiatrie, Psychophar­maka besonders, ein Gräu­el sind, richtete sie jetzt ihr Spitze gegen mich/uns, die wir, Freud-kritisch, Opfer des Psychiatriemiß­brauchs seit 40 Jahren verteidigten und jetzt Mollath begutachteten. Nur gut: Mit Wolffs Entgegnungen kam die Dis­kus­si­on endlich an den Kern der Psycho-Flunke­reien heran, wie sie auch im Fall  Mollath liefen. Zuerst nun der ursprüng­liche Text W.

 Immer wieder wird die Wissenschaftlichkeit der Psycho-Fächer, Psychiatrie und Psychologie, in Abrede gestellt. In seinem In­terview bei Beckmann in der ARD am 15.8.2013 verneinte sie auch Dr. Strate, Mollaths hoch enga­gierter, allseits respektierter Anwalt.

Prototyp von Wissenschaft und als solche unbezweifelt sind die Natur­wissenschaften. Wis­sen­­schaft­lich ist gewiß die Be­schäftigung mit ihnen, die Naturgesetzen nachspürt, sie ans Licht menschlicher Er­kennt­­nis und oft, lei­der kei­neswegs immer, zum Nutzen der Men­­schen bringt. Kenntnis solch ge­setzlicher Abläufe ermöglicht gültige Aussagen, auch Vor­her­sagen.

Naturgesetzlich, wenn auch vom individuellen Er­leb­nishintergrund eingefärbt, ver­laufen die schweren psychiatrischen, psychotischen und hirn­organisch begründeten oder sub­stanz­be­dingten Erkrankungen. Sie in oft mühe­vol­ler Kleinarbeit beob­achtet und be­schrieben und damit eine weitgehend zuverlässige Diagnostik ermöglicht zu haben, ist das Ver­dienst vieler Pioniere der Seelenheilkunde. An­dere fanden Mittel und Möglichkeiten, diese oft schweren, großes Leid ver­ur­sachenden Krank­heiten zu mil­dern, wenn nicht zu heilen, vielen der Kran­ken jeden­falls, sei es leider oft auch unter In­kaufnahme von Ne­ben­wir­kun­gen, ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Abwegig wär’s, dem Bemühen der Psychiater in Forschung und Praxis Wissenschaftlich­keit pauschal abzu­sprechen.

Wissenschaft wird fraglos auch in den Geisteswissenschaften betrieben, die be­obachten, sam­meln, vergleichen, gliedern und so wichtige Wissensgebiete auf­be­rei­ten, auch wenn sie dabei meist keine Naturgesetze zu Ta­ge för­dern. Ge­­setze deckt mitunter aber auch die Psy­chologie auf, die den Geistes­wissen­schaften, der Phi­lo­sophie, ent­stammt. Daß Freude empfindet, wer etwas ge­schenkt bekommt, Trau­er oder Zorn, wem ihm et­was ge­nom­men wird, ist auch ein Ge­setz. Ähn­lich gesetzmäßigen Ab­läufen im Seelenleben nach­zuspüren und Stö­­rungen dieser Art abzuhelfen, ist ge­wiß psychologisch-wissen­schaft­lichen Bemü­hens wert. Gleichwohl ist wohl der ­größte Teil der See­lentätigkeit wissenschaftlich nicht er­forscht, wahrschein­lich gar nicht er­forschbar. Und das ist gut so: Anders gäbe es keine Frei­­­­­heit, wäre der Mensch mit Haut und Haar und eben seiner See­le längst den Machthabern – Wissen­schaftler stehen ihnen immer zu Dien­sten – ausgeliefert.

Nun beinhalten die Psycho-Fächer, auch die Psychiatrie, nicht in allen Be­rei­­chen reine Wis­sen­schaft. Das tut ihnen auch keinen Abbruch. Im Gegen­teil: Die Praxis dieser Fächer besteht zum großen Teil aus Einfüh­lung, Anmutung, mensch­licher Zu­wendung. Dies um so mehr, wo nicht die „schweren psychia­trischen, psychotischen, sub­stanzbedingten oder hirn­or­ganisch begrün­de­ten Erkran­kungen“, sondern „gewöhnliche“ Ängste, Hem­mungen, Kümmernisse des Alltagslebens Menschen Hilfe suchen lassen. Solche „Störungen“ unterliegen keinem naturgesetzlichem Krank­heitsverlauf, liegen eher in der Variations­­brei­te mensch­licher „Nor­malität“, klingen unter den Wech­sel­­fäl­len des Lebens oft auch spontan ab, er­fordern aber Be­handlung, vor­wiegend psy­cho­thera­peu­ti­sche, wo sie, Eigen­dy­namik ent­faltend, menschliches Leben ­einschränken, Leben ver­­gäl­len, ja es be­drohen. Weil da so viel Hilfsbe­darf be­steht, ist’s gut, daß Psy­cho­thera­pie, die als Thera­pie natürlich Bestandteil der Psych­iatrie ist, unab­hängig von ihr heute auch von Psycho­logen an­ge­boten wird. Nur lassen sich aus sol­cher Be­hand­lung kaum spezifische, wis­sen­schaft­lich be­gründete Aus­sa­gen über die Men­schen­na­tur ableiten, auch wenn Kran­ken­kassen aus ver­wal­tungs­technischen Gründen solche for­dern. Hier steht ja kein (na­tur-) ge­­setzlich ablau­fen­des Krank­heits­­ge­schehen zur Be­ob­ach­tung und Be­hand­lung an. Von hier las­sen sich so auch bei Gericht kaum wissenschaftlich begrün­dete Prognosen ableiten.

Die Wissenschaftlichkeit der Psycho-Fächer zur Gänze zu verneinen, ist ebenso abwegig, wie es die Beanspruchung von Wissenschaftlichkeit für alle ihre Aus­sagen wäre. Bei einer Über­betonung des Wissen­schaft­lichen bleiben das oft Wichtigste in ihnen, das nicht Meß­bare, das menschlich be­rüh­ren­de, Entwicklung ansto­ßende Wort un­beachtet. Wenn umgekehrt als Wis­senschaft auftritt, was wie im Fall Freud letztlich persönliche Anmutungen oder Einsichten, Mutma­ßun­gen oder Hypo­thesen sind, wird es noch gefährlicher. Durch sein Charisma und sein großes schriftstellerisches Talent verstand es Freud, für seine Hy­pothesen in allen La­gern, nicht zuletzt bei Ärzten, Juristen, Journalisten und Poli­ti­kern Gefolgschaft zu fin­­den und diese half ihm, „wissenschaftliche“ Anerkennung zu finden. Manches hat an ihm gewiß Be­stand. Gleichwohl kam Freud über Pseu­do­wissen­schaft nie hin­aus.[1]

Oft genug wird Wissenschaftlichkeit auch allein qua Am­tes, qua Or­dina­rien-Status etwa, in An­spruch genommen und als höchster Trumpf ausge­spielt. Daß un­sere Po­litiker „Psycho­­-Wis­sen­schaft­ler“, ehrliche wie krumme, för­dern und unsere Ordinarien da die Nase vorn ha­ben, ist er­klärlich. Je wei­ter Psycho-„Kom­petenz“ greift – pseudo­wissen­schaftliche greift am weite­sten -, desto leichter kön­nen sie, Politiker jeglicher Couleur, Unbot­mä­ßi­ge mit „Psy­cho-Gut­ach­ten“ erledigen. Dazu hat die deutsche Bun­des­­­re­gie­rung Anfang der 1970er Jahre mit entsprechend sortierten „Sachverständigen“ das Bu­ben­stück der Psych­­ia­trie-En­quête veran­staltet. Und die Ärz­te­schaft hat mit der Einrichtung des Zusatztitels „Psycho­ana­lyse“ ein von Anfang an fragwürdiges, teilweise gar absurdes Glau­bensge­bäude als Heil­mittel in die The­­­ra­peutik ein­ge­führt.[2] Phantasterei wurde in der Heilkunde so aufs Po­dest der Ehrsamkeit geho­ben. Die Wurzeln der Psycho-Skandale, die jetzt sichtbar wurden, reichen weit zurück.

In THE GUARDIAN vom 19.9.2013, dem britischen Blatt, das über der Snowden-Affaire kürzlich uner­hörten Druck „von oben“ abbekam, behandelte Henry Gee, Herausgeber des angesehenen Wissen­schafts­magazins NATURE, die „Wissenschaft – Die Religion, die nicht hinterfragt werden darf  – Science: the religion that must not be questioned“. Gern werde uns „von Leuten, die es eigentlich bes­ser wissen sollten, eingeredet, Wissenschaft sei eine Ein­bahnstraße zu stetem Fortschritt“. Damit könnten diese Leute leichter noch als Politiker „Ziele in die Gesetzgebung einbringen, deren wissen­schaft­liche Fundierung dahin steht“. Die­jenigen, „die Wissenschaftler sind oder vorgeben, es zu sein, klammern sich an eine Art religiöser Autorität. Wie aber jeder schon fand, der Re­ligion zu kom­men­tieren versuchte, gibt es da so etwas wie Kritik nicht, sondern nur Blasphemie.

Hier also Kritik an falsch beanspruchter, mißbrauchter Wissenschaftlichkeit, die weit über Freud hin­ausgeht, besonders aber für die Psycho-Fächer gilt. Falsche Ansprüche auf Wis­sen­schaft­lich­keit ha­ben in ihnen insbesondere hierzulande Konjunktur. Nur „wis­sen­schaftlich fundiertes Be­handeln“ wird von den Kran­ken­kassen ja bezahlt. Nur sol­ches ver­spricht Einfluß und Einkommen. Mit “Wissenschaftlichkeit“ reist niemand erfolgreicher und bequemer als die seelen­(heil)­kund­liche „crème de la crème“.

Daß, wie und warum die Medien in Deutschland, vordem schon in Amerika auf solche (Pseu­do-)Wis­sen­schaft­l­ichkeit, auf Freud und Co. hereingefallen sind, ist schwerer erklärlich. Manche ma­chen dafür den „Sex-Appeal“ der Lehren, manche die Taktik der Freudianer verantwortlich. Eine Erklärung könnte auch sein, daß die Medien allen Beteuerungen zum Trotz hierzulande doch von den Mächtigen ab­hän­gig sind. Daß wir als einzige im Land dem Trend über Jahr­zehnte Paroli boten, dürf­te der Haupt­grund sein, daß die Medien uns bis hin zur frei­heit­er­öffnenden Begutachtung Mollaths tot­schwie­gen oder herunterisssen.

Einzelne Unterstützer haben, unter sich auch zerstritten, im Fall Mollath den Anfang ge­macht, einer verbreiteten, auf falschen Annahmen beruhenden, staatlich besiegelten Meinung den Boden zu entziehen. Möge es gelingen, fortbestehende falsche Annahmen weiter aufzulösen, auf daß anderen ein Mollath-Schick­sal erspart bleibt und die derzeit noch bestehende Gefährlichkeit der Psycho-Fächer endet.

 Nachtrag:  Zu vorstehenden Text liefen auf dem Gabriele-Wolff-Blog aus dem Lager der Antipsychiater viele gegnerische Kommentare ein – einige konziliante waren auch dabei -, am 1.10.2013 gar auf unserer Site in solcher Masse, so viel altes Stroh dreschend und mehrfach so ins Schmähende abgleitend, daß wir ihre Freischal­tung zurücknahmen. An sich ist uns an breitem Meinungsaustausch gelegen. Zivilisierte For­men aber sind Voraussetzung. Die Ausfühungen Wollfs kommentierten wir jedenfalls umgehend. Nach der weiteren Zuspitzung der Diskussion auf ihrer Seite waren unsererseits Ergänzungen nötig.

Hier jetzt der Kommentar von Gabriele Wolff in ihren Blog am 27.9.2013,

unsererseits abschnittsweise ergänzt mit kritischen Anmerkungen, ihre Feststellungen einschließlich ihrer Zitate kursiv, unsere Anmerkungen in geraden Lettern eingerückt.

Wolff: Ich habe diesen (obigen) Text jetzt gelesen und kann ihm keine wissenschaftliche Substanz entnehmen:

Naturgesetzlich, wenn auch vom individuellen Erlebnishintergrund eingefärbt, verlaufen die schwe­ren psychiatrischen, psychotischen und hirnorganisch begründeten oder substanz­be­ding­ten Erkrankungen. Sie in oft mühevoller Kleinarbeit beobachtet und beschrieben und damit eine weitgehend zuverlässige Diagnostik ermöglicht zu haben, ist das Verdienst vieler Pioniere der Seelenheilkunde. An­dere fanden Mittel und Möglichkeiten, diese oft schweren, großes Leid verursachenden Krankheiten zu mildern, wenn nicht zu heilen, vielen der Kranken jedenfalls, sei es leider oft auch unter Inkaufnahme von Nebenwirkungen, ein Le­ben in Freiheit zu ermöglichen. Abwegig wär’s, dem Bemühen der Psychiater in Forschung und Praxis Wissenschaftlichkeit pauschal abzusprechen.

http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/zur-wissenschaftlichkeit-der-psycho-faecher/

Welche psychischen Krankheiten sind demnach „hirnorganisch begründet“? Welche Beweise existieren für diese These? Daß Drogen und Medikamente (die ja auch nur Drogen sind) psychische Verwirrtheit hervorrufen, auch Anästhesie nach Operationen, ist bekannt. Und was hat das „Leben in Freiheit“ mit Wissenschaft zu tun, wenn doch die Wegsperrung gesell­schaftlich-politisch bedingt ist? Und die „Inkaufnahme von Nebenwirkungen“ bedeutet, symptomfreie Zombies zu erzeugen, die man in betreuten Wohnformen unterbringen muß und die nie mehr Teilhabe am Leben haben? „Heilung“ im ärztlichen Sinn sieht anders aus.

OSTA a.D. Wolff hat zur juristischen Durchleuchtung des Falles Mollath Wichtiges beigetragen und so viele Leser auf ihren Blog geholt. Was sie jetzt zu psychiatrischen Seite vortrug, ist wohl weniger gelun­gen. Wer keine Vorstellung hat, was „hirnorganische Krank­heiten“ sind, sollte in einer psychiatrischen Diskussion wohl leiser treten. Mit „Drogen“ ist gemeinhin, mitunter verharmlosend, Rauschgift gemeint. Medikamente sind Heilmittel. Sie als Drogen zu be­zeichnen, hat Geschmäckle. Das „Wegsperren“ hatte in Mollaths Fall wohl eine „gesell­schaft­lich-politische“ Note, war aber doch noch Ausnahme. OSTA a.D. Wolff setzt es als Regelfall. Gut wohl ihr „a.D.“ –„außer Dienst“. Wem hätte es sonst in ihrem (ehem.) Sprengel geheuer sein mögen? „Nebenwirkungen“ von Me­dikamenten sind in der Psychiatrie wie in anderen Fächern leider nicht selten. „Zombies“ erzeugen sie nicht.

Ansonsten ergeht sich der Artikel in irrationalem Freud-Bashing. Ein Affekt, der als „Vater­mord“ wohlbekannt ist, denn einen größeren Denker als Freud gab es wohl nie. An ihm, der weit über das Seelenleben hinaus grundlegende Einsichten in die Entstehung von Religion, Kunst, Literatur, Mythos, Kreativität und Traum lieferte, arbeiten sich seit hundert Jahren und auch noch heute viele ab. Seinen Rang, auch schriftstellerisch, erreichen sie nie – weshalb auch gerade seine Fähigkeit als Autor beschmuddelt wird. Tatsächlich bestätigt gerade die Hirnforschung (die er liebend gern betrieben hätte, was damals allerdings nicht möglich war) seine grundlegenden Findungen: die frühkindliche Amnesie, die Existenz des Unterbewußten, die das Ich nicht „Herr im eigenen Haus“ sein läßt…

Freud-Bashing“ wie „Vatermord“ gehören zu den Stereotypien, mit denen Freud-Jünger/innen Kritik gern kontern. Von ihrem Meister haben sie gelernt, dass jeder seinen Vater töten und mit seiner Mutter schlafen will. Also plappern sie den Unsinn nach – um ’68 stand er hoch im Kurs – und unterstellen ihn vor allem ihren Kritikern. Wie, muß man fragen, kann Wolff Schuld erkennen, konnte sie Delikte zur Anklage bringen, wenn nach ihrer Freud-getreuen Überzeugung der Mensch “nicht Herr im eigenen Haus“, d.h. von einem (nie näher bestimmten, näher bestimmbaren) “Unbewußten” (“fremd”-)bestimmt ist?  Wolffs „größter Denker“ al­ler Zeiten entmündigte den Menschen nicht nur. Selbst vielen seiner Jünger hängte er, wenn ja Kritik wagend, darüber hinaus gleich eine Geisteskrankheit an. Von Anfang an war sein Wirken von der Lüge durchsetzt. Schon in seinen Schriften über das Kokain (1884 /85) log er schwarz auf weiß (vgl. H. Israels, Der Fall Freud – Die Geburt der Psychoanalyse aus der Lüge). In seinem ersten “Psychotherapie-Buch”, den „Studien über Hysterie“ (1895) gaukelte er (mit Breuer zusam­men) Erfolge vor, die es nie gab. All seine „großen“ Fälle endeten kläglich, wenn nicht in Desastern. Die Hirnforschung zeigt wohl eine Wirkung der Psychotherapie, nicht aber eine spezifische der Psychoanalyse. Freuds „Fä­higkeit als Autor be­schmud­delt“ hat niemand. Ich habe sie ausdrücklich anerkannt.

Weinberger zu Freud:

Wenn umgekehrt als Wissenschaft auftritt, was wie im Fall Freud letztlich persönliche Anmutungen oder Einsichten, Mutmaßungen oder Hypothesen sind, wird es noch gefährlicher. Durch sein Charisma und sein großes schriftstellerisches Talent verstand es Freud, für seine Hypothesen in allen Lagern, nicht zuletzt bei Ärzten, Juristen, Journalisten und Politikern Gefolgschaft zu finden und diese half ihm, „wissenschaftliche“ Anerkennung zu finden. Manches hat an ihm gewiß Bestand. Gleichwohl kam Freud über Pseudowissenschaft nie hinaus.[1]

[1] Auf diesen Beitrag richten u.U. einige Besucher des Gabriele-Wolff-Blogs einige Auf­merksamkeit. Deshalb speziell an sie gerichtet: Das Thema Freud kann ich hier nur anreißen. Eine Kluft fast religiöser Dimension zwischen Anhänger(inne)n und Kritikern geht da durch alle Lager. Daß Frau Wolff, die sich als Freudianerin bekennt, dennoch (wohl mitunter zähneknirschend) die jetzt begonnene Diskussion auf ihrem viel beach­teten Blog ermöglicht, für diese Grö­ße gebührt ihr Dank. Wie sie richtig auch vermerkt, wurde mein nach Art der Kunst erstelltes Gutachten im Mai 2011 gemeinsam vom Bay­reuther Voll­streckungs­rich­ter Kahler und vom Amtsgutachter Pfäfflin hinter geschlos­senen Türen als „sarkastische Parodie“ eines Gutachtens verrissen. Mollath musste weiter ausharren. Aber das Gutachten ermöglichte seinem Unterstützerkreis und dann den Medien und schließlich einem fähigen Rechtsanwalt und schlußendlich einer unübersehbaren Zahl Menschen im ganzen Land, die Stimme für Mollath zu erheben. Und zehn Tage, nachdem ich es und mit ihm Mollath auf dem Nürnberger Kornmarkt öffentlich verteidigen konnte, kam dieser frei.

[2] Wesentlich zur Entzauberung Freuds hat fraglos auch die Entwicklung der Ver­haltenstherapie durch die akademische Psychologie beigetragen. Sie war anfangs reichlich simpel und verschreckte damit viele. Sie weist auch heute noch genügend Überziehungen auf, wies aber der Psychotherapie dennoch in eine rational begründete, überprüfbare und damit zukunftsträchtige Richtung. Weithin hat sie, ihre sog. “Dritte Welle”, etwa in Amerika die Psychoanalyse schon verdrängt.

Ich glaube schon, daß Dr. Weinberger damit eine Selbstdarstellung gelungen ist. Einem Realitätstest hält sie all­erdings nicht stand. Es ist allein juristischen Bemühungen zu ver­danken, daß die Wiederaufnahme angeordnet und durch das BVerfG die Verfassungs­wi­drig­keit der Unterbringung seit 2011 festgestellt wurde. Für keine der beiden Entschei­dungen spielte Dr. Weinbergers Gutachten eine Rolle. Ich kann bestätigen, daß mein Engage­ment ganz gewiß nicht auf seinem objektiv irrelevanten Gutachten beruht, sondern auf den zutagegetretenen Fakten.

RA Th. Saschenbrecker, Justitiar der GEP, schrieb am 6.9.2013 dazu:

Sehr  geehrter Herr Dr. Weinberger,
ich bin sehr froh, dass Sie vom Verfassungsgericht namentlich als der wesentliche Gutachter genannt sind. Normalerweise sind die nicht so direkt und schwärzen die Namen! Es lohnt sich, dass wir uns hier weiter einsetzen, auch wenn manche bedauerlicherweise nicht so mitziehen.
Grüße Saschenbrecker[3]

Natürlich hat der Erfolg viele Väter und Mütter. Aber mein lege artis kurzfristig erstelltes Gutachten war es, das Mollath gegen mäch­tige andere Stimmen als gesund und ungefährlich befand, was heute allge­meine Ansicht ist. Da mag mein Gutachten herunterreißen, wer mag, Richter Kahler, Frau Lakotta vom Spiegel, Ministerin Merk, Frau Wolff oder wer immer.

Nicht einmal in seinem wissenschaftlich genauso angreifbarem wie den vorangegangenen Mollath-Gut­ach­ten konnte er von seinem privaten Steckenpferd lassen:

Ein „privates Steckenpferd“ war und ist eher die Psychoanalyse, die von Freud und seinem Clan mit Raffinesse in den Rang einer Wissenschaft gehoben wurde und inzwischen in­ternational von vielen hoch­karätigen Gelehrten[4] bis ins Detail als Pseudowissen­schaft entzaubert worden ist. Als einer der ersten bezog Karl Jaspers gegen „Marxismus, die Psychoanalyse und die  Rassentheorie“ (den Na­zis­mus)[5] in gleicher Weise Stellung. Eine ähnliche „Verschleierung des Men­schen“ sah er in ihnen. In Deutschland ist von all der umfänglichen Freud-Kri­tik übersetzt frei­lich wenig auf den Markt gekommen. Das erlaubt jedoch niemandem, die Realität nicht wahr­zunehmen oder sie auf den Kopf zu stellen.

Mitunter kommt die Frage auf: Braucht es denn im Kampf gegen Psychiatriemißbräuche die Auseinandersetzung um Freud? Antwort: Ja, es braucht sie einmal, weil wir hierzulande nicht hinter internationalem Wissensstand zurück­bleiben müssen, zum anderen weil niemand eine menschen­rechtliche Herausforderung benützen darf, Schwindel zu stützen, und schließlich, weil im nicht seltenen Fall des Ver­sagens einer Psychoanalyse (s. RB 2/07,6.6) niemand der Verzweiflung anheim fallen soll, er/sie sei ein hoffnungsloser Fall, weil „die beste, anerkannte“ der Psychotherapien ihm/ihr nichts nützte. Vor allem aber bleibt die Psychiatrie, solange Freud in ihr spukt, ein fruchtbarer Schoß, neue phan­­ta­sti­sche Diagnosen und Therapiekonzepte hervorzubringen und sie gegebenenfalls Unliebsamen wie Mollath protzig aufzudrücken.

4 die Psychoanalyse, die Pfäfflin als Zusatzbezeichnung auch herausstellt, ist zwar von deutschen Ärztekammern anerkannt, gilt in englischsprachigen Ländern heute aber weithin als Schwindelwissenschaft – vgl. Joel Paris, The Fall of an lcon, University Press of Toronto, 2005 oder E. Fuller Torrey Freudian Fraud, HarpinCollins, 1992

http://www.strate.net/de/dokumentation/Mollath-Gutachten-Weinberger-2011-04-30.pdf#page=15

Heu­te sind die „wissenschaftlichen“ Flunkereien Freuds über die genannten Autoren hinaus in vielen weiteren Details ausgewiesen. Vielleicht aus Sühne für frühere Bücherverbren­nun­en (1935) werden sie hierzulande nur nicht zur Kennt­is genommen. Hier geht’s halt von einem Extrem ins andere. Die Ehre des Namens Freud rettet Freuds Enkelin Sophie, die ihren Großvater zusammen mit anderen Psycho-Gurus wie C.G. Jung zu den „falschen Propheten“ zählt, die Verwirrung, ja Unheil über die Menschheit brachten

Verhaltenstherapie –pfft. Die wirkt bei neurotischen Zwangshandlungen und umgrenzten Phobien, aber doch nicht im Bereich des tatsächlichen Leids und der krankheitswertigen Störung. Ich werde den Verdacht nicht los, daß auf dem Rücken von Gustl Mollath vielfach eine ganz eigene Agenda durchgezogen.

Für die VT habe ich nur insoweit gesprochen, als sie zumindest rational nachvollziehbare Metho­den übt und halbwegs nachprüfbare Ergebnisse liefert. Was, wo und wie in der Seelenheilkunde therapeu­tisch angebracht ist, sollte die Juristin Wolff aber besser Zuständigen überlassen. Daß und wie sie da einen langjährig tätigen Psychiater-Psycho­the­rapeuten zu belehren sucht, stimmt heiter.

Seit ich in jungen Jahren[6], also seit Anfang der 1970er, den Kampf für eine redliche psychiatrische Wissenschaft und Praxis aufnahm[7], ging ich die drei da ätzenden Herausforderungen mit gleicher Entschiedenheit an, die (damals aus der Sowjetunion bekannt gewordenen) Psychiatrie­miß­bräu­che, die „Re­­f­orm“ des Faches, die es staatlichem Diktat weiter auslieferte, und die Psychoanalyse, die sich mit frechen Vorspiegelun­gen anschickte, ihre wis­senschaftlich ungedeck­ten Ansprüche in der See­len­heilkunde und darüber hin­aus in der Gesellschaft durchzudrücken. Ich be­trieb über die Jahrzehnte immer die gleiche Agenda. Und der Einsatz für Mollath erfolgte, weil er in der Logik und der Konsequenz jahrzehn­telang ge­übter Bemühungen lag. Und er war erfolg­reich, weil er nach vielerorts und immer wieder er­fahrenen Wi­der­ständen gut gehärtet war. Weil aber die Medien ähnlich wie Wolff hinter Freud stehen (müssen), deshalb schweigen sie uns tot.

Der Jammer ist gewiß, daß ähnliches Zeug, wie es Gabriele Wolff jetzt auf ihren Blog gestellt hat – ihre juristischen  Ausführungen schätzte ich außerordentlich -, 1975 von hochgestellten Psychiatern, Psychotherapeuten (vom Schlage Kröbers, Pfäfflins & Co.) auch in den Enquête-Be­richt gepackt worden ist, in die „Unterrichtung durch die Bundesregierung“, den „Bericht über die Lage der Psychiatrie in der Bundes­republik Deutschland – Zur psychiatrischen und psychotherapeutisch /psy­choso­matischen Verssorgung der Bevölkerung“ (Bundestagsdrucksachen 7/4200 und 7/4201), manche ohnedies laufende Veränderungen beförderte, aber auch manches Un­heil stiftete, der Fall Molllath einer der Auswüchse daraus.

Nicht unwesentlich von der Psychoanalyse ausgehend, ergriff um 1968 in einigen Regionen eine Art Massenhysterie nicht nur von den Studenten Besitz. In englischspra­chigen Ländern ist die Psychoanalyse heute im Abklingen. Hier­zulande treibt sie viele noch um. Viele verdienen ja an ihr. Einige nützliche Begriffe, die Bestand haben, hat Freud tatsächlich beigetragen. Wegen Massenhysterie mit ihren Ausläufern kam auch noch niemand ins Irrenhaus. Zur Wissenschaftlichkeit der Psycho-Fä­cher wollten wir keine endlose, haarspalterische De­batte beginnen. Die ist auf dem Wolff-Blog zu ha­ben. Wir wollten nur dar­legen, was von dem Thema für die Praxis wichtig ist.

Endnoten:

[1] Speziell an die  Besucher vom Gabriele-Wolff-Blog waren die folgenden Bemerkungen gerichtet: Das Thema Freud kann ich hier nur anreißen. Eine Kluft fast religiöser Dimension zwischen Anhän­ge­r(in­ne)n und Kritikern geht da durch alle Lager. Daß Frau Wolff, die sich als Freudianerin bekennt, dennoch (wohl mitunter zähneknirschend) die jetzt begonnene Diskussion auf ihrem viel beachteten Blog ermöglicht, für diese Größe gebührt ihr Dank. Wie sie richtig auch vermerkt, wurde mein nach Art der Kunst erstelltes Gutachten im Mai 2011 gemeinsam vom Bayreuther Voll­stre­ckungsrichter Kahler und vom Amtsgutachter Pfäfflin hinter geschlossenen Türen als „sarkastische Parodie“ eines Gut­ach­tens verrissen. Mol­lath musste weiter ausharren. Aber das Gut­achten ermöglichte seinem Unter­stützer­kreis und dann den Medien und schließ­lich einem fähigen Rechtsanwalt und schlußendlich einer unübersehbaren Zahl Menschen im ganzen Land, die Stimme für Mollath zu erheben. Und zehn Tage, nachdem ich es und mit ihm Mollath auf dem Nürnberger Korn­markt öffentlich vertei­digen konnte, kam dieser frei.

[2] Wesentlich zur Entzauberung Freuds hat fraglos auch die Entwicklung der Verhaltenstherapie durch die aka­demische Psychologie beigetragen. Sie war anfangs reichlich simpel und ver­schreckte damit viele. Sie weist auch heute noch genügend Überziehungen auf, wies aber der Psychotherapie dennoch in eine rational be­grün­dete, überprüfbare und damit zukunfts­trächtige Richtung. Weithin hat sie, ihre sog. “Dritte Welle”, etwa in Amerika die Psycho­analyse schon verdrängt.

[3]  Ein Kommentator, H. Euler, fragte auf Wolffs Blog, warum „von vermutlich einigen tausenden Psychiatern … die Wut, die sich wegen der Praxis der Medikamentenvergabe gebildet hat“ und die Wolff für ihre Freud-Agenda nützt, zwei Ärz­te alleine schultern müssten.

[4]  Um nur einige der aktuellsten zu nennen: J. Bénesteau, M. Borch-Jacobsen, F. Cioffi, F. Crews, H. Ellenberger, A. Esterson, A. Grünbaum, H. Israels, M. Mac­millan, M. Scharnberg, R. Webster, R. Wilcocks  u.v.a., einige von ihnen mit dem von uns mitbegründeten Internationalen Netzwerk der Freud-Kri­tiker (INFC) verbunden. Auf deutscher Seite seien H. Selg und D. Zimmer nicht vergessen. Letzterer scheint über seiner TV-Karriere freilich, was Freud betrifft,  kalte Füße bekommen zu haben.

[5] Jaspers K., Die geistige Situation der Zeit (1931)

[6] Als Student schon sprang mich Anfang der 1960er Jahre die in dem Fach lauernden ethische Herausforderungen an. Ich besorgte mir A. Mitscherlichs damals schwer erhältliches Buch „Medizin ohne Menschlichkeit“ und schwor mir, nicht zu rasten noch zu ruhen, sollten sich hier erneut Verbrechen in dem Fach breit machen.

[7] Damals viele Publikationen Weinbergers u.a. im Deutschen Ärzteblatt (DÄ), gleichermaßen

– zum Psychiatriemißbrauch: Qui tacet consentire videtur, Spektrum der Psychiatrie und Nervenheilkunde 2/1973

– zur Psychiatrie-Reform: Soziale oder sozialisierte Psychiatrie? DÄ 38/1972; Achillesferse Psychiatrie oder: Der Countdown einer Sozialisierung, DÄ 50/1973 sowie 23/74;

– zur Psychoanalyse: „Seelenkundliches“, DÄ 46/1; Vom „Fach“ und „Facharzt“ für Psychotherapie, DÄ 40/1975 sowie DÄ 47/76;

– zu allen drei Gebieten wie zur Kulturrevolution allgemein dazu: Die Psychiatrie auf dem Deutschen Ärztetag 1974, MÄA 36/74; Um die Schlüssel zum Bewußtsein der Zeit – Rede zum 80. Deutschen Ärztetag 1977, MÄA 26/77; Zeitenwende in der Medizin?, DÄ 8/85 Die Freu­dianer leisteten stets den verbissensten Widerstand.

Dr. Weinberger

4 responses to “Zur Wissenschaftlichkeit der Psycho-Fächer”

  1. citisite

    Die einzig ernst zu nehmende „Entdeckung“ von Freud war die Entdeckung des Primär- und Sekundärprozesse. Kernberg nennt ersteres konkretistisches Denken, Kahneman: „schnelles, langsames Denken.“ LeDoux grüsst an selbiger Stelle: „high and low road.“

    Therapie des 21. Jahrhunderts.

    http://www.youtube.com/watch?v=nrRGbdS_gSw

    Schmunzeln erlaubt.

    Sophie Freud. Verwirrte Psychologen. Deutschlands neue Hitler? Tell it simple.

    http://citisite.wordpress.com/schizophrene-psychologen/

    Gruss an Klaus Schlagmann: „Kernie hat Neuroscience in sein BPS-Buch aufgenommen!“

    Dr. Weinberger bzw. Freud ins Deutsche übersetzt. Fight, Flight: Wolff / Weinberger / Opa.

    http://citisite.wordpress.com/dr-weinberger-sophie-freud-oberstaatsanwaltin-wolff-dora-ida-bauer/

    Interpersonal Neurobiologie sind 12 „Wissenschaften“. Wohl bekomm’s.

    🙂

  2. Bert

    Ich formuliere es mal zum Nachdenken provozierend:

    All jene, die den Naturwissenschaften – „Prototyp der Wissenschaft“ – ein solideres (von den Menschen zugemessen) wissenschaftlicheres Gewicht einräumen wollen, um den Wissenschaftswert von Geisteswissenschaften degradieren zu können – (um nicht zugeben zu müssen, dass sie ein Werkzeug nicht recht benutzen und darum den Nutzen nicht recht einzuordnen fähig sind) – sollten doch vorher einmal den Grund aufsuchen, ob es wirklich an den unterschiedlichen (geisteswissenschaftlich/naturwissenschaftlichen) menschlichen Methoden liegt, oder doch mehr an der Eindeutigkeit, Ab-Wägbarkeit, Messbarkeit der zu untersuchenden Objekte.

    Was die Wissenschaftskritik angeht, so ist sie bereits publik und unbeachtet – von kaum jemanden als (DIE) historische Antwort(!) verstanden – aktuell, prominent und adäquat im Deutschen Bundestag ausgesprochen worden: (Historisch betrachtet unmittelbar nach Adolf) vom deutschen Papst, Benedikt, dem XVI.

    Und man sollte so streng sein: Wie hier Psyche auf psychische Vorgänge, auf bloß äußere Erscheinungsformen reduziert wird, ist der inner-menschliche Anteil an Psyche, also menschlich grundbedingtes Sein, Menschliches, bereits ‚getötet‘.
    Und dies gilt für jede Verarmung von Wissen, um menschliche Erkenntnis(-fähigkeit).

    Wer Natur-Gesetze höher oder solider bewertet als geistige Erkenntnis, hat nicht begriffen, dass Naturgesetze ohne menschliches, geistiges (‚geisteswissenschaftliche‘) Erkenntnisvermögen gar nicht als solche existieren, noch begriffen, noch Nutzen, noch Sinn haben. Wer glaubt mit Naturwissenschaft den Boden von Geisteswissenschaften entziehen zu können sägt sich selbst den Ast ab, auf dem Natur begriffen werden kann.

    Höher als Naturgesetze sollte jedem einsichtig-vernünftigen Menschen die bloße Möglichkeit der Erkenntnis, als ein menschliches Vermögen ein Bezugsetzen vom Menschen aus auf die Natur sinngebend leisten zu können.

    Und von daher, Herr Ratzinger hat es knapper und besser formuliert, krankt jedes menschen-grundlagen-verachtendes Denken, welches die menschliche Grundlage des Erkennens, den Menschen, verleugnet, immer daran, das Menschlich dann tatsächlich zu übergehen und nicht adäquat wertzuschätzen.
    Zuletzt: obgleich das Erkenntnisvermögen (‚apriori‘) menschlich ist, sind wir nicht derart mit unserem Willen und unserer Erkenntnisfähigkeit Herr im eigenen ‚Erkenntnishaus‘, als dass wir es durch Wille und Mühe adäquat nachkonstruieren und ersetzen könnten – weswegen sich jede Absolutheit von Erkenntnis über den Menschen verbieten sollte.

    Möge die Diskussion von hier aus, fruchtbarere Wege gehen.

  3. Post von Dr. Weinberger | opablog

    […] zuwenden würden.” Eine Darstellung der Kontroversen aus Sicht Dr. Weinbergers ist hier zu finden, die Kontroverse selbst fand in der breiten Diskussion im Blog von Gabriele […]

Leave a Reply