Einführung

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Bericht des Vorsitzenden zur GEP-Jahreshauptversammlung 2019

Willkommen liebe Mitglieder, liebe Gäste, erstmals solche auch aus dem Aus­land. Die Tagesordnung lief mit der Ein­ladung rechtzeitig aus. Die Versamm­lung ist beschlußfähig. Mit Ihrem Einverständnis möch­te ich nach meinem Re­chen­schaftsbericht, vor der allgemeinen Dis­kus­sion unsere ähnli­ch arbei­tenden Schwei­zer Gä­ste, Frau Dr. Möckli und Herrn Ul­rich, zu Wort kommen lassen. Nach der Diskussion kommt wieder die interne Mitglie­derver­samm­lung.

Daß unsere Gesell­schaft, ehrenamtlich geführt und allein von Mit­glieds­beiträgen ge­tragen, über 40 Jahre fortbesteht, weist die Dringlichkeit ihrer Anliegen und die Ernsthaftigkeit ihrer Mitglieder aus. Im abge­laufenen Jahr haben wir die Ziele der GEP wieder nach­drücklich vertreten. Schlimme Mißstände, Miß­bräu­che im Fach kom­men wei­terhin vor. Wie heute in der großen Politik erleben wir seit über 40 Jah­ren in der Psy­ch­ia­trie Re­gle­men­tierungen der gängigen Mei­­nung, Aus­­grenzungen und An­fein­­dungen von unwillkom­me­nen Auf­fas­sungen. Wir konn­ten ihnen stand­­halten und konnten so manch arge Mißbräuche des Fachs überwinden. Daß un­sere Aus­füh­run­gen im Internet welt­weit ab­ge­rrufen werden, ist eine zu­sätz­liche Bestä­ti­gung un­serer Arbeit. In ihrem Vordergrund steht heute die große Zahl psycho-justitieller Kindsentziehungen.

Schon die Wahl eines Gutachters, die hierzuland allein dem Gericht obliegt, wirft gerade bei diesen familienrechtlichen Ver­fahren grund­sätz­liche Be­denken auf.[1] Daß Richter Gutach­tern grollen, wenn sie den ihnen vor­schwebenden Ur­teilen nicht zu­ar­beiten, hat die Kol­le­gin Dr. Ziegert in ihrem Fern­sehauftritt (RB 1/13,4.2) schön dar­ge­legt. Meine Gutachten kamen bei manchen Rich­tern gut an. Andere igno­rierten sie aus besagtem Grund wie 2011 im Fall Mollath. Es erwies sich dort dann doch als höchst wirksam (s. Punkt 6 in dieser Rubrik).

Einen horrenden Fall von Kindsentziehung stellt der von Andrea Kuwalew­sky dar, hier bekannt. Durch mein Gut­achten, vor allem aber ihr eigenes Ge­schick ge­wann sie 2014 ihre vier psy­­­cho-ju­sti­tiell ihr ge­raubten Kinder zu­rück – am rich­­ter­li­chen Urteil vor­bei, ja gegen ein solches Urteil. Die Kin­der wach­sen seit fünf Jahren wie­der bei Muttern wohlbehalten und gesund her­an. Der Fall ist aber für Politik und Ju­stiz so pein­lich (RB 1/14), daß er medial weit­ge­hend ab­ge­deckt blieb. Er zeigt in jedem Fall deutlich genug, wie revi­sions­be­dürftig die sorge­recht­liche Verfahrensordnung ist.

Zu den aktuellen Fällen jetzt: Frau S., ansässig im bayerischen Alpen­vorland[2], bekam 2010 von der er­wähn­ten Psy­ch­iaterin Ziegert, einer Freu­dia­nerin, eine Ein­schränkung ihrer Er­zie­hungs­fähigkeit at­te­stiert [3]. 2012 ver­an­laßte diese den Ent­zug ihres Sohnes, eines Teenagers jetzt. Fünf ver­schie­dene Gutachten fielen im Verlauf an. Den Zu­schlag be­kamen beim Gericht im­mer solche, die auf Er­zie­hungs­­­­un­fä­hig­keit der Mutter er­kannten, nicht die, die sie er­zie­hungs­fähig fan­den. Der Sohn, der immer wieder betonte, bei seiner Mutter leben zu wollen, wur­de z­u­letzt in ein ka­tho­li­sches Kin­der­heim in Bayerns Norden gesteckt 350 km weit weg von ihr. Es geht da auch um er­heb­­liche Sum­­men- Knapp € 8.000 bekommt das Heim monatlich. Daß die in der Er­zie­hungs­­­in­du­strie Tä­ti­gen, die Heimleiter, Heimerzieher, vor allem auch „Psy­chis“, Psy­cho­­lo­gen, Psy­ch­iater, auf die „Wis­sen­­schaft­lich­keit“, die Un­trüglichkeit ihrer Disziplinen pochen, versteht sich. Es geht auch um ihren Verdienst. Es steht hin­ter ihren Ansprü­chen aber auch schlichte Ideo­­lo­gie. Dazu später Genau­eres.

Die Geschichte von Frau A., einer in Westfalen tätigen Leh­rerin, haben wir letztes Jahr schon vorgestellt, die psycho-ju­sti­­ti­ellen De­tails im Rundbrief 1/18 festge­halten. Auch Frau A. fürchtet Re­pres­salien seitens der Behörden gegen sich und ihr Kind. Ich nen­ne deshalb ihren Klar­­na­men nicht. Sie ist heute leider wieder nicht an­we­send, nachdem ihr ge­richtlich ihr einmal pro Monat dreistün­diger, „be­glei­t­eter“, d.h. staatlich ob­ser­vier­­ter Um­gang mit ihrem Sohn A. just für den heutigen Tag bewilligt worden ist. Ich möchte auf den Fall den­noch näher ein­ge­hen, einen Schlüs­­sel viel­leicht zum Kom­­plex des Systems dieser Mißbräuche. Auf ein amtsge­richt­liches Urteil wur­­den der Frau 2015 das Sor­ge­recht für den Sohn und 2016 die­ser selbst ihr ent­zogen, auf ihren Einspruch hin das Ur­teil von der nächsten Instanz, dem OLG Hamm, dann nochmals be­kräf­tigt.

Dieses Oberlandesgericht hielt sich bei der An­hö­rung im Oktober 2017 allein an seine er­wählte Gut­ach­terin, die Kinderpsychiaterin Möhrle, auch sie eine Freudia­ne­rin, Freud-Gläubige. Es über­ging drei Ge­gen­­gut­achten, eines von mir, eines vom Kin­derarzt Diers und eines von einem Hamburger Kin­der­psy­ch­iater. Wurden die Lehren Freuds von Anfang an als „wissen­schaft­liches Märchen“ (Krafft-Ebing, 1896), vom Psy­chologen D.E. Zimmer 1986 als „Tiefen­schwin­­del“ und von vielen weiteren Gelehr­ten darüber hinaus bis heute als Pseudo­wis­sen­schaft einge­schätzt, so stützte sich das OLG doch hartnäckig just auf seine „Tiefenpsychologin“. Es befand die Mut­ter so erneut als er­zie­­hungs­­un­fä­hig und un­ter­stellte den 10-jäh­rigen Sohn weiter der Staats­­­er­zie­hung. Er darbt dort, wie ich höre, elen­dig­lich.

Sagt das Grund­­gesetz in Art. 6, Abs. 2: „Pfle­ge und Er­zie­hung der Kinder sind das na­tür­lic­he Recht der El­tern und die zu­vör­derst ihnen ob­lie­gen­de Pflicht“,  so kann das Lebens­glück von El­tern und vor allem Kin­dern im deutschen Rechts­­­­staat durch ideo­logie­ge­lei­tete Gut­achter und eine offensichtlich ähnlich orien­tier­te Justiz doch lässig zer­stört werden.

Von vielen interna­tio­nalen Gelehrten wurden, wie gesagt, Freuds Lehren gerade in den letz­ten Jahr­zehnten nochmals als Schwindelwis­sen­schaft aus­ge­­wie­sen, u.a. so der US-Psychiater E.F. Torrey als „Freuds Be­­trug“. Es wirkt sich aber aus, daß seine orga­ni­sier­ten Anhän­ger, viel­fach der linken Polit-Szene zuge­hö­rig, es ver­stan­den, seinen Leh­­ren dort und zu­neh­mend auch in der Allge­mein­heit, dem Estab­lish­ment, der Ärzteschaft und der Justiz An­­er­­ken­nung zu ver­schaf­fen. Auf Freuds Spu­ren, der, ob­wohl er nie Kinder be­han­delte, gern angeb­lich kind­li­che Er­fah­­run­gen an­führ­te, fügten sie seinen Leh­ren und Be­­grif­fen weitere hin­zu, die wie das „Kin­des­­wohl“, die el­ter­­liche „Fein­füh­lig­keit“, die „Bi­n­dung“ und „Bin­dungs­­störung“ ein­gän­gig sind, um­gangs­­­sprach­lich gar ge­läu­fig wurden und so heute in sor­ge­recht­­­li­chen Ver­fah­ren eine zentrale Rol­le spie­len. So dehn­­bar, so deut­bar sind sie wie schon Freuds Un­­bew­uß­tes, daß Gut­ach­­ter mit ihnen alles, aber auch das Ge­genteil da­von „be­grün­den“ kön­nen. Dazu passend wur­­den vom ein­fachen Ge­setz-geber mit ent­­spre­chen­­der Par­tei­en­­­mehr­heit ab der Ehe­rechts­reform von 1977 manch hu­man klin­gende Para­­gra­phen, etwa § 1666 ff, nach der Kind­schafts­­rechts­reform von 1998 der § 1684 ins BGB hin­ein­ge­schrie­­ben und so unter of­fen­­sicht­lich ideo­lo­gi­scher Zielset­zung – spä­ter Ge­naueres dazu – de facto das Grund­­­ge­setz aus­ge­he­belt.

In Konsequenz des OLG-Urteils wie besagten Gutach­tens äußerte sich im letztggenannten Fall am 25.1.19 das exekutiernde Jugendamt, bzw. die ent­sprechende Amtsperson so: „Mein Mündel …  ist weiterhin – auch aktuell – einer er­heb­lichen Be­ein­flussung durch die Kin­desmutter aus­gesetzt. Sie sug­geriert ihm im Rahmen der Um­gangs­­­­­­kon­takte als auch durch Briefe, daß er bald in ihren Haus­halt zurück­keh­ren wird. Mit sol­chen Briefinhalten gefährdet sie das Kin­deswohl er­heblich.“ Die Amtsperson fährt fort, daß nach dem Ur­teil des OLG Hamm und dem Gut­achten der „Sach­ver­ständigen Möhr­le…  die Persönlich­keits­de­fizite der Mutter die maß­geb­liche Ur­sache für die Schä­di­gung des Kin­des dar­stellen.“ Eine Rück­kehr Adrians zur Mut­ter sei  „mit an Si­cherheit gren­zen­der Wahr­scheinlichkeit und in­­so­fern langfristig aus­­ge­schlos­sen.“ Es ver­wun­dere nicht, daß „Adrian den Wunsch äußert, wieder bei seiner Mut­ter leben zu wol­len“. Dieser Wunsch ent­sprin­ge aber sei­ner angst­moti­vier­ten An­pas­sung  „an die Er­war­tungen und Be­dürf­nisse der Mut­ter“. Und dann der Ham­mer: Es sei deren „Um­­­­gangs­­ausschluß zur Ver­mei­dung einer wei­teren Kindes­wohl­­ge­fähr­dung … er­for­der­lich.“ Ähn­lich herabsetzend die ent­sprechen­den Be­haup­­­­­tungen im er­wähnten Gut­achten selbst, aus­zugsweise im Rund­brief 1/18 wie­der­­ge­ge­ben. Von ähnlich unfundierten Phra­sen an­gefüllt auch die re­le­vanten Expertisen zu den Fällen S. und Kuwa­lewsky.

Ich habe Frau A. psy­ch­­ia­trisch begutachtet, kenne sie also gut. Sie, liebe Mit­glie­der, erlebten Frau Ku­wa­lewsky früher schon und er­le­ben Frau S. jetzt ähn­lich wohl als lebens­tü­ch­tige, wohltemperierte Mit­men­schen, die gewiß den Schutz ihrer Rechte verdienen, die das Grundgesetz uns Bürgern zu­sichert. Die Kinder extra weit entfernt von den El­tern (-Tei­len) zu plazieren, diesen das weitere Kontakthalten so zu er­schweren, sie als ge­fähr­liche „Be­ein­flus­ser“ ihrer Kinder zu diffamieren, sie durch so immer neu vera­n­laß­te Begut­ach­tun­gen u.U. immer neu zu verunsichern, sie in ruinöse Unko­sten zu stürzen und ihren und ihrer Kinder freien Willen mit faden­schei­ni­gen Be­­grün­dungen zu ver­höhnen – nach immer gleichem Sche­­­ma läuft das ab -, das ist schon staat­lich ver­­hängte, pseudowis­sen­schaft­­­lich dra­pierte Teufelei ist „rechtsstaatlich“ ver­ordneter und prak­­ti­zier­ter Sadis­mus. Es kann einen bei solch kaltem, über mensch­liche Wirk­­lich­keit hin­weg­ge­hen­dem Amts­schim­mel­ge­stelz, wie eben vorgetragen, doch nur Em­pö­rung packen. Ex-Bundesminister Blüm hat in seinem Buch EIN­SPRUCH! „wi­der die Willkür an deutschen Gerichten“, speziell Famili­enge­richten, Stel­lung bezogen. Die Willkür wird offensichtlich hier jedoch immer ab­struser.[4]

Wie­derholt bin ich schon auf die umfänglich vor al­lem im Eng­lisch­sprachigen seriös und umfänglich ausgewiesene[5] Schwindelnatur der Freud-Lehren ein­ge­gangen, die den hier behandelten gutachterlichen Expertisen zu Grunde liegt. Frau A. ist vom Staat als beamtete Leh­re­rin ge­halten, Kin­der just im Alter ihres Soh­­nes zu unterrichten und sie in ihrer Ent­wicklung voranzu­bringen und bekommt von ande­ren staat­lichen Ein­­­­rich­tungen, Jugend­äm­tern und Ge­rich­ten[6] die Fähig­keit abge­spro­chen, ihr eige­nes Kind großzuziehen. Geht’s noch absur­der?

Da der Durchschnittsdeutsche von „Psycho“ nichts wissen will, er das Thema von den Medien sachlich-kritisch nie erklärt be­kommt, er es auch deshalb an Psycholo­gen, Psychiater und sonstige „Psy­chis“ abtritt, können die­­­se, gerade wenn von Ge­richten beauf­tragt, auf­dre­hen, wie sie’s oder ihre Auftrag­geber wollen. Ab und zu ge­langen die Skandale der „Psycho-Ju­stiz“ wie et­wa im Fall Mollath noch in die Me­di­en. Meistens wer­den sie von ihnen, den kaum we­ni­ger abhän­gigen, aber unter den Tep­pich gekehrt. Die Be­trof­fenen wurden und wer­den von besagten Äm­­tern und Richtern mitun­ter gar drohend ermahnt, über ihre Er­leb­nisse bei ihnen ja zu schweigen, mit Ver­einen wie un­se­rem schon gar nicht Kontakt aufzunehmen.

Mir selbst wurde 2006 das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­liehen, allem Anschein nach aber nur, weil den Be­­hör­den bis dahin allein meine in den 1970 bis ’80ern erhobene Kritik an Psy­ch­iatriemiß­­­­bräu­chen in der So­wjet­union ge­läu­fig war. Als wir nach unserer Satzung aufgrund entsprechender Vor­kommnisse dann Kri­tik an Psy­cho-Miß­bräu­chen im eigenen Land erhoben, ver­leg­ten sich un­sere Obe­ren in Po­li­tik, Justiz, Me­dien und Medizin in Stasi-Ma­nier auf üble Nach­­­reden, Aus­gren­zun­gen und Verleum­dungen gegen uns. Aus hohler Hand be­zwei­­felte ob unseres Ein­satzes für Mol­lath die baye­ri­sche (Ex-) Justiz­mi­ni­sterin Dr. Merk (CSU) im De­zember 2011 öf­fent­lich die fach­li­che Kom­­­­­pe­tenz Prof. Dieck­­­höfers, meine natürlich nicht minder. Unserer Freud-Kritik we­gen schwei­gen uns die Medien seit vier Jahr­zehnten tot.

 Mit Marx zusam­men ist der Schwindler Freud die Grundsubstanz der 68er, heute aber der gei­sti­gen Grund­strö­mung im Land bis hin zur CSU. Da­mals, um 68, selbst jung, be­grüß­ten auch viele von uns die frei­ere Liebe, die aber nur den klein­sten Teil des­sen dar­stellt, was „68“ bedeutet. Recht hat der alte Papst Be­nedikt gewiß, als er kürz­lich die 68er als Ursprung der sexu­ellen Über­­grif­fe be­nannte, die heute seine Kirche beu­­teln und nicht nur sie. Lan­ge ge­nug hat es ge­dau­ert, bis wenig­stens hier der Gro­schen fiel.[7] Ob die­ser Erkenntnis zürnt die ge­samte 68er Szene mit all ihren ärzt­lichen und juristischen Mit­läufern seit Jahr­­zehn­ten auch uns. Wie rotzig jetzt un­sere Me­di­en vom SPIEGEL bis zum CSU-frommen MÜNCHNER MERKUR den alten Papst abfertigten, zeigt, wie die 68er Freud-Marxi­sten heute doch überall oben auf sind.

Erstmals wurden Marx und Freud politisch von Trotzki zu­sammen­ge­spannt, nach Le­nin dem 2. Mann der frühen Sowjetunion, dem „Schläch­­ter der Kron­städ­ter Ma­tro­sen“. Wir kommen zum Kern der Malaise. Trotzki kam 1917 aus New York mit einem Schiff vol­ler Geld zur Durchführung der Okto­ber­­revo­lu­tion nach Pe­tro­grad. Er hatte und be­hielt aber auch in Amerika gro­ßen Ein­fluß, wie ihn auch Freud dort und in Rußland vordem schon hat­te. In der So­wjet­union forcierte Trotz­ki, der Kriegs­kom­mis­­sar, der die Sippenhaft einführte, u.a. die Staats­er­ziehung und mit dem Freu­dianer Reich zusam­men die Sexual­re­vo­lution, die Stalin für die UdSSR dann ab­brach[8]. In den USA trieb sie jedoch weiter Blüten. Von dort aus ge­langte nach ’45 Reichs Programm „Mar­xis­mus, Psy­cho­­ana­lyse, Sex­­­pol“ in die wei­te Welt und mit den 68ern nicht zuletzt nach Deutsch­land. Das Pro­gramm ging über die UNO, bei deren Welt­frau­en­kon­fe­renz 1995 in Pe­king von Hil­lary Clinton[9] an­geführt, in das Gen­der Main­­­­stream­ing ein und wurde nach der „Ehe­­rechts­re­form“ von 1977 von den Alt-Par­tei­en hierzuland insti­tu­tionell weiter be­festigt, ja wurde jetzt noch raffi­nier­ter in die nunmehr psy­­cho-ju­sti­ti­ell angeleg­te und ausstaffierte Staats­­­er­zie­­hung und El­tern­entrech­tung eingebracht. UNO-Pro­gram­me sind natio­nalen Regie­run­gen eben doch Befehl.

Ihre leichteste Beute werden geschiedene Eheleute, meist die zuerst mit dem Sor­­­ge­­recht betrauten Mütter, gegen die die ein­stigen, jetzt u.U. be­nach­tei­lig­ten Gesponse in oft unstill­barem Zorn verharren und weiter wühlen. Es geht primär natürlich um die Kin­der, an denen aber auch die Macht­­ha­ber besonderes In­ter­esse haben. Sagte doch un­ser jetziger Vi­ze­kanzler Scholz, 2002: „Wir wollen die Luft­ho­heit über den Kinder­bet­ten er­o­bern,“ offen­sicht­lich damit UNO-Geistes­hal­tung wie­dergebend. Ihre Exe­ku­toren in Jugendämtern, Beratungs­dien­­sten, unter Gut­ach­tern und Ge­rich­­ten können damit unter den zer­strittenen El­tern wal­ten. Was den eben vorgestellten Frau­en und an­de­ren Be­­trof­­fe­nen mit der Ent­zie­hung ihrer Kinder an­ge­­tan wurde und wird, hat seine ide­­el­len Wur­­zeln bei Marx, Freud und dem blutrünstigen Vor­kämpfer der So­wjet-Dik­ta­tur Trotzki, ge­nießt jetzt jedoch auch in höch­sten westlichen Kreisen eif­rige po­­li­­ti­sche Un­ter­­stüt­­zung. All das lief großen­teils dabei im Ver­bor­ge­nen ab, wur­de vom Estab­­lish­ment der Be­­völ­ke­rung nie mitge­teilt und löst in ihr jetzt helle Em­pörung aus, wenn der alte Papst Bene­dikt zu den 68ern offen­kun­dige Wahr­­­heit aus­spricht. Des­halb ist und bleibt es auch so schwie­­rig, ge­gen die Skan­dal­ur­teile in Sorge­rechts­­­­ver­fah­ren, aber nicht nur solchen, auf­zu­kom­men. Ähnlich läuft’s auch in Österreich.

So psychologisch und rechtsstaatlich scheinbegründet die Ent­rechtung von El­tern und die Ver­bringung ihrer Kinder in staatliche Ob­hut am Grund­ge­setz vor­bei vorangekommen sind, so skandalös ist, daß diese  „Psy­­cho-Ju­stiz“ und ihr ideologischer Hintergrund auch bei füh­­renden Rech­ten, die es nun ein­mal im Land wieder gibt, kei­nerlei Inter­esse fin­den. Gegen das Gen­der Main­strea­ming, heute ein weiteres linkes Gesell­schafts­pro­jekt, agiert die be­kannte Publi­zistin Birgit Kelle. Sie trat gar dem baye­ri­schen Ex-Kul­tus­mi­nister Spaen­le (CSU) ent­ge­gen, der den „Haupt­­strom“ der neu-alten, Reich’schen UNO-„Richt­­linien zur Se­xualer­zie­hung“ beflissen nach Bay­ern lei­ten woll­­­­te. Aber auch Kelle geht in ihrem Buch Gen­der­GAGA mit keiner Silbe auf den Ur­sprung des „Haupt­­­­­­stroms“ eben bei den Freud-Mar­xi­sten in der UNO ein. Ver­kürzte Wahrheit ist auch Lüge. Wer Kel­le darauf an­spricht, muß auf eine Ant­­­wort nicht hoffen. Bei den Linken wie den Rech­ten traut sich nie­mand an Freud, den eigentlichen Ur­sprung der Malai­se, heran, so sehr die­ser heute, wie gesagt, als pseudowissenschaftlicher Be­trü­ger ausgewiesen ist. Daher rührt u.a., daß bei Fa­mi­lien­ge­rich­ten, wie es am 7.10.2015 in Pa­no­rama hieß, heute „jedes zweite Gut­ach­ten falsch“ ist, gleich­wohl aber zer­stö­rerisch wirken kann.[10]

Als konservativ-freiheitliche Partei sollten die AfD an DDR-Gebräuche er­in­nernde, hor­rende Beugungen der Eltern­­rech­te wohl alar­mie­ren. Am Gender Main­strea­ming mäkelt sie auch ein wenig. Aber wie die  Alt­par­­­tei­en hütet auch sie sich vor je­dem Rühren an seine ideo­lo­gi­schen Wurzeln wohl aus der Be­fürch­­­­­tung heraus, Kritik an Marx, Freud, Trotz­­ki etc. könn­te gerade ihr als Anti­se­mi­tismus aus­ge­legt werden. Für Hen­ryk Bro­der, den bered­ten jü­di­schen Für­spre­ch der AfD, ist solch angst­­­­dik­tier­ter ritualisierter Anti­-Anti­semi­tis­musga­ga“. Der jü­di­sche Ge­nius steht über jedem Zwei­fel und Israels Exi­stenz­­recht ebenso. Nackte Angst mehr oder min­der Eta­blierter ist es, die all­zu oft un­se­re Recht­spre­chung ent­glei­sen läßt, ritua­li­­sierte Will­­kür unter­hält und vie­len Kin­dern, Müt­­tern, Vä­tern ihr Le­bens­glück zerstört.

Strikter und länger schon als der Widerstand der Rechten ge­gen die Massen­zu­wan­­derung bringt unser Nein zur Psy­­cho­ana­­lyse das Estab­lishment gegen uns auf, unsere an ihr ver­dienen­den Fachkol­­­legen zuvörderst. Uneins, wie die „neuen Rech­­­­­­­ten“ und ihre Pres­se, COMPACT, JUNGE FREIHEIT etc. unter einander sind, decken auch sie über die Jah­re den lin­ken Psy­cho-Schwin­­del und mit ihm die Aus­­­höhlung des Grund­ge­set­zes mit.[11] Von Ame­rika aus wur­de uns die „per­ma­nen­te Kul­tur­re­vo­lu­tion“ des Marx-Freud-Trotzkismus leise, aber stetig fortschreitend aufge­drückt. Er sitzt in­zwi­schen in al­len Po­ren der Ge­sell­schaft, sein erstes und ober­stes Ziel die Auf­lösung der Fa­mi­lie und der aus ihr er­wach­sen­den Wi­der­stän­dig­keit und See­len­kraft. Auch Herr Meuthen lobt die 68er [12]. Da die AfD zur Wahl emp­­feh­len? Im Psycho-Sumpf stecken die Alt-Par­teien gewiß noch tiefer. Mit­un­ter hal­te ich’s da schon mit dem linken Kurt Tu­chol­sky: „Nichts ist schwe­­­­­­­rer und er­for­dert mehr Charak­ter“, sagte er, „als sich im of­fe­nen Ge­gen­satz zu sei­ner Zeit zu be­­fin­den und laut zu sagen: Nein.Nichts ist bei den vielen Täu­schungs­­ma­nö­vern um uns herum auch not­wen­diger als das.

Linken wie Rechten diente Psy­ch­­­ia­trie­mißbrauch, zu dem Freud in Son­­der­­­­heit beitrug, in gleicher Weise schon als Macht­­­mittel. Das scheint der Haupt­­grund zu sein, war­um sie unsere Kritik an ihm nicht mögen. Ab und zu ha­ben sie für die Arroganz, mit der sie un­se­re Stel­lung­nah­men, Gut­­ach­ten etc. her­un­ter­­­mach­­ten, auch zu zahlen – im Fall Mol­lath etwa Beträge von meh­re­ren hun­dert­tau­send bis Mil­lionen. [13] Aber diese hal­sen sie ja lässig dann dem Steuer­zahler auf.

Sie konnten und können sich besagte Ungeheuerlichkeiten wie die Auto­ri­sierung ausgewiesener Schwin­dellehren, zerstörerisch wirkende Ge­setze und das anhaltende Quälen von Kindern und Erwachsenen leisten, weil sie, (Polit)-Herr und (Psychi-)Gscherr, auf Bun­des- und Landesebene von „ganz oben“, von der UNO und ähnlich erlauchten Instanzen, Orwellschen Big Bro­thers und Hux­ley­schen World Con­trollers, ge­deckt, wenn nicht angespitzt wer­den. Auch un­ter Hitler trauten sich „Psychis“ an die vieltausendfa­che Tötung ihrer Schutz­­be­foh­lenen erst heran, als sie da­zu von „oben“ grünes Licht be­kamen. Auch das lief dann unter „Hilfe“ und „Hei­lung“.

Speziell der Fall A. aber ist ein Scharnier zwi­schen eviden­tem, leidvoll eine jü­di­sche Mut­ter tref­fen­­den Unrecht und der ihm zugrunde lie­gen­den Pseu­do­wis­senschaft Freuds, der lange als Idol des jüdi­schen Ge­nius galt, in­zwi­­­schen in­ter­national zwar ent­zau­bert ist, nur deutschen Po­litikern, Ärzten, Rich­tern und Jour­na­listen noch als Seelenkenner gilt. An sich war er im­­mer um­strit­ten, war zu­letzt nur sa­kro­­sankt[14], weil die Na­zis ihn und seine Fa­milie so übel ver­­­­folg­­ten. Seit Jahren aber ist die Kritik nun da, wird sie inter­natio­nal auch von jü­di­schen Ge­­lehr­ten erhoben. „Die Absicht, daß der Mensch »glück­­lich« sei, ist im Plan der »Schöp­fung« nicht ent­hal­ten,“ be­haup­tete Freud falsch, eher seinen Plan und den sei­ner Jünger da­mit darbietend.[15] Glück und Freu­de sind dem Lebendigen im „Plan der Schöp­fung“  sehr wohl zugedacht, wenn auch selten auf Dauer. Daß hier ei­ne jüdi­sche Mut­­­­ter und ihr Sohn Op­fer Freudscher Auf­­­­blä­hun­gen wur­den und deut­sche Ge­richte sie um­setzen, sie hier Kindes-, da Mutterglück zerstören, wird doch vielleicht auch die jü­di­sche Ge­mein­­schaft auf­schre­cken. Es geht letzlich ja um viele Mütter und Väter und um viele Kinder und geht ganz allge­mein um die Rechts­sicher­heit von uns allen im Land und weltweit.

Natürlich resultieren Fehlur­teile im Fach und in der Ju­stiz aus vielen mensch­­li­chen Schwä­­chen, nicht nur aus Psycho-Pseu­­do­­wis­sen­schaft heraus[16], aus die­ser derzeit nur be­sonders häu­fig. Schon die dia­gno­sti­sche Nach­lässigkeit und Groß­­spu­rig­­keit, die uns in der heutigen Seelenheil­kun­de gera­de in den von uns be­han­­del­ten Ein­zel­fällen (bis hin zum Fall Mol­lath) ent­ge­gen­wehten,[17] be­we­gen sich in den Spu­ren des Man­­nes, der sei­ne Geg­ner, auch eng­ste Mit­ar­bei­ter und Freunde, im Handumdrehen als krank abtat, wenn sie ihm ja ein­mal zu wi­der­­spre­­­chen wag­­­­ten, Freud. Solche Auf­spie­lungen trieben uns früh schon in den Wi­der­stand gegen un­sere lei­der da mit­spie­lenden Fachkollegen und die Ärzte­ver­tre­tung.[18]

Unser Protest wird in der Welt ge­hört, weltweit jedenfalls angeklickt. Es folg­ten bisher nur keine Kon­­se­quen­zen. An einer Eindämmung der Psy­cho-Pseu­do­wis­sen­schaft[19] und der ihr ent­sprin­genden Beschä­di­gungen von Mensch und Gesellschaft scheinen weite Teile des Estab­lish­ments kein Inter­esse zu haben, weil sie damit vie­le Men­schen, letzt­­lich gan­ze Be­­völ­ke­rungs­grup­­pen gän­geln können. Vie­le Men­schen wer­den so weiter auf der Strecke blei­ben. Die Po­li­ti­ker, Me­­dien, Ärz­te­schaft und Ju­stiz ste­hen zum freud-schen Geflun­ker anschei­nend aber auch, weil sie so tief in ihm drin­ste­cken, daß sie ohne Ge­sicht­s­ver­lust aus ihm nicht mehr her­aus­­kom­men. Der letzte Präsident der Sowjet­union Michail Gorba­tschow war der erste und bisher einzige, der als Staats­oberhaupt die Größe hatte, die aus Schwindelwissenschaft[20] resul­tierenden Mißbräuche des Fachs in seinem Land einzu­räumen und abzustellen.

Was die „große“ wie die „kleine“ fachbezogene Po­litik betrifft, habe ich heute wenig Hoffnung auf eine Wende zum Bes­se­ren. Die geistige Verfassung des einst christ­­lichen, von österlicher Zuversicht getragenen Abendlands ist weithin ins Depres­sive, Destruktive, in Gehäs­sigkeit und lauter Selbstauf­gabe ­gerutscht. Wie in der Politik zählt auch in der Wis­sen­­­schaft Wahrhaf­tig­­keit[21] nicht mehr. Die Anstrengung, mit der wir uns über mehr als 40 Jahre ge­gen diese üble Ent­wick­lung stemmten[22], ist gewiß schon im Buch der Geschichte vermerkt. Wir haben ja auch in ein­­­zelnen konkreten Fällen Er­folge in Recht und Freiheit erzielt. Keine ganz schlech­te Bi­lanz. Auch stirbt die Hoffnung zuletzt. Aber hören wir jetzt erst ein­mal, was un­se­re Schwei­zer Gä­ste, die die Vor­gänge unab­hängig von uns be­ob­ach­te­ten, aus ihrer Sicht da­zu zu sagen haben und ziehen wir dann die end­gül­tigen Schlußfolgerungen. Frau Kollegin Möckli, bitte.

Dr. med. F. Weinberger, GEP                        Nürnberg, 27.4.2019

Nach diesem Referat machten Frau Dr. med. Regina Möckli, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, aus Schaffhausen (CH) aus ähnlichen Erfahrungen mit ihren Fachkollegen und Herr G. Ulrich aus Morges (VD) aus seinen Erfahrungen mit der dortigen Justiz einige ergänzende Aus­füh­rungen. Frau Möckli wurde im Verlauf der Mitgliederver­samm­lung zum Vorstand der GEP kooptiert.

5.5.2019

Endnoten:

[1] In FuR, Familie und Recht 1/2001, Seite 16 bis 20 Das Sachver­stän­digengutach­ten im famili­engerich­tli­chen Verfahren, – ventiliert der Autor F.-W. Heumann da auch die Frage, “ob es überhaupt »Sachver­stän­dige« für ein solches Verfahren gibt,“  einen Sach­ver­­stän­digen, der die „entscheidende Wei­chen­stellungen für das künft­ige Leben der be­tei­lig­ten Fami­lienange­hörigen“ vornehmen kann. Auch wenn Landesärztekammern Gut­achterlisten herausgeben, schließt das (z.B. politi­sche) Präjudizierung nicht aus.

[2]  Die persönlichkeitsbezogenen Angaben müssen hier, auch wenn die Anschaulichkeit des Fallschilderung darunter leidet, abgedeckt werden, da die angeführten Mütter nicht grundlos Repressalien für sich, vor allem aber ihre Kinder fürchten

[3]  Solche „Einschränkung“ wiegt ähnlich wie in strafrechtlichen Fällen die der Schuldfähigkeit.

[4] Über die politische Durchsetzung der Justiz (in Brandenburg) erschien dieser Tage eine gar umfäng­li­che, an­nä­hernd wohl ehrliche Darstellung seitens der Bundeszentrale für politische Bildung – wie schön, solches einmal von einer Bundes­behörde sagen zu können!

[5] Literaturübersicht in dieser Rubrik unter 7, Endnote 5.  Auffällig, daß nur wenige der da genannten Freud-Kri­ti­ker die konkreten Beschä­di­gungen aufspießten, die in der Folge entsprechender Therapien folgten, auch nur we­­nige sich an unserem INFC beteiligten. Prof. Wilcocks, einer der INFC-Mitstreiter, erklärte, darauf ange­spro­chen, daß da per­sön­­­liche Animositäten auch gegen ihn die Ursache wären.

[6] Das Urteil des OLG Hamm sagt, Möhrle zitierend (RB 1/18), es liege beim Sohn A. „eine äußerst schwer­wie­gende und tief­greifende psychische Schädigung … als so­genannte reaktive Bindungsstörung vom gehemmten Typ“ vor. Sie weise „bereits die Qualität einer Per­sönlich­keitsentwicklungsstörung mit einer Borderline­orga­ni­sation und narzißtischen sowie antisozialen Zü­gen“ auf. Der Sohn habe „keinen Zugang zu seinen Emo­tion­en“. Auf Grund der elterlichen Persönlichkeits­eigen­schaften, vor allem der mütterlichen „Erziehungsdefizite“ sei es „für das Kind unmöglich gewesen, sogenannte sichere Selbst- und Objektrepräsentanzen zu entwickeln.“ „Seine gesamte Ich-Entwicklung sei zutiefst beein­trächtigt.“ Auch an der Mutter erkannte das Gericht über „ein zeit­über­­greifend uneinfühliges und vor allem unresponsives Verhalten“. Man sieht der Diktion an, wie sehr sich hier Rich­ter sich und Gutachterin auf der gleichen ideo­lo­gi­schen Schiene be­wegen. Diese aber wurde von der Deut­schen Ärzte­schaft gelegt. 1977 hat der Deutschen Ärztetag, der Enquête der Bundesregierung folgend, die „Tie­fen­psycho­logie“ als beweiskräftige Wissenschaft anerkannt.

[7] Von Bene­dikts zentraler Aussage versucht die Presse, die entscheidend die 68er Ideologie voranbrachte, jetzt abzulenken. Dabei begann das Ein­dringen der Freudianer   in die Kirche als Vorhut quasi der 68er, wie un­ser einstiger Mitstreiter Béne­steau in seinem Buch MENSONGES FREUDIENS auf­zeigte, schon unter Pius XII (RB 1/05,5).

[8] Stalins Sohn Wassili wuchs in einem Reich-Trotzkischen Kinderheim-Laboratorium auf und endete, staatserzogen, als Alko­holiker. Was nach Stalin von Trotzki in Rußland noch virulent ist, darüber erfahren wir we­nig. Freud ist gewiß auch in Rußland noch aktuell  –  u.U. als Re-Import aus den USA durch Günter Ammon – ein Grund viel­leicht, warum sich letzlich auch die russischen Psychiater, so lange, so sehr sie seinerzeit von den Amerikanern düpiert wurden, 1999 den freudisch versifften Diagnosemanualen von APA und WHO anschlossen.

[9] Der Titel ihres Buchs:“It Takes a Village to Raise a Child, auf Deutsch: Um ein Kind groß­zu­ziehen, braucht’s eine Ge­meinde“ (Eltern wohl weniger oder gar nicht).

[10]  „Mindestforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten“ sollten laut Panorama „in Zukunft Trans­parenz, Nachvollzieh­bar­keit und wissenschaftlich fundiertes Vorgehen“ solcher Gutachten sichern. Was die Zusicherung wert ist, erhellt aus kritischen einzelnen dazu gestellten Betrachtungen  z.B. von F.-W. Heu­mann Das Sachver­stän­digengutach­ten im familiengerichtlichen Verfahren, FuR – Familie und Recht 1/2001, Seite 16 bis 20. Der Autor ventiliert auch die Frage, “ob es überhaupt »Sachver­stän­dige« für ein solches Ver­fah­ren gibt,“  einen Esperten, der die „entscheidende Wei­chen­stellungen für das künftige Leben der be­tei­lig­ten Fa­mi­lienange­hörigen“ vornehmen kann – s. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Familiengericht- Mangelhafte-Gutachten,gutachten126.html.

[11] Erinnern wir uns: Schon am Ende der DDR wur­den uns als „Bürger­recht­ler“, als (qua­si-rechte) Widerständler Leute vorge­stellt, die sich bald als SED-Günstlinge entpuppten. Daß die The­men Psy­­chiatrie­miß­brauch in der DDR, Freud und die 68er Kul­tur­re­vo­lution im Westen von unserer Polit-Pro­mi­nenz, auch der „christ­lichen“, un­ter Ver­­schluß gehalten wurden, muß nicht ver­wun­dern. Man­che ha­ben sich, wohl um damit besser voranzu­kommen, eine fal­sche Kappe auf­gesetzt.

[12]  Der Links-Trend, der über Freud und die 68er die Union ergriff und zur Wahl einer ehem. FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda zur Bun­des­kanzlerin führte, scheint sich auf gleicher, freudscher, 68er Schie­ne auch auf die AfD ausbreiten zu wollen.

[13] Saftige Strafzahlungen holten sich die Freudianer auch in den USA, etwa im Fall Chestnut Lodge vs. Osheroff (1990). Satte Blamagen brachte ihnen einschließlich der American Psychiatric Association, der selbst­­ernannten „Voice and Conscience of Psychiatry“, in den 1980- bis 90er Jahren ihr „weiches“ Mitwirken an der „False Memory“-Bewegung ein. (Crews, F., FOLLIES OF THE WISE, 2006 –  Nur ein Bruchteil der ge­wich­­­tigsten Freud-Kritiken wurde leider ins Deutsche übersetzt).

[14] Freuds oft ruinöses Wirken wurde von Anfang an immer wieder offenkundig, etwa seine anhaltende Pro­pa­gie­rung des Ko­ka­ins als Entziehungsmittel vom Morp­hinismus (1885), wäh­rend es sich rasch als des­sen Po­ten­­zie­rung er­wies. Ebenso berüchtigt die von Freud ver­anlaßte, fast tödlich ausgegangene und verstümmelnde Nasen­ope­ration an seiner Patientin Emma Eckstein durch seinen Freund Wilhelm Fließ (1895). Schlicht nieder­trächtig Freuds Um­­­­gang auch mit dem Fall Frink-Bijur 1923.

[15] Auffallend häufig weisen die fo­ren­sisch tätigen „Psy­chis“, denen wir begegneten, eine pro­noncierte Af­fi­nität zu Freud, dem Schwindler, auf. Herr Pfäfflin, der den Fall Mollath mitver­bro­chen hat, führt den Zu­satz­titel „Psy­cho­­­ana­ly­se“; Frau Ziegert, die der Frau S. ihr Kind wegnahm – im Fernsehen klagte sie 2013  (s.o.), keine Be­gut­ach­tungs­auf­trä­ge mehr zu bekommen -, fungiert als  „Lehrana­lytikerin“. Und zum Fall A. gebärdete sich in ihrem Gut­­­achten als Kinderpsychiaterin die Freudianerin Möhrle be­son­­ders pene­trant.

[16] Ein weiterer Fall von vielen: Ein Taxifahrer (H., 50) sitzt wegen Vergewaltigung  (die real wohl gar keine war – die betreffende Dame legte sich selbst in sein Bett) seit Zeiten in der Forensik. Ein Fachkollege (ein Freudianer gar) hat ihn gründ­lich untersucht und für gesund be­funden. Straf­rechtlich hätte H. dreieinhalb Jahre bekommen. Sei­ner­zeit psych­ia­trisch begutachtet, sitzt er jetzt seit 12 Jahren!!!

[17] Selbst manch unmittelbar Betroffene wie Mollath, den wir aus siebeneinhalbjähriger Pscho-Internierung her­aus­ge­pauk­t haben, küm­­mern sich, sobald ihren eigenen Hals aus der Schlin­ge heraus haben, um die Ingre­dien­zien des Sy­stems, das sie um ein Haar hätte verrotten lassen, einen feuch­ten Keh­richt. Viele winken bei „Psy­cho“ auch gleich ab. Sie kapieren nicht, daß es da um jedermann geht.

[18] s. unseren „Offenen Brief“ an den Bundesärztekammerpräsidenten (unter 8 in dieser Rubrik). Daß sie etwa beim Deutschen Ärztetag 1977 in Saarbrücken unsere Warnungen ausbuhten, auspfiffen, fällt den Ärzten jetzt auf die Füße. Auch der nerven­ärzt­liche Berufsverband (BVDN) wendet sich jetzt gegen den Geset­zes­ent­wurf des Bundes­gesund­heitsmi­ni­sters Spahn (CDU), die Psychotherapie, im Klar­text Freuds Schwindel, wei­ter zu auto­risieren. Über vier Jahrzehnte unterstützte der BVDN den Kurs jedoch mit.

[19] Auch manche Freud-Fans wie der Kollege Meißner oder Nina Ha­gen bemühten sich um Psycho-Mißbrauchs­fälle, manche fragwürdig, manche anerkennenswert, nie aber kooperativ. Freud-Kritik verargen sie uns. In der Ab­­­weisung und Verleumdung von Kritikern kannten Freud und seine Gläubigen keine Grenzen, Gläubigen an­derer Richtungen ähnlich.

[20] Das war damals dort die Lehre von der „Schizophrenie ohne Symptome“ des A.W. Sneschnewsky, die die WPA schließlich auch zurückwies, was durchzusetzen uns Mühe genug kostete (RB 3/77 ff). Daß dabei noch eine andere Schwindellehre in Kraft war und sie anhaltend weiter Unheil stiftet, die Freudsche, tangiert die Welt bis heute nicht, so viel Mühe auch gegen sie schon aufgebracht wurde. „Nicht mit der Lüge leben“ forderte Solschenizyn, mit dessen Worten wir 1976 unsere Kampagne be­­gan­nen.

[21] SPEKTRUM der Wissenschaft erhob kürzlich Klage über satte Schwindeleien des Di­rek­tors des Instituts für Kli­ni­sche Psycho­logie und Psychotherapie an der TU Dresden H.-U. Witt­chen. Spektrum (https://www.spektrum.de/news/neue-wendung-in-mutmasslichem-forschungsskandal/1636340) nennt den Psycho­lo­gen eine „Psychiatrie-Kory­phäe“ (Photo zu ihm und seinem „raumgrei­fen­den Ego“ in RB 1/13,2.5.). Die seit über hundert Jahren gras­sierenden Schwindeleien Freuds fielen auch diesem Spektrum nie auf.

[22] Überraschende Umbrüche hat es auch in jün­gerer Vergangenheit gegeben, um 1990 die Wiedervereinigung un­seres Landes und den Kol­laps der Sowjet­dikta­tur, 2017 ge­gen alle Auguren die Wahl Trumps, der dem links­li­be­­ralen Globalismus, scheint es immer noch, ent­gegensteht – ob auch ins Psycho­logisch-Fa­mi­li­en­­politische hin­ein, steht da­hin. Manchen von uns freut es zumindest, daß der auch an ihm ver­suchte Psy­ch­iatrie­miß­brauch als Rohr­kre­­­­­pierer ende­te. Und überraschend, ja bewundernswert bewahren einige Länder, voran Viktor Orbáns Un­garn gegen alle Gleich­schaltungstendenzen ihre Un­abhängigkeit.

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Einige Bemerkungen der GEP zum INFC

Ende 2003 kamen der Literaturprofessor Robert Wilcocks (CDN), der Psychologe-Psychothe­ra­peut Jacques Béne­steau (F) und der Psychiater-Psychotherapeut Friedrich Weinberger (D), Kri­tiker der Lehren Freuds seit langem, überein, eine dreiteilig-ge­meinsame Plattform für die Publi­kation aktueller Freud-Kri­tiken auf Englisch, Fran­zösisch und Deutsch zu etablieren, um dieser politisch gestützten „stupendsten Bauern­fänge­rei des 20. Jahr­hun­derts“ (so Sir Peter Meda­war, Nobelpreis für Medizin 1960) abzu­helfen. Das INFC kam über erste An­fänge, die Publi­kation eini­ger ge­wichtiger Artikel auch prominenter Autoren jedoch  nicht hinaus. Hier setzten Krankheit, da poli­ti­sche Intrige Grenzen.

Manch verdienstvolle Kritiker meinten auch, es sei in den verschiedenen Sprachen längst alles gesagt, was zu Freud kritisch anzu­merken wäre. Auch seien in der all­gemeinen Publi­zi­stik in jüngster Zeit die Verherrlichungen Freuds nicht mehr so häufig und so pene­trant wie in den vorausgegangenen Jahr­zehnten. Unseres Erachtens sind sie zumindest unter­schwel­lig je­doch weiter präsent, einfluß­reich und gefährlich. Freud beherrscht nach wie vor, wenn auch oft verdeckt, den Mainstream. Freud-Kritik ist’s, was am schnellsten den Denk­verboten der „political correct­ness“ verfällt.

Da zwischen den Gründern und Trägern des INFC aus den genannten Gründen keine aus­reichende Ver­­bin­dung mehr be­steht und so auch keine neuen englischen oder französischen Artikel mehr hereinkommen, beenden wir als Vertreter der GEP, auf deren Webseite die INFC-Bei­träge stehen, das Projekt. Wir halten die auf den drei INFC-Seiten bereits erschie­nenen Texte aber für so gewichtig, daß wir sie hier im alten Format weiter stehen lassen. Im deutschen INFC-Teil wie auch auf der GEP-Web­seite wird weiterhin be­sprochen werden, was von den Freudianer-Gespinsten noch nicht aufgearbeitet, viel­mehr weiterhin virulent und so­mit in der Lage ist, Men­schen zu beschädigen.

Dr. med. F. Weinberger           2. Mai 2017

 

 

Einführung

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Psychoanalyse in vielen westlichen Ländern als begleitender, in Deutschland gar als integraler Teil staatlich anerkannter und gewährleisteter gesundheitlicher Versorgung der Bevölkerung etabliert. In ebenso vielen Ländern hat an ihr jedoch gleichzeitig eine Kritik festgemacht, die an Umfang und wissenschaftlicher Stringenz alles in den Schatten stellt, was skeptisch den Lehren Freuds und ähnlicher „Seelen-Forscher“ von Anfang an, also seit rund hundert Jahren begegnet. Ihnen wirft die Kritik nicht weniger als wissenschaftlichen Betrug und Nasführung kranker, hilfesuchender, damit besonders verführbarer, aber auch besonders schutzbedürftiger Menschen  vor. Auch seien die Folgen für die Allgemeinheit unabsehbar.

Nachdem Vertreter der „Gesundheitsberufe“, Medien und Gesundheitspolitiker den Schwindel weithin stützen, die wissenschaftlich umfassend belegte Kritik ignorieren und die Kritiker ausgrenzen, kamen einige ihrer Wortführer in verschiedenen Ländern im Sommer 2003 überein, gemeinsam eine Plattform zu schaffen, von der aus fortlaufend, kurz und bündig informiert werden soll

– über den Stand der kritischen Freud-Forschung wie  

– über den aktuellen Stand der FreudianerEtablierungen in den verschiedenen Ländern.

Eine wirkliche Durchdringung der Thematik ist natürlich nur durch ein eingehendes Studium der einschlägigen Literatur, einer Vielzahl von Büchern und Artikeln, fast schon einer Bibliothek möglich. Auch durch entsprechende Literaturhinweise wie auch Hinweise auf andere zweckdienliche Informationen im Netz will INFC zur Gewinnung einer möglichst umfassenden Übersicht beitragen.

Die Informationen des INFC auf englisch, französisch und deutsch werden von gleichem Geist getragen, können und werden im Einzelnen aber differieren. Sie wollen und müssen ja auch auf unterschiedlich in den verschiedenen Ländern sich stellende Probleme eingehen. Die Walter-von-Baeyer-Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie (GEP), eine seit über 30 Jahren nachhaltig für ethische Belange in den Psycho-Fächern eintretende Gesellschaft mit Sitz in München, stellt dazu ihre Website zur Verfügung.

 

Publikationen auf der INFC-Seite liegen in der gemeinsamen Verantwortung von

Jacques Bénesteau (F), Max Scharnberg (S), Friedrich Weinberger (D) und Robert Wilcocks (CDN).

Texte zur Veröffentlichung auf der INFC-Website sind bitte einzureichen unter

info-infc+gmx.de  ( im E-Mailprogramm  „+“ bitte durch @ ersetzen – Spam-Vorkehrung).

 

 Partner und Mitarbeiter des INFC sind:

 

Jacques Bénesteau, Psychologe an der Kinderklinik der Université de Toulouse, Autor von Mensonges Freudiens –  Histoire d’unE désinformation séculaire (Mardaga 2002, Preisträger der Société Francaise d’Histoire de la Médecine, März 2003),

 

Jacques Corraze, Professor der Philosophie, Doktor in Geistes- und Humanwissenschaften, Doktor der Medizin, Psychiater, Verfasser zahlreicher Bücher und Artikel,

 

Frank Cioffi (†), Professor der Philosophie an der University of Kent, Canterbury, Autor  zahlreicher Studien und insbesondere des Sammelbandes 1969-1998 FREUD AND THE QUESTION OF PSEUDOSCIENCE (Open Court, Chicago & La Salle),

 

Allen Esterson, Dozent für Mathematik (Southward College, London), Autor von SEDUCTIVE MIRAGE – AN Exploration of the work of Sigmund Freud (1993, Chicago, Open-Court) wie auch von zahlreichen Artikeln zum Thema,

 

Philippe Gouillou, Ersteller der Web-Sites www.douance.org & www.evopsy.org, Verfasser und Übersetzer mehrerer einschlägiger Bücher,

 

Nanna Hucke, promovierte Literaturwissenschaftlerin, legte 2009 eine umfangreiche Arbeit zum Verhältnis von Autor, Text und Leser vor: „Die Ordnung der Unterwelt“. Sie befaßt sich u. a. mit den theoretischen und praktisch-methodischen Problemen der psychologisch ausgerichteten Literaturwissenschaft und entwickelt auf diesem Gebiet einen sprach- und textlogisch begründeten Neuansatz.  http://kops.ub.uni-konstanz.de/volltexte/2009/8775/

 

Josiane Praz, Psychologin (Diplom der Universität Genf), Autorin von „Le ‚petit Hans’ et sa famille: données historiques et biographiques  (in J. Bergeret & M Houser, La sexualité infantile et ses mythes, pp. 121-139), 2001, Paris, Dunod),

 

Max Scharnberg, Dr., außerord. Professor am Departement für Erziehung der Universität Uppsala, Schweden, Autor mehrerer Werke, darunter The Non-Authentic Nature of Freud’s Observations (1993, 2 Bände, Ac. Universitatis Upsalensis), Texte von ihm auf englisch und schwedisch auf der Site www.dynam-it.com/forpsyk/index.html

 

Klaus Schlagmann. Dipl.Psych., Psychotherapeut in eigener Praxis (seit 1993), zahlreiche Bücher und Beiträge zur Geschichte der Psychoanalyse, seit dem Jahr 2000 entschiedene Kampagnen gegen Otto F. Kernberg, ausführliche Darstellung auf der eigenen Webseite (www.oedipus-online.de), dort etliche Beiträge zum downloaden als pdf-Datei.

 

Richard Webster (†), Autor von Why Freud was Wrong – Sin, Science and Psychoanalysis  (Harper Collins, 1995) und von Freud (Weidenfeld & Nicolson, 2003) vgl. seine Website : www.richardwebster.net

 

Friedrich Weinberger, Dr. med., Nervenarzt in Garmisch-Partenkirchen, Vorsitzender der GEP und Herausgeber ihrer seit 1977 meist zweimal jährlich erscheinenden Rundbriefe. Für seinen „unschätzbaren ehrenamtlichen Beitrag zum Kampf für die Menschenrechte“ erhielt Dr. Weinberger 2006 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Nils Wiklund, Dr., Dozent für Psychologie, besonders Rechtspsychologie, Stockholm, Autor von THE ICARUS COMPLEX, Redaktör von Lehrbücher in Rechtspsychiatrie und Aussagepsychologie und zahlreiche Artikeln (auch über Brandstiftung und Parapsychologie). Texte von ihm auf englisch und schwedisch auf der Web-Site www.rpkab.se;

 

Robert Wilcocks h.D., em. Professor für französische Literatur an der University of Alberta, Edmonton, Kanada, Verfasser mehrerer einschlägiger Werke, darunter Maelzel’s Chess Player: Sigmund Freud and the Rhetoric of Deceit, Lanham, Maryland, USA, Rowman & Littlefield, 1994, sowie Mousetraps and the Moon: The Strange  Ride of Sigmund Freud and the Early Years of Psychoanalysis, Lanham: Lexington Books,

 

 Die Genannten, die möglicherweise in allen über Freud und ähnliche „Seelen-Forscher“ hinausgehenden Fragen unterschiedlicher Meinung sind, verfolgen das gemeinsame Ziel, wissenschaftlicher Redlichkeit auf dem Gebiet der „Seelen-Heilkunde“ Geltung zu verschaffen und Beschädigungen durch hier verbreitete pseudowissenschaftliche Phantastereien zu wehren.

 

Weitere Informationen auf deutsch bitten wir auch dem „blauen Teil“ der Web-Seite, der Rubrik „Aktuelles…“ und den Rundbriefen der GEP zu entnehmen, die auch Entwicklungen auf psychotherapeutischem Gebiet beleuchten.

 

5 responses to “Einführung”

  1. Ingo-Wolf Kittel

    Die erste Psychoanalysekritik – auf der Grundlage einer überhaupt erstmaligen Zusammenstellung von Freuds Konstrukten – wurde bereits 1912 von dem Assistenten an der Heidelberger Psychiatrischen Universitätsklinik Arthur Kronfeld publiziert:

    1912 Über die psychologischen Theorien Freuds und verwandte Anschauungen. Systematik und kritische Erörterung. Engelmann-Verlag, Leipzig (Extradruck; Übers.: Moskau 1913; About the psychological theories of Freud and related opinions – systematics and critical discussion. Engelman, Leipzig (extra pressure; Transl.: Moscow 1913)

    Auch Kronfelds erstmals 1924 erschienenes Lehrbuch „Psychotherapie – Charakterlehre, Psychoanalyse, Hypnose, Psychagogik.“ (Springer, Berlin, 2. verb. u. erw. Auflage 1925 – Psychotherapy – Characterology, Psychoanalysis, Hypnose, Psychagogik. Springer, Berlin, 2. impr. and enl. Edition 1925) enthält fundierte kritische Anmerkungen zur Psychoanalyse.

  2. Wolfgang Paul

    Was „der Staat“, also die momentan herrschende Klasse als „gesundheitliche Versorgung“ definiert und „verordnet“, ist keineswegs identisch mit „Wissenschaft“, leider.
    Zur „herrschenden Klasse“ gehört eine merkwürdige Mischung von Kungelei mit internationaler „Geldwirtschaft“, Konsumdruck des industriellen Komplexes und geradezu „psychotherapeutischer“ Meinungslenkung der weitgehend gleichgeschalteten „Medien“.
    „Gesundheitspolitik“ in Deutschland ist charakterisiert einerseits durch Schulterschluss mit „Kostenträgern“ (seit Willi Brand ein „Kostendämpfungsgesetz“ nach dem anderen, immer mit dem Tarnnamen Reform) und andererseits durch Dauerkonfrontation mit den Ärzten.
    Das Menschenbild der persönlichen Freiheit mit der damit verbundenen Selbstverantwortung wird schrittweise ersetzt durch Lenkung von außen, wobei die Neudefinition von „Krankheit“ geraderzu als Droge verteilt wird (sozialer Besitzstand) ohne ernsthafte Aussicht auf Heilung. Dazu gehört auch die staatlich finanzierte „Homöopathie“ aus dem 18. Jahrhundert, oder noch „Älteres“ aus China oder sonst woher mit Heilpraktikern aller Art, mit der ökonomischen Illusion, das sei billiger als richtige Medizin.
    Psychoanalyse, die selbstdefinierte Insuffizienzen vielfältiger menschlicher Lebensführung zurückführen möchte auf sexuelle Ereignisse vor Eintritt der Pupertät bis zurück in den Uterus ist doch eher abstoßend. Da ein solcher Einfluss auch immer in das ominöse „Unterbewusstsein“ verortet wird, ist diese Ideologie gleichzeitig ein philosophischer Angriff auf den freien Willen, das höchste menschliche Gut.
    Auf ein Neues Jahr in Freiheit, soweit noch gestattet 🙂

  3. Hassan

    Es ist kaum zu glauben: All jene vermeintlich schlauen Leute als Mitarbeiter des infc, Dozenten, Therapeuten, etc. bauten doch ihre Karrieren auf Freud auf. Ich erinnere: Die Manifeste der Psychologie und Psychiatrie fundieren auf den Ansätzten Freuds. Keine Psychologie Vorlesung ohne die Grundlagen Freuds. Diese ganzen Dr. phils sind ohne Freud doch gar nicht in der Lage, Ihr Fach halbwegs autonom zu begründen.
    Auch die moderne Psychotherapie ist keine exakte Wissenschaft. Sonst ließe sich das Arzt Patient Arbeitsbündnis doch auf Knopfdruck herstellen. Man ist ja schließlich nicht beim Mechaniker. Das, was die Psychologie dann nicht erklären kann, vermag die Neurologie zu ergänzen.
    Diese vermeintliche AG wissenschaftlichen Austauschs ist leider reines Denunziantentum.

  4. Dr. Richard Barabasch

    Abgesehen davon, dass jeder Mensch per naturgemäße Gegebenheit In-di-vid-ual-ität ist, also = ein in zwei zu sehendes Wesen – mit belebender Energie ausgestatteter Seiender – Mensch mit eben auch in-di-vid-uellen Gefühlen („hin und her gerissen“) ohne eine definierbare – wenngleich immer wieder visionär unterstellte – Kontinuität, oder identische Reduplizierbarkeit, hat es Freud geschafft IN SEINER ZEIT einer ärztlichen Population mit zeitgemäßer Sozialisation und ganz offenbar ähnlichen in-di-vid-uellen Persönlichkeits-Strukturen und vor allem – PROBLEMEN (in sexueller Hinsicht vor allem) seine, die Freud’sche Idéen herauszukitzeln, so dass sie Missionäre ihrer eigenen Lebens-Schwierigkeiten wurden und diese in maßloser Projektion (statt spiegelbildnerischen Eigen-Erkenntnis) auf „Patienten“ übertrugen / übertragen in der Einbildung, dass die flatternde Fahne aus der Berggasse in Wien – hinter der sie herlaufen – ein in Stein gemeisseltes reproduzierbares Naturgesetz wäre. Indes: alle, die sich dem Missionieren verbandelt WÄHNEN, sind ( sic ! In-zwei-zu-Sehende) so lebhaft, wie sie der Freud’schen Lehre / Leere verfallen eifrig in der Teife schürfen auch gleich-zeitig und gleich-gültig jene, die vehement das Kratzen am Freud-Idol „mit allen Mitteln“ bekämpfen. Kampf = Krieg. Wohingegen die Freud-Kritiker ja lediglich Mwerk-Würdigkeiten und Un-Gereimt-heiten benennen und darüber aufklären,
    meint
    Richard Barabasch

  5. Dirk

    Lieber Hassan,
    ich würde gern mal wissen, welchen Beitrag genau Freud zur Psychologie/Psychotherapie geleistet hat, der nicht auch ohne ihn Eingang gefunden hätte. Die Tatsache der Erwähnung in jeder Vorlesung scheint mir eher ein Zugeständnis an seinen Größenwahn denn an seinen tatsächlichen Beitrag zu sein… oder sehe ich das falsch?
    Zum anderen finde ich, man muss Freud gar nicht verteufeln. Zu jeder Zeit, sicher auch heute, hat es Menschen gegeben, die sich auf scheinbar mehr oder weniger vernünftige Weise mit den verrücktesten Ideen beschäftigen, auch in gänzlich selbstsüchtiger Weise. Daran ist ja nichts grundsätzlich Schlimmes.
    Schlimm wird es, wenn Generationen von Psychiatern solche Konzepte übernehmen, offensichtlich ohne je an ihrem eigenen Leben deren Stimmigkeit überprüft zu haben. Ich habe viel Verständnis für die Faszination dieser Idee der Psychoanalyse. Aber ich habe kein Verständnis für einfaches Nachplappern von Auswendiggelerntem.
    Ich denke schon, dass man gerade in einem so sensiblen Feld wie dem Seelenheil die Verantwortung annehmen muss, sich tatsächlich einmal selbst mit all diesen Untiefen zu konfrontieren, bevor man sich an wirklich und echt leidenden Patienten versucht.
    In den Geisteswissenschaften hat die Psychoanalyse sicherlich eine Daseinsberechtigung, warum auch nicht. Im Rahmen des Gesundheitswesens hat deren Verwendung allerdings wohl eher einen zwielichtigen Charakter.
    Herzlichst Dirk

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